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Studiogast: Prof. Koelsch,Hirnforscher | Projekt Zukunft

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Published on Jan 18, 2010

Gerade bei Kindern hat musikalisches Training eine ganze Reihe von positiven Effekten für die Entwicklung des Gehirns.
DW-TV: Was macht Musik in unserem Gehirn? Stefan Koelsch ist nicht nur Hirnforscher von der Freien Universität Berlin,er ist auch Psychologe und Soziologe und er ist studierter Musiker. Herr Koelsch,hat Sie denn das Geigespielen schlauer gemacht?

Stefan Koelsch: Nein,das kann man so bestimmt nicht sagen. Aber man kann sagen,dass gerade bei Kindern musikalisches Training,die Beschäftigung mit einem Instrument eine ganze Reihe von positiven Effekten für die Entwicklung des Gehirns hat.




Muss denn ein Dreijähriger schon wissen,was ein Kontrabass ist oder was piano oder forte bedeuten?

Nein,das muss ein Dreijähriger natürlich nicht. Und es gibt ja auch eine ganze Menge Menschen auf der Welt,die zu diesen kulturellen Errungenschaften sowieso keinen Zugang haben. Aber was der Entwicklung des Gehirns von Kindern hilft ist,wenn sie zum Beispiel trainieren,fein zu hören,ihre Bewegungen fein abzustimmen,wenn sie trainieren,was sie mit ihren Fingern und mit ihrer Atmung spüren mit dem zu integrieren,was sie dann auch hören. Und das hat in der Entwicklung des Gehirns sehr positive Effekte auf die Sprachentwicklung,es hilft Sprachentwicklungsstörungen zu minimieren,es kann sogar helfen für mathematische Fähigkeiten und soziale Fähigkeiten usw. da gibt es durchaus eine ganze Menge positiver Effekte auf das Gehirn.

Jetzt gibt es Mütter,die spielen bereits ihrem ungeborenen Baby in ihrem Bauch Mozart vor. Ist das sinnvoll oder Quatsch?

Da gibt es noch keine empirischen Studien dazu. Ich selbst bin da sehr skeptisch. Ich kann aber empfehlen,daß zum Beispiel die schwangere Mutter,oder auch der werdende Vater schon während der Schwangerschaft singen,denn das Kind kann diese Melodien nach der Geburt wiedererkennen und das hat dann einen sehr beruhigenden Effekt auf das Neugeborene.

Wenn wir einen gesprochenen Satz hören,dann hören wir ob er grammatikalisch richtig ist oder nicht. Sie sagen das ist bei Musik im Prinzip auch so,können Sie mir das erklären?

Das ist richtig,wenn Sie erst einmal in einer Kultur groß werden,dann extrahiert und erkennt unser Gehirn automatisch die Regeln der Musik,die wir jeden Tag hören. Des wegen erkennt unser Gehirn auch automatisch,wenn irgendetwas diesen Regeln nicht entspricht. Und das ist unabhängig davon,ob derjenige Musik studiert hat,oder Musikprofi ist oder jemand ist,der einfach gerne Musik hört.




Und was ist mit unmusikalischen Menschen?

Die gibt es gar nicht,denn das Gehirn ist von Natur aus interessiert an Musik. Ganz viele Aspekte unserer Sprache sind ja auch musikalisch. Die Sprachmelodie geht rauf und runter,wir sprechen mit einem Rhythmus. Unser Gehirn liebt sozusagen Musik und ist von daher erst einmal nicht unmusikalisch.

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