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Neumann: Erinnerung an homosexuelle NS-Opfer wach halten

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Veröffentlicht am 27.05.2008

Rede von Staatsminister Bernd Neumann bei der Eröffnung des nationalen Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten.

Seit 2005 ist Neumann Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien. Von 1991 bis 1998 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Forschung und Technologie bzw. ab 1994 beim Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie.

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ist eine Gedenkstätte am Berliner Tiergarten, die am 27. Mai 2008 eingeweiht wurde. Das von dem dänisch-norwegischen Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset entworfene Denkmal ist ein 3,60 m hoher und 1,90 m breiter Steinquader, in dem ein Fenster eingelassen ist, durch das ein kurzer Film mit zwei sich küssenden Männern zu sehen ist. Die Errichtung des Denkmals wurde im Zuge der Diskussion über die Gestaltung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas im Jahr 2003 vom Deutschen Bundestag beschlossen.

Die 1993 gegründete Initiative Der homosexuellen NS-Opfer gedenken und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) setzen sich gemeinsam für ein Denkmal des Bundes für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ein. Der Deutsche Bundestag hat am 12. Dezember 2003 beschlossen, ein Denkmal in Berlin-Mitte zu errichten.
2005 wurde ein künstlerischer Wettbewerb ausgeschrieben. Zum Sieger wurde vom Preisgericht ein Entwurf von Michael Elmgreen und Ingar Dragset gekürt. Das international renommierte dänisch-norwegische Künstlerduo ist in Berlin ansässig.
Die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus blieben aus dem öffentlichen Gedenken in Deutschland lange Zeit ausgespart. Ein Umdenken in der Erinnerungspolitik setzte erst 1985 mit der Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag der Befreiung ein, in der erstmals auch die bislang verschwiegenen Verfolgtengruppen in das Gedenken einbezogen wurden. Jedoch erst 2002, unter Rot-Grün, konnte die gesetzliche Rehabilitierung der Opfer des Homosexuellen-Paragraphen 175 aus der NS-Zeit durchgesetzt werden. Kurz zuvor waren die Homosexuellen aus den Regelungen des NS-Unrechtsaufhebungsgesetzes von Union und FDP ausgeschlossen worden.

Die Schätzungen hinsichtlich der Zahl der schwulen Männer, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Konzentrationslagern ihr Leben lassen mussten, variieren erheblich. Die verlässlichsten Zahlen stammen bis heute von Rüdiger Lautmann, der nach langjährigen Recherchen eine Zahl von 10.000 bis 15.000 in Konzentrationslager verschleppte homosexuelle Männer schätzte, von denen etwa 53 % ums Leben kamen. Der Grund für darüber hinausgehende exorbitante Schätzungen, die jedweder wissenschaftlichen Grundlage entbehren, liegt u.a. darin, dass nicht ermittelbar ist, wieviele aus anderen Gründen ermordete Menschen homosexuell waren: Juden, Sinti und Roma usw.

Als Beispiel einer gezielten Mordaktion sei an die Ermordung von rund 200 homosexuellen Männern erinnert, die im Zeitraum Juli bis September 1942 im Außenlager Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen stattfand. Ziel des NS-Regimes waren indes vorgeblich „Umerziehungsmaßnahmen", um den Geschlechtstrieb von Schwulen in Richtung einer heterosexuellen Betätigung zu verändern (z.B. zwangsweise Besuche von KZ-Bordellen, wobei das Verhalten der Männer durch SS-Offiziere beobachtet wurde). Dokumentiert sind darüber hinaus -- nicht nur aus Konzentrationslagern -- zwangsweise, jedoch angeblich "freiwillig beantragte" Kastrationen. Ebenso wurden zahlreiche medizinische Menschenversuche durchgeführt, um die Ursachen von männlicher Homosexualität zu ergründen (z.B. operative Einpflanzung einer „künstlichen Sexualdrüse", dies auch nach zuvor durchgeführter Kastration u.v.a.m.) und nach Möglichkeit endgültig zu eliminieren. Zudem wurden Schwule ebenso wie andere Verfolgte für von vorneherein tödlich angelegte „medizinische Experimente" von KZ-Ärzten herangezogen, z.B. in Hinblick auf die Untersuchung der Übertragung der Erreger von Infektionskrankheiten. U.a. der Arzt Carl Vaernet hat im KZ Buchenwald Versuche unternommen, Häftlinge von ihrer Homosexualität zu „heilen".

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