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WDR Servicezeit - Vorsicht bei Verkäufen im Internet: Abmahnung droht!

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Published on Mar 12, 2011

Es ist nur ein kleiner Trost, aber man ist als Abmahnopfer in guter Gesellschaft. Experten sagen, dass nach vorsichtigen Schätzungen eine halbe Million Menschen im vergangenen Jahr wegen Urheberrechtsverletzungen im Internet solche unangenehme Post bekommen haben.

Immer wieder wird über Abmahnungen berichtet, die betrügerisch sind. Es hat sogar schon Menschen getroffen, die nachweislich keinen Computer besitzen: Rentner, die illegal Musik heruntergeladen haben sollen, obwohl sie noch mit dem guten alten Kassettenrekorder Musik hören -- auch das gibt es, aber leider haben die meisten Abmahnungen einen echten Grund, und die meisten dieser Urheberrechtsverletzungen entstehen durch Unwissen und kleine Unachtsamkeiten im Netz. Sie brauchen das Internet aber aus Angst vor einer Abmahnung nicht zu meiden. Wenn Sie ins Netz gehen, sollten Sie jedoch einige Punkte beachten:


- Tipps für Onlineauktionen:

Fangen wir mit Tipps für den Verkauf bei Onlineauktionen an, also bei eBay, Kalaydo und Co.: Hier müssen Sie vor allem darauf achten, dass Sie alle Fotos für Ihre „Kleinanzeige" selbst schießen. Das kann richtig Spaß machen und bewahrt Sie vor bösen Überraschungen. Denn alle Bilder, die Sie im Netz finden, sind irgendwann von irgendwem gemacht worden, und Sie können nie wissen, wie eng derjenige die Sache mit dem Urheberrecht sieht. Ein Beispiel: Angenommen, Sie wollen einen Mixer versteigern. Kopieren Sie keine Produktbilder von Homepages der Hersteller und auch keine Aufnahmen von Privatanbietern. Es ist egal, wie oft diese Bilder schon kopiert wurden: Sie dürfen diese nicht in Ihrer Anzeige verwenden! Der Urheber kann sonst Schadenersatz geltend machen.


- Homepage und soziale Netzwerke:

Vielleicht basteln Sie auch an Ihrer eigenen Homepage oder sind aktiv bei Facebook, Youtube, Myspace und Co.? Dann der allerwichtigste Tipp: Verwenden Sie von vornherein nur selbst geschossene Fotos, selbst geschriebene Texte, selbst gedrehte Videos. Sogar dann, wenn Sie finden, der Urheber müsste sich doch eigentlich freuen, weil Sie sein Werk berühmt machen. Auch Kartenausschnitte gehören meistens einem Verlag und dürfen nicht einfach als Anfahrtsskizze benutzt werden. Lieber selbst eine Zeichnung machen! Sie dürfen auch keine Musik als Hintergrundmusik verwenden, für die Sie nicht ausdrücklich die Onlinerechte erworben haben.


- Ideenklau fällt auf:

Auf keinen Fall sollten Sie hoffen, dass ein kleiner Ideenklau in den Weiten des Netzes nicht auffällt. Die Suchmaschinen von heute sind erstaunlich gut im Aufspüren von Texten und Bildern. Unternehmen finden in Sekundenschnelle alle Seiten, auf denen ihr Markenname verwendet wird. Fotografen können mit der richtigen Software das ganze Internet nach Kopien ihres geistigen Eigentums durchsuchen. Die Software erkennt Fotos sogar, wenn nur Ausschnitte verwendet werden oder das Bild stark verfremdet ist. In dem Maße, wie die Rechenleistungen steigen, könnte auch die Zahl der Abmahnungen zunehmen. Die Suchmaschinen von morgen werden sicher auch Filmschnipsel und Töne erkennen und ihrem Urheber zuordnen.


- Vorsicht bei Internet-Tauschbörsen:

Internet-Tauschbörsen gehören zu den häufigsten Abmahnfallen. Manche auf Urheberrecht spezialisierte Anwaltskanzlei bearbeitet zurzeit bis zu 100 neue Fälle pro Tag. Gerade da, wo es vermeintlich etwas umsonst gibt, zahlt man am Ende doppelt und dreifach. Denn Sie müssen für jedes einzelne Lied Schadenersatz zahlen, das Sie dort illegal tauschen. 1.000 Euro pro Lied sind eine gängige Größenordnung. Verboten ist das Tauschen in Tauschbörsen - sofern es sich dabei um urheberrechtlich geschützte Materialien, ohne Berechtigung handelt - weil die Programme so programmiert sind, dass jeder die Lieder oder Filme, die er vermeintlich nur herunterlädt, im gleichen Moment auch anderen Internetnutzern anbietet. Und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.


- Anwalt einschalten:

Keine Zeit verlieren, sofort zum Anwalt, rät die Verbraucherzentrale NRW. Der Anwalt sollte Ihnen helfen, eine Unterlassungserklärung aufzusetzen, die das Unternehmen besänftigt. Er wird gleichzeitig versuchen, die Höhe des Schadenersatzes herunterzuhandeln. Fragen Sie nach dem Anwaltshonorar. Es ist ratsam, eine Pauschale auszuhandeln. Eine Pauschale von 150 bis 300 Euro gilt in solchen Fällen als günstig. Es ist nur in ganz wenigen Fällen ratsam, es auf einen Gerichtsprozess ankommen zu lassen. Gute Chancen haben Sie natürlich, wenn Sie keinen Computer haben oder nachweisen können, dass Sie im Urlaub waren, als von Ihrem Computer etwas heruntergeladen wurde.


► Sendung: „Servicezeit" im WDR
► Ausgestrahlt: Am 02. März 2011
► Titel: „Vorsicht bei Verkäufen im Internet: Abmahnung droht!"
► Alle Urheberrechte (©) gehören dem Produktionsunternehmen.

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