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BaldWiena FolksWaisen

“In unserer Zeit voll von hoffnungslosen Mega-Hits und Shooting-Stars ein hoffnungsvoller Geheimtipp.”

Wenn die Musikszene auf etwas nicht gewartet hat, dann auf Wienerlieder von
einem Nichtwiener und vielleicht sollte man sich gerade deswegen diese Konzert ansehen/anhören. Schmalzig, bisweilen, vom Schmäh durchsetzt bis hin zu aufrichtigen und zutiefst ernst gemeinten Gemeinheiten kommen die Autorentexte im eigenständigen Soundkleid daher. Ausgehend vom klassischen Wienerlied über den Blues bis hin zum Reggae. Daß dabei ausgerechnet der Wiener Dialekt Verwendung findet ist einfach zu erklären: Wie im Englischen das Cockney (englischer Dialekt in London, der zum Teil mit spezifischen Reimformen arbeitet) bewegt das Wienerische eine über die Maßen musikalische Sprachfärbung. Als Komponist und vornehmlich als Textautor greift Heisl ungeniert den Wiener – Ton auf (Zitat: “Im Grunde ist doch jeder Österreicher duachåus åuch a bisserl a Wiener”) Das spezielle daran ist nicht nur die Novität der Musik, welche frei ist vom “copy-paste” der digitalen Generation, sondern darüber hinaus die Dramaturgie der Songs, die – in Kombination mit den Texten – (kleine oder auch größere) Geschichten erzählen, die dem Zuhörer der Zuhörerin nicht mehr so schnell aus dem
Ohr und dem Sinn gehen. Neben dem Schriftsteller Heinz D. Heisl (ehemals Kopf der Band "intimspray") sind folgende
Musiker in dieses Projekt involviert: Philipp Moll/ Akustik Bass sowie der in Zürich
lebende Musiker Heinz Tobler / Akustik Gitarre, Banjo und Mandoline. Ausserdem Hannes Sprenger Saxophon und Arno Koller Trompete. Einen Vorgeschmack auf die Musik der BaldWiena FolksWaisen geben diverse Videos (OwlsEyeFilm) gedreht in den USA an diversen Orten wie etwa Bolinas CA. oder Boonville CA.; der Schriftsteller Elias Schneitter ist im Übrigen in fast sämtlichen Filmen als stummer Schauspieler / Akteur anzutreffen. *Heisls BaldWiena FolksWaisen ist das Werk eines “outlaws” und keinesfalls die eines “outsiders”. Im Gegensatz zum “outsider”, welcher keine Ahnung von künstlerischen Gesetzen oder Strukturen hat unddemzufolge im freien Raum hantiert, kennt der “outlaw” die jeweiligen Strukturen und Gesetze – der
Ton- und Wortkompositionen – bis ins Detail und vermag gerade aus diesem Wissen heraus diese zu negieren.
“In unserer Zeit voll von hoffnungslosen Mega-Hits und Shooting-Stars ein hoffnungsvoller Geheimtipp.”

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einem Nichtwiener und vielleicht sollte man sich gerade deswegen di...
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