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Justiz und Widerstand im 3.Reich - Dokumentarspiel 1967

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Published on Jul 15, 2015

Mehr als 250 Menschen wurden zwischen 1934 und 1954 allein im Gefängnis Ffm-Preungesheim hingerichtet - und zwar politischen Gründen. Sogenannter Zweck: Beseitigung von Volksschädlingen. Aus den im Gefängnis gefundenen Akten ergeben sich die Tatvorwürfe (immer sogenannte): Fahnenflucht, Wehrkraftzersetzung, Rassenschande, Plündern, Sabotage, Landesverrat, Vorbereitung zum Hochverrat. Wer Feindsender (etwa BBC) hörte, Kriegsgefangenen oder Juden beistand, wurde, Zweifel am Endsieg äußerte, wurde ebenfalls mit dem Tode bestraft. Die verantwortlichen Staatsanwälte und Richter lebten fast alle 1962 noch, und viele waren wieder in Amt und Würden. Einflussreiche Kreise sorgten dafür, dass sie weder als Täter belangt oder auch nur die Opfer als als Justizopfer bezeichnet wurden. Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer war einer der wenigen, der ihre Bestrafung forderte. Und zwar vergeblich. Dass Gerichte im NS-Staat Unrecht gesprochen hatten, bestritt das konservative Lager bis in die 80ger Jahre. Wer nach dem Krieg eine Verfolgung von Tätern verlangte, galt als Nestbeschmutzer, Vaterlandsverräter, Kommunist. Die Adenauerregierung und die meisten Landesregierungen entließen folgerichtig von den Siegermächten verurteilte Täter frühzeitig. NS-Täter wurden nicht mehr verfolgt, sondern Mitglieder der KPD. Das rechte politische Spektrum und die meisten Deutschen waren sich einig: Keine weitere Nazischnüffelei, es muss ein Schlussstrich gezogen werden

1962 gelang es Fritz Bauer, ein Mahnmal für hingerichtete Widerstandskämpfer gegen den Widerstand der CDU und der hessischen Justiz durchzusetzen. Bei der Einweihungsfeier gestalteten Mitglieder der neuen bühne ev.(Uni Frankfurt) eine Lesung. Im Zuge der Vorbereitung lernte ich Fritz Bauer kennen. Beim letzten Treffen übergab er mir einige Fotoablichtungen von Dokumenten aus dem Archiv des Strafgefängnisses Preungesheim. Es Handelt sich um Schreiben, die allesamt dokumentierten, dass es beim Hinrichten auch unter den Nazis ordentlich zuging. Er habe das Justizministerium lieber nicht gefragt, sagte er. Und: Wir könnten doch etwas daraus machen. Mit der neuen bühne hat es nicht mehr geklappt, weil wir sie kurz darauf in Erlangen beerdigten. Die Studentenbewegung nahm Formen, es gab anderes zu tun. Ich habe dann die Briefe in ein Hörspiel eingearbeitet, das der Hessische Rundfunk mit Hans Ernst Jäger in der Hauptrolle produziert hat und von allen Sendern übernommen worden ist. (Bewilligt wurden 200 Zigaretten.)Es wurde von allen ARD-Sendern übernommen. Peter Milger. Siehe auch
www.milger.de/kalterkrieg.htm
www.milger.de/mahnmal.htm

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