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Letzter Ausweg Pfandhaus - Zwischen Notgroschen und Versteigerung

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Published on Sep 16, 2019

Über 630 Millionen Euro setzt die Branche um – längst nutzen viele Mittelständler und Selbständige das Pfandhaus als schnelle Überbrückung, wenn Kunden nicht zahlen, aber Mitarbeiter ihr Gehalt wollen.

Dann bringen sie beispielsweise ihr Mercedes Cabrio zu Reiner Schorers Pfandhaus in Villingen und bekommen innerhalb weniger Minuten Geld. Seit über 10 Jahren ist der gelernte Koch erfolgreicher Pfandleiher in einem Beruf, den man laut seiner Aussage nicht lernen kann. Zu ihm kommen vom Handwerker bis zur Hausfrau alle, die etwas von Wert besitzen und schnell Bares brauchen. Ein Besuch, der sich oft für den Kunden lohnt. Denn das Risiko eines Pfandgeschäftes trägt der Pfandleiher. Reiner Schorer muss also genau wissen, wieviel er für einen Brillantring geben kann oder für ein Handy. Besonderes Augenmerk legt er aber auch auf Kunstbeleihung – so bringen ihm Kunden schon mal ein Richtschwert aus dem 17. Jahrhundert oder ein Picasso-Gemälde. Solche Pfänder werden natürlich wieder von ihren Besitzern ausgelöst. Doch kommt es auch vor, dass Kunden nicht in der Lage sind, ihre beliehenen Gegenstände auszulösen. Wird ein Pfand nach vier Monaten nicht ausgelöst oder wird der Pfandvertrag nicht verlängert, muss der Gegenstand versteigert werden. So will es das Gesetz.

Dann wird Reiner Schorer zum Auktionator – und die Besucher einer Pfandauktion hoffen auf Schnäppchen. Immerhin werden Kunstgegenstände und Schmuck versteigert, die einen Wert von über 100.000 Euro haben. Nicht immer sind die Pfandstücke so viel wert. Und Reiner Schorer spürt wie viele Pfandleiher früh, wenn die Zeiten schlechter werden. Besonders in Großstädten mit hoher Arbeitslosigkeit ist der Gang zum Pfandhaus dann oft die letzte Möglichkeit, die Perlenkette der Großmutter oder die Uhr des Vaters gegen Bargeld einzutauschen. Gerade zur Weihnachtszeit zeigt sich, dass viele Menschen in Not zum Pfandleiher gehen, damit es zum Fest wenigstens ein paar Geschenke gibt. Für Reiner Schorer wird sich sein großer Wunsch wohl erst mit der Rente erfüllen, denn in den Urlaub kann er fast nie gehen, sagt er – ein Kunde könnte ja sein Pfand auslösen wollen … „30 Minuten Deutschland“ über einen Beruf, der jeden Tag anders ist – und über Menschen, die etwas versetzen müssen – ein Blick hinter die Kulissen des Pfandgeschäftes.

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