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Beuys Brock Vostell im ZKM - Das Flugzeug ist das Ei in der Hand des Himmels (1977) von Wolf Vostell

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Published on Nov 4, 2014

Zu sehen ist Das Flugzeug ist das Ei in der Hand des Himmels (Das Ei) von Wolf Vostell aus dem Jahr 1977 in der Ausstellung Beuys Brock Vostell im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie im Mai 2014.

Die Ausstellung gewährt einen umfassenden Einblick in das Kunstschaffen dieser drei so bedeutenden deutschen Nachkriegskünstler. Neben zentralen Kunstwerken aus den 1950er- bis 1970er-Jahren, werden wichtige zeithistorische Dokumente gezeigt.

Erstmalig hatte Wolf Vostell das Medien-Environment Das Ei auf der documenta 6 in Kassel 1977 zeigen können. Damals wurde ihm jedoch die Anbringung des Flugzeugs auf dem Dach des Fridericianums verwehrt. Den zweiten Teil des Werkes Das Haus des Tauben hingegen konnte Wolf Vostell in Kassel bereits realisieren. Dabei handelt es sich um einen schwarzen Raum, der einen Zyklus von 14 Bildern zeigt.

Im dritten Teil, dem sogenannten Labor, sollte der Aspekt der Partizipation vertieft werden. An den 100 Ausstellungstagen der documenta, lud Wolf Vostell 100 Besucher ein, Kommentare vor einer Kamera abzugeben. Er wollte den Einzelnen mit seinem Statement Kunst werden lassen. Wolf Vostells Idee eines partizipatorischen Videoarchivs wird im Rahmen der Ausstellung Beuys Brock Vostell im ZKM aufgegriffen. Die Besucher sind eingeladen, im Labor ein Videoportrait im Sinne des Künstlers zu realisieren. Nach über 35 Jahren wird somit Das Ei erstmals als dreiteiliges Gesamtwerk präsentiert und für den Besucher umfassend erfahrbar.

Beuys Brock Vostell
ZKM 24 Mai − 9 November 2014

Mit der Ausstellung Beuys Brock Vostell vertieft das ZKM seine thematischen Schwerpunkte Performativität und Partizipation.

Erstmals werden die drei bedeutenden deutschen Aktionskünstler der Nachkriegsmoderne Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell gemeinsam in einer groß angelegten Schau präsentiert. Die befreundeten Künstler, die bei wichtigen Aktionen und Ausstellungen in den 1960er-Jahren gemeinsam aufgetreten sind, bildeten aus der Erfahrung des Krieges ihre eigenen stilbildenden Positionen und verfolgten dabei die radikale Emanzipation des Individuums und die Reform bzw. Revolution des Lebens. Durch die gemeinsame Präsentation der drei verschiedenen Positionen der Performativität wird eine neue Perspektive auf die heute in allen Museen der Welt hofierten performativen Künste erarbeitet.

Die Ausstellung zeigt, dass die drei Aktionskünstler auf ihre jeweils Weise einflussreiche wie stilbildende Positionen der Performativität geschaffen haben und an der Bildung eines erweiterten Werkbegriffs beteiligt waren − etwa der Skulptur als Handlung und der Einbeziehung des Publikums. Darüber hinaus wird sichtbar, dass alle drei Künstler in der Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen einen gemeinsamen thematischen Schwerpunkt aufweisen. Eine weitere Parallele zwischen Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell besteht in der Neudefinition der Lehre − ein Aspekt, der auch in der Ausstellung nachvollziehbar wird. Die drei Künstler erfanden die Lehre als Aufführungskunst, in deren Mittelpunkt das Vermitteln und Aufklären, das Agieren und Agitieren sowie die Diskussion und die Demonstration stehen. Ausgelöst durch Aktionen, Bilder und Reden sollte eine Bewusstseinsveränderung des Betrachters erreicht werden, die zum übergeordneten Ziel der radikalen Emanzipation des Individuums führen sollte. Im Mittelpunkt der Aktionen und Demonstrationen von Beuys, Brock und Vostell stehen demnach die Zivilgesellschaft und die Demokratie. Nachdem sich die Künstler in den 1950er-Jahren verstärkt auf die Vergangenheit, insbesondere den Holocaust, bezogen haben, war in den 1960er-Jahren der Entwurf sozialer Utopien ihr gemeinsames Anliegen − wenngleich der Weg dorthin sehr unterschiedlich beschritten wurde.

Texte von ZKM Homepage, 2014.

Beuys Brock Vostell
ZKM May 24 − November 09, 2014

Joseph Beuys, Bazon Brock and Wolf Vostell, the three most important German Action artists of postwar modernity, will be presented for the first time together in a large-scale group exhbition. The artists, all of whom were friends and who ap- peared together at important actions and exhibitions throughout the 1960s, evolved their own unique style-defining approaches, thereby pursuing the radical emancipation of the individual and the reform or revolution of life. A new perspective on performa- tive arts is evolved by way of the joint presentations of these three different approaches to performativity, today courted in all museums of the world.

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