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AndreasWeber - Für eine erotische Ökologie

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Published on May 26, 2015

Kann es sein, dass unser Planet weniger an einer Umwelt- und Finanzkrise leidet, als an einem Mangel an Liebe? Diese These stellt der Philosoph und Biologe Andreas Weber in seinem Buch "Alles fühlt" auf und meint damit Liebe als Austausch von Gaben.

Bei der Sonntagsmatinee zum Abschluss der Tage der Utopie 2015 sprach Andreas Weber über "Lebendigkeit. Eine erotische Ökologie".

Andreas Weber erzählte dabei, wie im Rahmen seines Biologie-Studiums ein Professor einen Behälter voll Fliegen brachte und diese mit einem Schlag mit einem in eine Flüssigkeit getränkten Wattebausch tötete, damit die Studenten sie erforschen konnten. Wir töten das Leben, um mehr über das Leben herauszufinden, das erschien Andreas Weber absurd.

"Im Rahmen des derzeitigen biowissenschaftlichen Paradigmas erklären wir das Leben, indem wir es auf kausal-mechanische Prinzipien zurückführen", sagt er. Dabei werde das ausgeblendet, was wir brauchen, um zu verstehen, was Leben ist und was es heißt, lebendig zu sein. Weil wir das Leben nicht verstehen, verstehen wir uns selbst nicht und auch nicht, was uns mit anderen Lebewesen verbindet.

Dabei sind wir Teil der Natur, und wie alle anderen Lebewesen auch, verwandeln wir uns auf materieller Ebene permanent. Wir nehmen Kohlenstoff aus der Nahrung auf, bauen ihn in unsere Körperzellen ein und geben ihn wieder ab. Trotzdem haben wir das Gefühl einer dauerhaften Identität. Das heißt, wir sind wie alles Lebendige ständig auf der Kippe zwischen Leben und Sterben.

"Wir verstehen die Verletzlichkeit eines anderen Lebewesens, weil wir selbst in einem verletzlichen Körper stecken und diese Sorge um die eigene Identität kennen", so Andreas Weber. Das könnte ein wichtiges Instrument der Erkenntnis sein, das von der Biologie und der Ökologie aber nicht wahrgenommen wird. Die Biologie stehe damit am selben Punkt, an dem die Physik Anfang des 20. Jahrhunderts stand: Sie muss lernen, festzustellen, dass es zwischen dem Beobachter und dem, was er beobachtet, eine Verbindung gibt, die das Beobachtete zugleich verändert.

Die ökologische Wirklichkeit ist ein Beziehungssystem, Liebe eine ökologische Praxis.

Erotische Ökologie ist also eine Ökologie, die mich selbst betrifft. Lieben lernen heißt nach Andreas Weber, sterben lernen.

Und so müssen wir verstehen, dass wir eins sind mit unserem Planeten und allem Lebendigen darauf, denn was man liebt, wird man (hoffentlich) auch retten.

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