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euronews right on - Wenn der Urlaub zum Alptraum wird

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Published on Jun 15, 2012

http://de.euronews.com/ Millionen von Europäern wünschen sich einen Traumurlaub und geben dafür viel Geld aus. Was tun, wenn es ein Alptraum-Urlaub wird? Wenn es das Ferienparadies aus dem Prospekt, für das man bezahlt hat, gar nicht gibt?
"Man ist natürlich wütend, richtig wütend! Man hat sich so auf die Reise gefreut, und sie hat viel Geld gekostet." Das sagt eine Betroffene, Lena Samuelsson aus Stockholm.
Schweden gehört zu den Ländern mit den meisten Buchungen von Pauschalreisen. Hier haben kürzlich dreizehn Familien einen Rechtsstreit mit einem großen Reiseveranstalter gewonnen, nach einem Urlaub des Grauens in Ägypten.
Lena Samuelsson berichtete uns, sie habe ein Fünf-Sterne-Hotel mit spektakulärer Wasser-Landschaft gebucht. Doch bei der Ankunft stellte sich heraus: Die Anlage war noch eine Baustelle. Als Ersatz wurde ein Hotel in der Nähe angeboten. Aber die Familien sagten, das Haus sei überfüllt gewesen, oft habe es kein Wasser gegeben, dafür aber diverses Ungeziefer.
Seamus Kearney von Euronews fragt: "Hätten Sie sich je vorstellen können, das man Urlauber in diesem Hotel unterbringen wollte? gegen Bezahlung?"
Lena Samuelsson: "Nein, es war ekelhaft."
"Sie waren wohl ziemlich wütend bei dem Anblick?"
"Ja, und die Wut kommt wieder hoch, wenn ich die Bilder sehe."
Der Reiseveranstalter in Schweden musste den Familien 75 Prozent der Zahlungen zurückerstatten.

Lena Samuelsson: "Wenn man in die Broschüre schaut, sieht man nur schöne Bilder. Ein schönes Hotel. Aber das war kein echtes Photo. Das war mit einem Computerprogramm gemacht. Das kann man nie wissen. Ich weiß nicht, welchen Rat ich geben kann. Man muss dem Unternehmen vertrauen. Und wenn man nach dem Urlaub nicht zufrieden ist, muss man sich beschweren. Das kann man tun. Aber man braucht Kraft, um das bis zum Ende durchzustehen."
Ein besonderes Schiedsgericht ist in Schweden für Rechtsstreitigkeiten nach Urlaubsreisen zuständig. Die Zahl derartiger Streitfälle habe in letzter Zeit zugenommen, sagt die leitende Richterin, Britta Ahnmé Kågerman: "Am besten ist es, wenn man die Dinge selber regeln kann. Aber wer sich an uns wendet, statt an ein Gericht, hat den Vorteil, dass unsere Hilfe kostenlos ist, aber juristisch einwandfrei - wie vor Gericht. Über jeden einzelnen Disput entscheidet ein Richter. Dazu kommen vier Beauftrage; zwei von ihnen werden von Handelsorganisationen ernannt, und zwei von Verbraucherverbänden. Es kommt hier also viel Kompetenz zusammen."

Der Schiedsspruch ist zwar nicht bindend, aber 75 Prozent der Unternehmen befolgen die Entscheidungen zum Vorteil des Verbrauchers.
Die Gefahren nehmen derweil weiter zu, denn nie zuvor wurden so viele Reisen online gebucht, im Internet. Maria Wiezell vom schwedischen Verbraucherverband sagt:
"Es ist sehr leicht, eine Reise in das falsche Land zu buchen, für den falschen Zeitraum, und mit falschem Namen. Änderungen sind dann oft sehr schwer zu bewerkstelligen, mitunter gar nicht. Und oft gehen Reiseveranstalter pleite oder unterstehen einem Insolvenzverwalter. Welchem Unternehmen man vertrauen kann, ist schwer zu sagen."

Das ist ein Grund, weshalb die EU-Bestimmungen derzeit überprüft werden. Die EU-Richtlinie über Pauschalreisen stammt aus dem Jahr 1990. Seitdem hat sich der Markt geändert, vor allem durch Billigfluggesellschaften und den Internet-Boom. Außerdem werden feste Pauschal-Angebote zunehmend erweitert durch Urlaubspakete, die die Verbraucher selbst schnüren. An manchen dieser sogenannten dynamischen Pakete sind mehrere Anbieter beteiligt, mehrere Websites. Die gegenwärtigen Pauschalreise-Bestimmungen der EU sind hier oft nicht anwendbar.

Die Reformpläne werden von Verbraucherverbänden begrüßt, auch in Irland, einem weiteren Land mit einem besonders großen Marktanteil der Pauschalangebote.
Das Thema Kundenrechte beherrscht die aktuelle Ausgabe der größten Verbraucherzeitschrift des Landes. Rechte von Flugpassagieren werden erläutert. Einige Vertreter der Reisebranche sehen keinen Bedarf für eine Neuregelung, aber der Herausgeber von Consumer Choice, Dermott Jewell vom irischen Verbraucherverband, entgegnet:
"Ich finde, sie müssen die einfache Realität zur Kenntnis nehmen: Es sind Bürger, die innerhalb der Europäischen Union reisen und ihr Geld ausgeben. Wenn es keine angemessenen und einfachen Bestimmungen gibt, um sie zu schützen, werden sie ihr Geld zurückhalten, werden schließlich nicht mehr reisen, und das will niemand, jedenfalls nicht in Europa. Wenn wir unsere Grenzen öffnen wollen, müssen wir dies mit Verbraucherschutz tun. Das ist keine große Forderung."


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