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Thierry Tidrow - Die alten, bösen Lieder (Sarah Maria Sun, soprano + Johannes Fischer, percussion)

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Published on Jun 6, 2016

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Tidrow: Die Alten Bösen Lieder (2016)

Sarah Maria Sun, soprano
Johannes Fischer, percussion
Texts from Des Knaben Wunderhorn (Achim von Arnim, Clemens Brentano)
Heidelberger Frühling, Halle 02, 09.04.16
Video: Rüdiger Schestag

thierrytidrow.com
soundcloud.com/tidrow

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Texte:

1. Schuld

Es ging ein Knab spazieren,
spazieren in den Wald.
Da begegnet ihm ein Mägdelein,
gar schön war sie gestalt.

Er nahm das Mädchen gefangen,
gefangen musst du sein;
er zog ihr aus die Kleider
und schlug sie also sehr,
hat ihr genommen die Ehr.[...]

Mutter :
"Ach Jüngling, liebster Jüngling mein,
ist das nicht Schand und Spott,
dein Kopf gehört dem Galgen,
dein Leib gehört aufs Rad,
weil du's verschuldet hast."

***

2. Die Judentocher

Es war eine schöne Jüdin,
Ein wunderschönes Weib,
Sie hatt' ein schöne Tochter,
Ihr Haar war schön geflochten,
Zum Tanz war sie bereit.

Ach, liebste, liebste Mutter!
Was tut mir mein Herz so weh!
Ach, laßt mich eine Weile
Spazieren auf grüner Heide,
Bis daß mir's besser wird.

Die Mutter wandt den Rücken,
Die Tochter sprang in die Gaß,
Wo alle Schreiber saßen:
Ach liebster, liebster Schreiber!
Was tut mir mein Herz so weh.)

Wenn du dich lässest taufen,
Luisa sollst du heissen,
Mein Weibchen sollst du sein.
Eh ich mich lasse taufen,
Lieber will ich mich versaufen
Ins tiefe, tiefe Meer.
Ihr seht mich nimmermehr!

***
2(b). Sonstiges

Es bat ein Bauer sein Töchterlein
dass es doch täte den Willen sein!

***

Es starben drei Töchter an einem Tag
Sie wurden an einem Tag begraben.

***

Ein Schneider hätt ein böses Weib
Vorwitzig, stolz, doch fein von Leib
Sehr eigenwillig, frech und steil
Trug ihre Ehr auch ziemlich feil!

***

3. Höllisches Recht
Es ging ein Hirt gar früh austreiben,
Er hört' ein kleines Kindlein schreien.
Kindelein ich hör' dich und seh dich nicht.
» Ich bin in einem hohlen Baum
Und mit eichenen Rüthlein g'deckt.
Ach Alter nimm mich mit zu Haus,
Mein' Mutter hat Hochzeit zu Haus.«
Als er das Kind zur Tür nein bracht:
»Grüß euch Gott ihr Hochzeitgäst,
Dieweil die Braut mein Mutter ist.«
Wie soll ich denn dein Mutter sein,
Ich trage ja ein Kränzelein?
»Tragst du ein Kränzelein rosenrot,
Du hast schon drei Kinder tot.
's erst hast ins Wasser geschmissen,
's ander hast in Mist vergraben,
's dritt' in einen hohlen Baum,
Und mit eichenen Rütlein zugedeckt.«
Ach wie kann das möglich sein!
Kam der Teufel zum Fenster hinein,
Und nahm sie bei ihrer schneeweissen Hand,
Tut mit ihr den Ehrentanz
Und führt sie in die höllische Pein.

***


4. Zucht bringt Frucht

Es flohen drei Sterne wohl über den Rhein,
Es hätt' eine Witwe drei Töchterlein;
Die eine starb wie es Abend war
Und die Sonne nicht mehr schiene klar,
Die Andre um die Mitternacht,
Die Dritte um die Morgenwacht.

Sie nahmen sich all einander die Händ
Und kamen vor den Himmel behend,
Sie klopften leise an die Tür,
Sankt Petrus sprach: Wer ist dafür?
Es stehn drei arme Seelen hier,
Ach, macht bald auf die Himmelstür.

Er sprach: Ich muß erst zeigen an,
Welch' von euch soll in Himmel gahn,
Drauf ging er hin und fragte nach,
Die Himmelsstimme also sprach:
Die ältsten zwei sollen hier ein gehn,
Die jüngste muß bleiben stehn.

Sie schrie und sprach: Was hab ich gethan,
Daß ich hier bleiben soll bestahn?
Sankt Petrus sprach: Weil du veracht
Gotts Wort, deine Seele nicht bedacht,
So geh nun hin und siehe zu,
Wo du findest in der Höllen Ruh.

Denn wenn du in die Kirch solltst gehn,
So bliebst du vor dem Spiegel stehn,
Dein Haupt bekrönt, dein Haar geschmiert,
Und dich hoffärtig ausgeziert:
Drum geh nur fort und packe dich,
Die Hölle wird aufnehmen dich! Als sie nun vor die Hölle kam,
Da klopfte sie gar grausam an,
Der Satan sprach: Wer ist allhier?
Es ist eine arme Seel dafür!
Drauf sprang er auf, und ließ sie ein,
Und schenkt ihr ein ein glühnden Wein.

Als sie nun aus dem Becher trank,
Das Blut ihr aus den Nägeln sprang,
Er bracht sie in den höllischen Pfuhl,
Und sezt sie auf ein glühenden Stuhl,
Ja ihre Qual war übergroß,
Sie kriegte manchen harten Stoß.

Sie sprach: Das ist mein Mutter Schuld,
Daß sie mein Bosheit hat erduldt,
Und mich in Frevel lassen gehn,
Nicht einmal sauer drum gesehn,
Da meine Schwestern im Himmelssaal,
So sitz ich in der Höllen-Qual.

Was hilft mir nun mein Übermut,
Mein Reichtum, Ehre, Geld und Gut?
Was hilft mir nun all Zierd und Pracht?
Ach hätt' ich nie daran gedacht!
So säß ich nicht in dieser Flammen,
Da alle Qualen schlagen zusammen.

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