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Dilettantische Rekrutenwerbung des österreichischen Bundesheeres (Austrian Armed Forces Ad)

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Uploaded on Jan 28, 2010

wieder einmal etwas erheiterndes aus dem land der kellerexzesse und der ewiggestrigen. das österreichische bundesheer ruft alle strammen burschen und feschen mädels auf, sich dem dienst an der waffe für das vaterland zu verschreiben. denn heute wie damals gilt: "wir waren das erste opfer (hitlers) und es war doch gar nicht alles so schlecht."

nur blöd, dass man dies in form eines werbespots versucht, der eine ganz neue kategorie des fremdschämens eröffnet.

wer sich einmal ausführlicher mit den abgründen österreichs beschäftigen möchte, u.a. die filme ulrich seidls sowie die literarischen werke elfriede jelineks bieten hier einige einblicke in die dunkle seele des alpenstaates.

im übrigen ist es weder meine absicht österreicher noch das land an sich zu verunglimpfen. aber ich habe ein jahr dort ge- und erlebt, wie vor allem das kleinbürgertum sich aus teils äußerst rechten und rückwärtsgewandten klienteln rekrutiert. phänomene wie der ortstafelsturm sind sind hier spezifisch österreichische auffälligkeiten.

mehr dazu in meinem neuesten video!

Ein großes Dankeschön geht an Ö3 für die Einbettung meines Videos!

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Dieser Schuss ging nach hinten los: Das österreichische Bundesheer wollte mit einem albernen Macho-Video für den Wehrdienst werben. Feministinnen im Land liefen Sturm gegen das frauenfeindliche Werk - mit Erfolg.

Hamburg - Der Werbespot hat fast alles, was junge Leute gemeinhin spannend finden: schicke Mädels, tolle Autos, flotte Beats für die Herren und kernige Jungs für die Damen.

Dem Video des österreichischen Bundesheeres fehlt leider nur eines: Ironie.

Breitbeinig sitzt da ein muskelbepackter, glatzköpfiger Mann auf dem Kühler seines Sportwagens. "Hey, Mädels, wollt ihr eine Spritztour machen mit einem flotten Flitzer?", fragt er keck zwinkernd eine Gruppe junger Frauen. Die Kamera zoomt verheißungsvoll auf ein Dekolleté, zeigt lange Beine in engen Stiefeln.

Doch die Reaktion der vier Damen ist verhalten. Nein, man passe ja gar nicht in das enge Gefährt, nörgeln sie. Was für ein Glück, dass gerade aus einer Nebelwand gegenüber ein Panzer des österreichischen Bundesheeres hervorprescht und mit einer Vollbremsung vor dem Grüppchen zum Stehen kommt.

Ein fescher Soldat entsteigt dem Kettenfahrzeug und offeriert eine Rundfahrt. Dieses Angebot kommt bei den Damen weit besser an als der Trip im schnöden Sportwagen. Als der Tank davonbraust - übrigens ohne eine der Frauen mit an Bord zu nehmen - laufen sie dem Gefährt sogar aufgeregt hinterher, um doch noch ein Plätzchen zu ergattern.

"Kommt zum Bundesheer", lautet die frohe Botschaft an "die Jugend ab 18". Denn alles andere sei "Alltag", heißt es zur Begründung. Der Spot ist - oder besser: war - Teil der Kampagne "Heer 4U", mit der Austrias Armee auf der eigene Website um Rekruten buhlt. Jetzt allerdings hat das Bundesheer das Filmchen kassiert - auf Veranlassung von Verteidigungsminister Norbert Darabos.

"Vollkommen unzeitgemäß"

Das lag nicht an der dilettantischen Machart - bei den Schauspielern hat man offenbar gespart. Die Laiendarsteller - im wahren Leben ein Disco-Türsteher und vier Hotelfachschülerinnen - erscheinen im Kontext des ohnehin schlecht gemachten Films vor allem unprofessionell. Viel verheerender wirkte jedoch der offen vorgetragene Sexismus.

"Das Video ist absolut niveaulos und peinlich", empört sich Judith Götz vom Referat für feministische Politik der Österreichischen HochschülerInnenschaft. "Es ist vollkommen unzeitgemäß, so eindeutig sexistisches Bildmaterial zu zeigen, wo doch längst auch Frauen in den Streitkräften arbeiten", sagte sie SPIEGEL ONLINE. Kein Wunder, schließlich sei das Militär ein typischer Ort, an dem Männlichkeit "konstruiert, sozialisiert und reproduziert" werde, so die Politologin.

Hergestellt wurde das umstrittene Video in der Abteilung Personalmarketing des Heeres, das sich bei der Entwicklung laut eigenen Angaben gern von Studenten der Filmakademie Wien unterstützen lässt. "Unser Clip ist so deppert, dass es schon wieder genial ist", verteidigte Marketing-Mitarbeiter Oberst Johann Millonig in der "Süddeutschen Zeitung" den Film tapfer.

Im Verteidigungsministerium gibt man sich defensiver. "Natürlich haben wir bewusst mit Klischees gearbeitet", sagte Sprecherin Ute Axmann SPIEGEL ONLINE. Schließlich überschreite die Werbung oft bestimmte Grenzen. "Aber wir nehmen Rücksicht auf die Gefühle der Bürger." Deshalb habe man das Video von der Website entfernt.

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