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Nationalhymne Feuer Nacht

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Published on Sep 30, 2008

6. Dezember 1992, proT-ZEIT, München, Steinseestr. 2.

"Nationalhymne Feuer Nacht" ist der siebte Teil aus "Göttin, Ärztin, Braut und Ziege" (Die Donau), Nibelungen & Deutschland Projekt (II-1), Premiere am 4. Dzember 1991, proT-ZEIT, München, Steinseestr. 2, von Alexeij Sagerer mit Christine Landinger (Die Tänzerin), Cornelia Mélian (Die Sängerin), Agathe Taffertshofer (Die Brunhilde), Ruth Geiersberger (Die Kriemhilde), Gesang Nationalhymne: Alexeij Sagerer und Cornelia Mélian. Quetsche: Cornelie Müller. (Kamera: Werner Prökel).

SZ vom 4. 12. 1992:
FURIEN VOR FLUSSLANDSCHAFT
Großdeutschkunst: Sagerers "Nibelungenströme"

(...) Sagerers Auseinandersetzung mit der Nibelungensage zeigt diesmal, im dritten Teil (der in der proT-Chronologie gleichwohl der zweite ist), den Kampf der zürnenden Frauen. Ruth Geiersberger im hautengen Mini-Glitzerkleid ist Kriemhilde, Agathe Taffertshofer, den weißen, mächtigen Walkürenleib mit einem grünen Fummel nur notdürftig bedeckend, spielt ihre Gegenspielerin Brunhilde. Es ist zunächst ein Kampf mit gefährlich dröhnenden Worten. "Ich bin eine deutsche Frau und mit einem deutschen Mann verheiratet", hört man da, und bald darauf: "Mein Mann hatte zweimal hintereinander einen nationalen Traum."
Wo, bitte, befinden wir uns? "In der Geschichte der Nibelungen", so verkündet der Programm-Faltkarton, "auf jeden Fall vor Siegfrieds Tod und nach Siegfrieds Wald- und Drachenkämpfen". Außerdem "mitten in familiären und gesellschaftlichen Verwicklungen, also mitten in Deutschland." Das ist keine leere Drohung: Sagerer, der sich diesmal aufs Regieführen beschränkt, präsentiert unter dem Titel "Nibelungenströme" ein Schreckensszenario. Schon die Bühne, ein metallglitzernder Tresen vor weißgetünchter Wand und über blutigrotem Boden, ist ein Ort für Metzgergesell(inn)en: Wir befinden uns im Schlachthaus Deutschland. (...) Sagerers Jagdszenen aus Nibelungenland sind nicht mehr als hellsichtige Momentaufnahmen deutschen Wahns. Er will nicht werten und nicht moralisieren, sondern nur ausstellen: Pathos und Lächerlichkeit, Horror und Schönheit liegen in diesem durch (auf vier Monitoren präsentierte) Ansichten "deutscher Ströme" gegliederten Bilderbogen nah beieinander. Das Ergebnis aber ist ein wüstes, virtuoses Husarenstück - Sagerers Beitrag zur deutschen Hybris der Gegenwart.

Wolfgang Höbel


AZ vom 4. 12. 1992
DEUTSCHE BEFINDLICHKEIT UNTER DEM SEZIERMESSER
proT: Alexeij Sagerers "Göttin, Ärztin..."

Er spielt selbst nicht mit, aber er zeigt sich als Stückemacher und Regisseur in Hochform: Alexeij Sagerer liefert in der neuen proT-Produktion "Göttin, Ärztin, Braut und Ziege" eine beklemmend böse, kühl analytische und formal glänzend stilisierte Bestandsaufnahme deutscher Gegenwarts-Befindlichkeit. Politisch geschürte Emotionen und kulturelle Traditionen unter dem theatralischen Seziermesser: Mit seinem Bericht zur Lage der Nation widerlegt Sagerer den Vorwurf, die freie Theaterszene reagiere nicht auf die aktuelle Lage. Und beweist, daß er das ihm seit über 20 Jahren anhängige Etikett des Münchener Vorzeige-Avantgardisten nach wie vor zu Recht trägt.
(...) Der deutsche Mann alias Siegfried, um den alles kreist, definiert sich durch Abwesenheit. Metallschimmernd die Breitwandszene, in der die vier hervorragenden Darstellerinnen (als Tänzerin Christine Landinger; Sängerin Cornelia Melián sprang innerhalb einer Woche für die erkrankte Ute Weber ein) den Bogen von Nibelungentreue über die geistigen (und körperlich sichtbaren) Geistesverwirrungen bis zu den lodernden Flammen der Asylheime spannen. Auch die Musik von Cornelie Müller spannt den Geigenbogen von Wagner bis zum Ratschen-Lärm des sozialen Mobbings: Irrwitzig läßt Sagerers Stimme die Nationalhymne ertönen - auf gewagter und gelungener Gratwanderung zwischen Entstellung und Glorifizierung.

Gabriella Lorenz

http://www.prot.de/BLAU/KOMPAKTBIOGRA...



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