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Christa Müller: Bubenbeschneidung ist Einfallstor für Legalisierung von Mädchenbeschneidung

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Published on Oct 31, 2012

www.change-tv.eu Christa Müller, Verein (I)NTACT gegen Beschneidung:
„Alles tun, um Legalisierung in Deutschland zu verhindern" In den letzten Monaten wurde in der Öffentlichkeit sehr engagiert und emotional über die Beschneidung von Jungen debattiert. Das Kölner Landgericht hatte die Auseinandersetzung mit seinem Urteil vom 7.5.2012 ausgelöst, das den Eingriff als Körperverletzung und damit als rechtswidrig betrachtet. (I)NTACT lehnt nicht nur die weibliche Genitalverstümmelung in allen Formen ab, sondern auch die erzwungene Beschneidung von männlichen Säuglingen und Kindern. Beide Bräuche haben große Ähnlichkeit. Die Entfernung der Penisvorhaut entspricht der Entfernung der Klitorisvorhaut und damit einer - wenn auch leichteren - Form der weiblichen Genitalverstümmelung. Entstehungsgeschichte, Verbreitung und Begründungen gleichen einander. Die religiös motivierte Beschneidung von männlichen Säuglingen und Kindern ist Körperverletzung. Jede Operation und jede Narkose birgt Risiken, selbst wenn sie von Ärzten im Krankenhaus durchgeführt wird.
Sexuelle Beeinträchtigungen werden totgeschwiegen
Nach heutigem Stand der Medizin liegt die Rate der Komplikationen nach einer Beschneidung bei zwei bis zehn Prozent. Das macht sie zu einem riskanten Eingriff. Zu den häufigsten Problemen nach der Operation zählen Schmerzen, Harnverhaltung sowie Harnröhrenverengungen. Sogar Todesfälle durch Verbluten und Infektionen passieren immer wieder. Auch seelische Probleme und Traumata durch die gewaltsame Beschneidung treten auf, sowie funktionale Einschränkungen der Sexualität, die von Betroffenen meistens totgeschwiegen und tabuisiert wird. Ein Zusammenhang zwischen sexuellen Beeinträchtigungen und männlicher Beschneidung wird oftmals gar nicht als solcher erkannt, da die Entfernung der Vorhaut bereits im Säuglings- oder Kindesalter stattfand und der Vergleich zur Sexualität mit intakter Vorhaut fehlt. In Internetforen berichten Erwachsene jedoch anonym über die gravierenden negativen Auswirkungen.

Bubenbeschneidung verstößt gegen Kinderrechtskonvention
Die Beschneidung von Mädchen und Jungen verletzt das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, auf Selbstbestimmung und auf religiöse Freiheit. Auch gegen die Kinderrechtskonvention wird verstoßen. Die deutsche Bundesregierung hat sich mit ihrer Unterzeichnung dazu verpflichtet, alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen zu treffen, um gesundheitsschädliche Bräuche abzuschaffen (Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, Artikel 24,3). Die Bundesregierung beabsichtigt, die männliche Beschneidung unter bestimmten Bedingungen zuzulassen. Sie bewertet den Eingriff und seine Folgen zwar als nicht unerheblich, aber als komplikationsarm, wenn er nach den Regeln ärztlicher Kunst durchgeführt wird. Der Gesetzentwurf sieht darüber hinausgehend vor, die Durchführung auch Personen zu gestatten, die über keine ärztliche Qualifikationen verfügen. Mit ihrer Auffassung steht die Bundesregierung im Widerspruch zu den kinderärztlichen Verbänden der meisten westlichen Länder.

Auch Mädchenbeschneidung könnte legitimiert werden
Durch die Verharmlosung der männlichen Beschneidung erhalten Eltern zu Unrecht einen Legitimation für diesen Eingriff. Die Bundesregierung kommt zu dem absurden Schluss, die männliche Beschneidung diene dem Kindeswohl. Der Gesetzentwurf ist nicht vereinbar mit dem im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegten Recht von Kindern auf gewaltfreie Erziehung. Hiernach muss der Staat eingreifen, wenn Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder ohne Gewalt aufzuziehen. Da die Beschneidung von Jungen keine Heilbehandlung ist und die Betroffenen nicht eingewilligt haben, verstößt sie außerdem gegen die ärztliche Ethik. Die Legalisierung der männlichen Beschneidung wird dazu führen, dass die leichteren Formen der weiblichen Genitalverstümmelung ebenfalls straffrei durchgeführt werden können. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung ist somit das Einfallstor für die Erlaubnis der weiblichen Genitalverstümmelung.


www.intact-ev.de

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