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Tangerine Dream - 1986 Green Desert

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Published on Sep 6, 2014

Chris Franke Percussion,VCS3 Synthi,PRX II Rhythm Controller
Edgar Froese Mellotron,Guitar,Solina Strings,Mini Moog,Phaser

1. Green Desert 19:25
2. White Clouds 5:01
3. Astral Voyager 7:03
4. Indian Summer 6:53

Rezensionen von: Siggy Zielinski

Man schrieb das Jahr 1973. Peter Baumann (angeblich auf Nepalreise) stand zeitweilig nicht zur Verfügung (das sollte bei ihm später zur Gewohnheit werden), da nahmen Edgar Froese und Chris Franke einige Stücke auf, und zwar mit dem Hintergedanken auf diese Weise den Entscheidungsträgern (oder war es nur einer?) von Virgin Records Tangerine Dream als Vertragspartner schmackhaft zu machen.

Die vier Tracks von 1973, die Franke und Froese damals als Duo aufnahmen, wurden 1984 von Edgar Froese nachbearbeitet und unter dem Titel "Green desert" zuerst 1986 als Teil der LP-Box "In the beginning" und dann als separate Veröffentlichung der Welt präsentiert.

Das Stück "Green desert" beginnt mit synthetischem Summen und Flirren. Dieses geht in ein ebenso ausgedehntes wie getragenes Gitarrensolo von Froese über, wobei er von kreativem und treibendem Schlagzeugspiel Chris Frankes, sowie von allerlei elektronischen Sounds wie Streicher oder Chöre begleitet wird. Franke, ein damals geschätzter Schlagzeuger, soll sein Drumkit nach diesen Aufnahmen übrigens verkauft haben.Die elektrische Gitarre verstummt im weiteren Verlauf und man hört nur geschäftigtes Schlagzeug und schwebende Teppiche aus Mellotron und Synthies, bis schließlich eine von sparsamen Akkorden unterstützte lyrische Melodie einsetzt.

"White Clouds" hat eine interessante Kombination aus lebhaftem Schlagzeug und heller Synthiekulisse zu bieten. Das Stück wird von einer verhalten optimistich wirkenden Melodie durchzogen.

"Astral Voyager" wird von einem schnellen, Sequencer-ähnlichen Motiv getragen, und klingt mit seinen digital anmutenden Sounds sehr nach einer intensiven froesischen Nachbearbeitung, sprich mehr nach 1984 als nach 1973. Wenn man Froeses ausgeprägte "Verbesserungsader" kennt, so wird diese Einschätzung fast zur Gewissheit. Wie "Astral Voyager" im Original klang wird man vielleicht nie erfahren.

"Indian Summer" bietet Wellenbewegungen und verstreute Streicherakkorde, die schon wieder verdächtig modern rüberkommen. Dieses Klangbild ist von delikaten Melodielinien durchsetzt. Tja, "Astral Voyager" und "Indian Summer" sind zwar bezaubernd ausgefallen, würden aber am ehesten auf eines der beiden letzten Soloalben von Froese passen. Damit werden die nur wenig mit Aufnahmen von 1973 gemein haben.

Falls hier einer bei "recorded 1973" Etikettenschwindel vermutet, so hat er wohl nur teilweise recht : die zwei ersten Stücke sind vermutlich remixte 73er-Aufnahmen, bei den zwei letzten fällt es einem allerdings schwer, an was anderes als an spätere Froese-Soloaufnahmen zu glauben.So etwas versteht Froese wahrscheinlich unter "additional recordings", wie im CD-Booklet von "Green desert" beschrieben.

Nichdestoweniger ist die vorliegende Version von "Green desert" musikalisch interessant ausgefallen. Die Alt-Tangerine Dream-Fans dürfen hier noch die unverfälschten Schlagzeugkünste von Chris Franke bestaunen, ansonsten liegt hier mal wieder ein Beispiel für Froeses seltsamen Umgang mit Altaufnahmen vor, was in diesem Fall jedoch ziemlich überzeugende Ergebnisse gebracht hat.

Man kann hier und da nachlesen, dass diese Aufnahmen als ein Übergang zwischen schlagzeugorientertem Album "Atem" und Sequencer-dominiertem Werk "Phaedra" gesehen werden könnten. Da könnte eventuell was dran sein, kann ich nur sagen.

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