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Galerie.Z | Christian Ruschitzka "Deklinationen des Körpers" | Vernis. Do 17. Okt. 2013

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Published on Nov 15, 2013

Deklinationen des Körpers

Der Normalzustand des Körpers ist die aufrechte Haltung. Krümmt er sich, stellt sich die Frage nach dem Warum. Hier setzt Christian Ruschitzka an mit seinen Arbeiten zur Haltungsforschung. Ihn interessiert, was den Menschen aus dem Lot bringt. Seine Untersuchungen sind dabei interkulturell und reichen vom Alpenraum bis nach Japan, das Christian Ruschitzka von mehreren Langzeit-Aufenthalten gut kennt. Sein Krümmling, eine prothesenartige Skulptur, erforscht da etwa die Verbeugung als soziale Geste wie sie in Japan eine zentrale Rolle spielt. Der Krümmling erlaubt nämlich eine fast mathematisch präzise Festlegung des Verbeugungswinkels und verweist damit ironisch auf den japanischen Etikette-Guru Norio Yamanaka. Der hat die Verbeugung nämlich genauestens kategorisiert: Zur bloßen Anerkennung wird da die Rumpfbeuge um 15 Grad vorgeschrieben, 45 Grad sind angemessen zum korrekten Gruß und 75 Grad als Respektbezeigung. Der 90-Grad-Winkel ist als Ehrerbietung dem Kaiser gegenüber reserviert.
Eine kollektive Schräglage ganz anderer Natur hat Christian Ruschitzka bei den Bäuerinnen im steirischen Alpenraum beobachtet. Da sind es aber keine sozialen Zwänge, sondern archaische Arbeitsprozesse wie Sammeln, Ernten oder Jäten, welche die Menschen knicken. Diese uralten Bewegungsabläufe und Haltungen reduziert Christian Ruschitzka auf wenige Linien und entwirft damit ein ganz basales Vokabular der Körperspannungen.

©Wolfgang Popp

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