Loading...

"Landnahme des Sozialen - Dynamik und Grenzen des Kapitalismus" Prof. Klaus Dörre (1/5)

4,556 views

Loading...

Loading...

Transcript

The interactive transcript could not be loaded.

Loading...

Loading...

Rating is available when the video has been rented.
This feature is not available right now. Please try again later.
Published on Oct 10, 2011

5. Braunschweiger Gramsci Tage 2011 - "Krise der Ökonomie - Krise der Hegemonie? (7. - 8. Oktober 2011) Mehr Infos: http://www.initiative-bs.de/gramsci.html

„Landnahme des Sozialen - Dynamik und Grenzen des Kapitalismus" (Klaus Dörre)

Landnahme ist ein politisch-ökonomisches und soziologisches Konzept, das sich für die Analyse und Zeitdiagnose des Gegenwartskapitalismus nutzen lässt. In seiner Grundbedeutung besagt Landnahme, dass kapitalistische Formationen sich im Rahmen einer komplexen Innen-Außen-Dialektik entwickeln. Sie bleiben beständig auf die Okkupation und ggf. auch auf die Herstellung eines nichtkapitalistischen Anderen angewiesen. Im Anschluss an Marx' Analyse einer „ursprünglichen Akkumulation" wurde das Landnahmekonzept in unterschiedlichen Bedeutungskontexten genutzt. Aktuell bezeichnet es eine finanzgetriebene Dynamik, die sich auch innerhalb der entwickelten Kapitalismen durchgesetzt hat und dort an den Grenzen kapitalistischer Märkte ansetzt. Vormals marktbegrenzende Institutionen und Organisationsformen werden ausgehöhlt und umgeformt, raum-zeitliche Fixierungen von Kapital aufgebrochen, um im Zuge schöpferischer Zerstörung eine Revitalisierung kapitalistischer Akkumulation zu bewirken. Anders als in klassischen Standorttheorien unterstellt, wird dabei jedoch kein harmonischer Gleichgewichtszustand erreicht. Vielmehr erzeugt ein Modus operandi, der strukturelle Verwertungsprobleme mit raum-zeitlichen Verschiebungen von Kapital in die Finanzsphäre beantwortet, neue Grenzen kapitalistischer Akkumulation. In der Logik des Theorems liegt es, die ökonomisch-ökologische Doppelkrise als Ausgangspunkt eines neuen Landnahmezyklus zu deuten, in welchem sich der „Sündenfall" einer Sprengung ökonomischer „Gesetzmäßigkeiten" durch politisches Handeln wiederholt. Das„perpetuum mobile" wachstumsorientierter Akkumulation lässt sich zeitweilig wieder in Bewegung setzen, dies jedoch um den Preis neuer Systemkrisen.

Klaus Dörre, Dr. phil., Prof. für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der FSU Jena, geb. 31.07.57, Direktor des Instituts für Soziologie, Sprecher des Jenaer Zentrums für interdisziplinäre Gesellschaftsforschung (JenZiG), Direktor der DFG-Kollegforscherinnen­gruppe Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung. Dynamik und (De-)Stabilisierung moderner Wachstumsgesellschaften

Publikationen (Auswahl):
Dörre, Klaus (2011): Capitalism, Landnahme and Social Time Régimes: An
Outline. In: Time&Society 2/2011, S. 1-25. (Im Erscheinen);
Dörre, Klaus/Lessenich, Stephan/Rosa, Hartmut unter Mitarbeit von Thomas
Barth (2009): Soziologie -- Kapitalismus -- Kritik. Eine Debatte. Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Castel, Robert/Dörre, Klaus unter Mitarbeit von Peter Bescherer (Hrsg.)
(2009): Prekarität, Abstieg, Ausgrenzung -- Die soziale Frage am Beginn des 21. Jahrhunderts. Frankfurt/M. [u.a.]: Campus.

Weitere Informationen:http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_D%...

Loading...

When autoplay is enabled, a suggested video will automatically play next.

Up next


to add this to Watch Later

Add to

Loading playlists...