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Marienhafe 2 ( Ostfriesland ) Brokmerland.Ev.luth.Mittagsläuten am 27.09.2009 12.00 Uhr

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Published on Sep 28, 2009

Marienhafe ist noch im 15.Jh dem Bistum Münster zugehörig.Innerhalb des Bistum war das alte Brokmerland,zudem auch Marienhafe gehört,zunächst der Propsteikirche in Hinte unterstellt.

Kritische Auseinandersetzungen mit dem Bischof in Münster hatten zur Folge,dass durch einen Sühnevertrag das Brokmerland 1250 von Hinte abgetrennt und dem bischöflichen Offizial unterstellt wurde.(Abweichung: Eine Alternativquelle besagt die Herauslösung aus der Propstei Uttum und nicht Hinte.Moßig C. Mittelalterliche Kirchengeschichte,Aurich 1995.M.Simd,Ostf.Kirchengeschichte,Pewsum 1974 verweist auf die Herauslösung aus der Propstei Hinte )

Das alte Brockmerland hatte wohlhabende und mächtige Bauernschaften, die sehr früh schon kirchliche Bauten errichteten. Die alte Bauernschaft Upgant, dieser Ort ist wesentlich älter als Marienhafe, ist der Initiator des Kirchenbaus außerhalb des Ortes. Am Nobilishof, dem späteren Marienhafe, entsteht der erste Kirchenbau der Bauernschaft Upgant ( Marienhafe ).
Die "autonomen " Bauernschaften des Brokmerlandes agierten politisch und kirchenpolitisch eigenständigt und selbstbewußt. In keinem anderen Teil des späteren Ostfrieslands sind auf einem begrenzten Raum so mächtige Bauwerke des romanischen-gotischen Übergangsstil entstanden. Erst später bildet sich das " Häuptlingswesen" heraus, die dann auch im Brockmerland mit den tom Brok ihre Machtansprüche durchsetzen.

Ab 1271 hatte sich dann nochmals die Situation im Brockmerland dramatisch zugespitzt;bischöfliche Mitarbeiter wurden aus dem Land vertrieben und tätlich angegriffen.Andere Kirchenquellen sprechen von Mord und Totschlag.
Weit vor dem Reformationszeitalter geriet die katholische Kirche des Bistums Münster hier im Brockmerland in eine schwerwiegende Krise,die später auch Auswirkungen auf die konfessionelle Ausprägung des westlichen Teiles Ostfrieslands hat.Auch die spätere Kooperation des Brockmerlandes mit den Vitalienbrüdern (Piraterie)stärkte die ökonomische Position der Brockmerländer Regenten.In den abgelegenen und tiedeabhängigen Sieltiefs der versandenden Leybucht hatte die Seeräuber beste Unterschlupfmöglichkeiten.

Die Funktion des Offizials,als Vertreter des Bischofs von Münster in der Region,hier Brockmerland,ist zu Beginn des 13.Jh.durch einen kirchlichen Beamten besetzt.Er besaß die stellvertretende bischöfliche Autorität und war ab 1267 auch als Sendrichter im Brockmerland tätig.Damit nahm der Offizial eine Sonderstellung im -kirchlichen-Rechtsleben des Mittelalter ein,der nur im Zusammenhang mit den Verhältnissen vor Ort zu erklären ist.

1276 musste somit Bischof Gerhard von Münster und sein Nachfolger Eberhard einen kirchenpolitischen Kompromiss mit dem Brockmerland eingehen.

Im Bistum Münster war die Besetzung des Propstamtes durch Laien durchgesetzt worden,anders als im Bistum Bremen,wo Geistliche dieses Amt bekleideten.Selbst Papst Alexander bestätigte 1492 diese Tatsache."Wenn die münsterische Kirche solche Propsteien und Pröpste nicht hätte,könnte sie keinen Ehebruch,keine Unzucht,keine Ketzerei,keine Wahrsagerei,keinen Aberglauben,keine Ausschreitungen,keine Laster und keine Vergehen aufhalten oder zurechtweisen,sondern sie müsste wegen der zahlreichen Laster der Menschen sehr viel Drangsale,Beschwerlichkeiten,Unruhen und andere Schaden erleiden",so der Papst 1492.Die Besetzung des Propstamtes durch Laien ist auch ein Zeichen dafür,dass hier die katholische kirchliche Macht deutlich beschnitten wird.

Geografisch ist der Ort am Geestrand angesiedelt,da sich östlich das Pleistozän ( eiszeitliche Bodenbildung )ablagerte.Nach Westen schließt sich die holozäne Marsch an.Auf dieser geografischen Linie bildeten sich mächtige Wälle,das als Siedland bezeichnet wird,da die Geest hier auf die Marsch trifft.In dieser Übergangszone entstanden die nacheiszeitlichen Geestrandmoore,die östlich der Linie Engerhafe,Marienhafe und Osteel ihre Ausprägung fanden.

Die Curia St. Mariae wurde ab 1240 als das größte Sakralbauwerk in Ostfriesland errichtet ( Klosterbauten ausgenommen ).Vorbild könnte der Osnabrücker Dom gewesen sein.Die einst dreischiffige kreuzförmige Gewölbebasilika hatte einen mächtigen sechsgeschossigen Westturm,der auch als Seezeichen eine Funktion hatte.Die Kirche ist heute nur noch einschiffig und auch der Westturm hat nicht mehr seine einstige Höhe.Besonders interessant ist die Baugeschichte im Zusammenhang mit der gotischen Bauexpansion in Nordeuropa des 12.u.13.Jh. Glockentechnik : Gerades Joch ( Glockenaufhängung ) ; Klangton `

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