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Lost in Deutschland 15: Bergische Kaffeetafel

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Published on Jul 25, 2011

Als ich damals an der Universität mit Thomas Mann anfangen musste, hatte ich Angst. Die Wälzer stapelten sich haufenweise vor meinen Augen auf: Buddenbrooks, 700 Seiten; Der Zauberberg, gut 1000; Doktor Faustus in ähnlicher Dicke. Schon die „kurzen" Novellen waren um die 100 Seiten dick und fingen an mit Schachtelsätzen, deren Wörterzahl sich ebenfalls im dreistelligen Bereich bewegte.

Ich hatte weder Zeit noch Lust, mir das alles reinzuziehen. Doch es musste sein. Ich fing schweren Herzens mit Buddenbrooks an. Schon nach ein paar Seiten hatte ich mich allerdings unerwarteter Weise mit dem Text gut angefreundet. Der Autor beschrieb nämlich immer so gerne und so ausführlich, was die vornehme Familie so alles Köstliches verspeiste.

Ganz wie die Buddenbrooks selber also fraß ich mich durch die 700 Seiten. Nächste Station: Der Zauberberg, wo ich schon vermutete, dass der junge Hans Castorp nur deswegen im Sanatorium blieb, weil der Kaffee und Kuchen -- welch typische deutsche Spezialität -- so gut war.

Als ich diese etwas ungewöhnliche Theorie meinem Dozenten offenbarte, rechnete ich schon mit Spott und Hohn. Doch lehnte er sich in seinem Sessel zurück und meinte, es wäre „ eine Doktorarbeit über Mann und das Essen zu schreiben. Ebenfalls über die leidenschaftliche Beziehung der Deutschen zu süßen Mahlzeiten."

Musik: Matthew Tyas - Folkloric Stuff

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