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V1 - Fieseler Fi 103 / V2 - Aggregat 4

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Published on Nov 3, 2013

Die Fieseler Fi 103 war der erste militärisch eingesetzte Marschflugkörper. Sie wurde als eine der „Wunderwaffen" in der NS-Propaganda des Zweiten Weltkriegs auch V1 (Vergeltungswaffe) genannt. Die Entwicklung der Gerhard-Fieseler-Werke in Kassel trug den Tarnnamen FZG 76 (Flakzielgerät) und war im Frühjahr 1944 einsatzbereit. Von Juni 1944 bis März 1945 wurden ca. 12.000 Fi 103 von der Wehrmacht hauptsächlich gegen Ziele in England (London) und Belgien (Hafen von Antwerpen) eingesetzt.

Das im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums ab Mitte 1942 entwickelte „Ferngeschoß in Flugzeugform" war mit fast einer Tonne Sprengstoff bestückt und wurde daher umgangssprachlich auch „Flügelbombe" genannt.Die Idee einer mit einem Verpuffungsstrahltriebwerk ausgerüsteten „fliegenden Bombe" wurde bereits 1934 von Professor Georg Hans Madelung und Dipl.-Ing. Paul Schmidt dem Reichsluftfahrtministerium vorgelegt. Obwohl die Vorschläge daraufhin verworfen wurden, entwickelte nach dieser Idee Ende der 1930er-Jahre Fritz Gosslau von der Firma Argus Motoren Gesellschaft in Berlin für das RLM unter dem Codenamen „Fernfeuer" einen ferngesteuerten unbemannten Flugkörper, der anfangs noch von einem Kolbenmotor angetrieben werden sollte. Ab 1940 wurden die Arbeiten von Schmidt und Gosslau bei Argus koordiniert. Anfang 1942 wurde Robert Lusser von der Firma Fieseler für das Projekt gewonnen, der den Flugkörper der Fi 103 entwarf. Am 19. Juni 1942 vom RLM der Auftrag an die beteiligten Firmen erteilt, das Projekt zur Serienreife zu entwickeln. Zusammen mit dem Team von Argus, die das Pulso-Schubrohr Argus As 014 für den Antrieb lieferten, brachte Lusser das Projekt zur Serienreife. Der erste Test einer Fi 103 erfolgte auf der Insel Usedom am 24. Dezember 1942 in der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West auf drei eigens dafür errichteten Startrampen. Weitere Rampen für die Erprobung befanden sich bei Zempin auf Usedom.

Der Flugkörper war für die damalige Zeit ein recht komplexes Gerät: in kugelförmigen Behältern wurde Druckluft für den Betrieb des Kreiselkompasses zur automatischen Kurskorrektur, die Betätigung der Seiten- und Höhenruder und zur Treibstoffförderung mitgeführt; zur Ermittlung der zurückgelegten Strecke trieb ein kleiner Propeller an der Spitze („Luftlog") ein Zählwerk an, das beim Erreichen einer voreingestellten Strecke durch Abstellen des Triebwerks und Abkippen der Höhenruder den Absturz auslöste. Ein Aufschlagzünder brachte dann die Sprengladung von 850 kg im Gefechtskopf zur Detonation. In den serienmäßigen V1 kam eine Funk- bzw. radargestützte Steuerung nicht zum Einsatz.

Das Triebwerk war ein Verpuffungsstrahltriebwerk (Schmidt-Rohr) vom Typ As 014, das nach dem von Paul Schmidt erfundenen Prinzip des intermittierenden Pulso-Schubrohrs arbeitete. Es war sehr viel einfacher aufgebaut und damit deutlich billiger als die zu dieser Zeit bereits verfügbaren Turbojet-Triebwerke. Die geringere Lebensdauer und Wirkungsgrad waren bei einem Marschflugkörper akzeptabel.

Die Fi 103 startete normalerweise von einer Startrampe (nach ihrem Konstrukteur, dem Kieler Unternehmer Hellmuth Walter, Walter-Schleuder genannt), die eine Länge von 48 m und eine Höhe von bis zu 6 m aufwies.[3] Später wurde sie auch von Flugzeugen abgesetzt, vorzugsweise von der He 111H-22.[4] Herbst/Winter 1944/45 startete das Kampfgeschwader 53 regelmäßig von norddeutschen Basen zum V1 Einsatz. Den letzten V1 Einsatz auf London am 5. Januar 1945, flog dieses Geschwader.Seit Ende der 1930er Jahre entwickelten deutsche Ingenieure unter der technischen Leitung von Wernher von Braun in Peenemünde die Flüssigkeitsrakete "Aggregat 4" (A4). Am 3. Oktober 1942 gelang der erste erfolgreiche Start einer A4-Rakete, die bei einer Brenndauer von 58 Sekunden 190 Kilometer weit flog. Als Braun im Juli 1943 im ostpreußischen Hauptquartier "Wolfsschanze" bei Rasteburg Hitler vom Entwicklungstand der A4-Raketen berichtete, befürwortete dieser vor dem Hintergrund der immer häufiger werdenden militärischen Misserfolge die Forschungen der Ingenieure. Braun projektierte bereits die nicht mehr gebauten Flugraketen A9 und A10 mit interkontinentaler Reichweite, die mit einer Geschwindigkeit von mehr als 4.000 Stundenkilometern den Atlantik überqueren und die Vereinigten Staaten von Amerika angreifen sollten. Die A4 hingegen wurde mit 1.000 Kilogramm schweren Sprengköpfen bestückt und in "Vergeltungswaffe" 2 (V2) umbenannt. Sie hatte bei einer Geschwindigkeit von über 5.000 Stundenkilometern und 90 Kilometern Flughöhe eine Reichweite von 400 Kilometern. Die gesamte Flugzeit nach London dauerte nur 320 Sekunden. Nachdem am 7. September 1944 die erste V2 auf die britische Hauptstadt abgefeuert wurde, starteten bis Ende März 1945 über 3.000 Raketen mit Zielen in England, Belgien und Frankreich.

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