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Schach Partie 1 von Philidor

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Uploaded on Jul 4, 2011

Die Anmerkungen Philidors waren (seiner Zeit gemäß) noch beschreibender Art. Die von ihm angeführten Regeln muten heute selbstverständlich bis naiv an. Für die damalige Zeit waren sie jedoch geradezu eine Offenbarung und bildeten eine wichtige Orientierungsgrundlage in den unterschiedlichen Stellungen.

"Es bedurfte noch eines Jahrhunderts (seit Greco), ehe sich der Schachstil wandelte. Begründer der neuen Stilrichtung wurde der Franzose André Danican Philidor. In die Geschichte des Schachs ist Philidor nicht nur als der stärkste Spieler Europas im 18. Jahrhundert eingegangen, sondern vor allem als der Schöpfer eines prinzipiell neuen, wissenschaftlichen Herangehens an das Schach, das sich auf die objektiven Gesetzmäßigkeiten des Positionsspiels gründet. Den italienischen Schachmeistern, die sich zum Kult des Kombinationsspiels bekannten, setzte Philidor die Positionstheorie entgegen. Er legte seine Ansichten darüber in dem Werk "Die Analyse des Schachspiels" (1749) dar. Das Buch wurde in viele europäische Sprachen übersetzt.

Mein Hauptanliegen ist es, schrieb Philidor im Vorwort, der Schachwelt einen neuen Gedanken zu offerieren. Es ging ihm um die Bedeutung der Bauern: Die Bauern sind die Seele des Spiels. Nur sie führen den Angriff und die Verteidigung. Von ihrer guten oder schlechten Aufstellung hängt im wesentlichen der Ausgang der Partie ab.

Diese Auffassung Philidors war für viele überraschend und kühn. Bis dahin hatte man die Bauern mit unverhüllter Geringschätzung betrachteet. Sie wurden leichten Herzens geopfert, oftmals für ungenügend vorbereitete und illusionäre Angriffe. Philidors Strategie gründete sich nicht auf zufällige Angriffe und taktische Überfälle, die das Produkt irgendeiner Eingebung (oder einer schwachen gegnerischen Verteidigung) waren, sondern auf die klare Bewertung der Kräfteverteilung. Dazu zählte er bestimmte Kriterien in der Stellung, wie die Bauernstruktur, aber auch die Absicherung des Hinterlandes als die Ausgangsbasis für nachfolgende Angriffe.

Der französische Meister verlegte gern den Schwerpunkt des Kampfgeschehens auf den Damenflügel und scheute keine Vereinfachungen, wenn er in ein vorteilhaftes Endspiel abwickeln konnte. Die in diesem Stil geführten Partien endeten in den seltensten Fällen mit einem direkten Königsangriff. Nach Philidors Ansicht bestand das Ziel des Spiels mehr in der Umwandlung der Bauern in stärkere Figuren und in der anschließenden Realisierung des Materialvorteils.

Erst seit Philidor werden die Partien von der Eröffnung bis ins Endspiel von einem einheitlichen Plan durchdrungen, werden die Bewegungen der Figuren und der Bauern sinnvoll ausgeführt und die Taktik der Strategie untergeordnet. Wenn man auch Wilhelm Steinitz als den Begründer des modernen Positionsspiels anerkennt, so wurde es doch zweifellos schon durch Philidor geboren. Ein ganzes Jahrhundert - bis hin zu Morphy - gab es niemanden, der einen tieferen Einfluß auf die Entwicklung des schachlichen Denkens genommen hat als Philidor."

Karpov / Mazukewitsch

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