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Studiogast: Professor Klaus Töpfer | Projekt Zukunft

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Published on Sep 5, 2011

Zu Gast im Studi ist Professor Klaus Töpfer, Gründungsdirektor des IASS in Potsdam, einer Denkfabrik für Klimaforschung und Nachhaltigkeit, Vizepräsident der Welthungerhilfe und ehemaliger Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in Nairobi. DW-TV: Herr Töpfer, glauben Sie, dass man mit Wissenschaft Dürre-Katastrophen verhindern kann?


Klaus Töpfer: Man muss Wissenschaft intensiv mit einbinden, aber es gehört mehr dazu.DW-TV: Nämlich?


Klaus Töpfer: Wir müssen die Wissenschaft zu den Handlungsabläufen bringen. Wir brauchen Politik dazu, wir brauchen die Menschen dazu. Also, ein ganz wichtiger Beitrag muss von der Wissenschaft geleistet werden, aber es muss dann noch vieles dazukommen.DW-TV: Es gibt ja wirklich so viel Forschung, es gibt so viele kluge Ideen. Wird das denn umgesetzt?



Klaus Töpfer: Mehr und mehr kommt die Welt gar nicht daran vorbei, wissenschaftliche Ergebnisse zu nutzen. Als ich geboren wurde, hatte die Welt 2,7 Milliarden Bewohner, jetzt haben wir 7 Milliarden und im Jahre 2050, da sind meine Enkelkinder noch nicht einmal 50 Jahre alt, werden es 9 Milliarden sein und es geht auf 10 Milliarden. Die Wassermenge wird sich nicht wesentlich verändern, also müssen wir neue Möglichkeiten nutzen: Wissenschaftliche Erkenntnisse der Kreislaufführung von Wasser und eine deutliche Verbesserung der Wirkungseffizienz. Die Frage also ist: Wie kann man aus einem Tropfen Wasser mehr herausholen als jetzt. Das sind Herausforderungen.DW-TV: Und wie kann man?


Klaus Töpfer: Nehmen Sie ein konkretes Beispiel: 70 bis 75% des Süßwassers, das auf der Erde da ist, wird in der Landwirtschaft verwendet. Also muss man sich fragen, wie kann man Bewässerungssysteme effizienter gestalten? Da gibt es etwa die Möglichkeit, dass man -- was gar keine spektakuläre Vision ist - kleine Löcher in Schläuche macht. Das nennt man dann Tröpfchenberegnung, so bringt man das Wasser direkt an die Wurzel der Pflanze. Damit bekommen wir einen deutlichen Zuwachs an Ertrag pro Tropfen Wasser. Heute gehen wir schon hin und machen das unter der Erde, so dass die Verdunstung vermindert wird. Das kostet natürlich Geld. Aber das muss gemacht werden.DW-TV: Effizienz ist die eine Seite, nachhaltiges Abwassermanagement die andere. Aber es gibt ja noch eine Richtung. Es gibt die Forschung zu trockenresistenten und schädlingsresistenten Pflanzen. Was halten Sie davon?


Klaus Töpfer: Ich glaube wir sind weltweit in einer Situation, die es nicht erlaubt, dass wir eine Option von vornherein ausschließen. Und dass wir Forschung gemacht haben, um Anpassungsprozesse zu ermöglichen und zu beschleunigen, ist ja nichts Neues. Das ist immer schon gemacht worden. Mendel ist ja nun hinreichend bekannt und man hat durch"Ausmendlungen"solche Pflanzensorten gezüchtet, die besonders wenig Wasser brauchen. Aber man muss natürlich wiederum sehen: Welche Pflanzen kann man in solchen Gebieten anbauen? An vielen Stellen exportieren wir gerade aus wasserarmen Gebieten Wasser in den Produkten, in den Zitrusfrüchten, in den Tomaten. Zum anderen importieren wir Wasser durch und für Tourismus. Tourismus ist eine extrem wasserintensive Industrie. Fragen Sie mal, was so ein Golfplatz an Wasser braucht, dann wissen Sie, dass wir an vielen Stellen - und Tourismus ist für uns ein Import- sehr viel Wasser auch in dieser Form importieren. Es geht also schon darum, dass wir fragen, welche Arten sind besonders trockenresistent? Aber genauso wichtig ist, dass wir uns fragen: Welche Nutzung von Wasser ist in welchen Gebieten verantwortbar und nachhaltig.


DW-TV: Kann Ihrer Erfahrung nach Wissenschaft überhaupt helfen, wenn sich politische Rahmenbedingungen nicht ändern?Klaus Töpfer: Ich habe ja am Anfang gesagt, Wissenschaft ist zwingend notwendig, aber Wissenschaft allein reicht nicht aus. Da ist Politik und da ist persönliches Verhalten. Wir sagen immer: Wasser ist nicht eine Mengenkrise, sondern eine Investitionskrise und eine politische Organisationskrise. Wenn Sie das zusammenbringen, dann haben Sie auch Antworten auf die Probleme, die wir zu lösen haben.


(Interview: Daniela Levy)

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