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"Sinplura" / Kurzfilm 1. Lippisches Kurzfilmfestival / Thema: Migration

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Published on May 21, 2012

Dieser Kurzfilm entstand im Rahmen des 1. Lippischen Kurzfilmfestivals des Lions Club Blomberg zum Thema "Migration".

Da Krieg zu einen der Hauptursachen von Migration gehört, schien es am Sinnvollsten, zunächst einmal zu verdeutlichen, dass Krieg verharmlost wird und es schon seit langer Zeit Kriegsspiele gibt. Dazu sieht man in der ersten Szene etwas veraltetes Kriegsspielzeug und danach eines der neusten, gewaltverherrlichenden Playstation-Spiele, in denen keine grausamen Details erspart werden.
Durch den Miniatursoldatenfriedhof aus Streichölzern wird deutlich, welch horrenden Tribut die Kriegswut fordert, nämlich den Tod. Sie nimmt auch Existenzgrundlagen und vertreibt dadurch die Überlebenden.
Die beiden Schwestern und der Säugling im Film, sind Kriegsflüchtlinge. Um die Tragik des Krieges und der damit oft verbundenen Heimatlosigkeit und den Verlust der eigenen Erinnerungen/Kultur/Identität zum Ausdruck zu bringen, stirbt die Mutter des Säuglings, die letzte Verwandte, mit der die noch lebende Schwester über Erinnerungen hätte reden können. Der Säugling wird ein letztes Mal gestillt, bevor dessen Mutter stirbt. Ursprünglich sollte hier das Wiegenlied, welches zum Schluss erklingt gesummt werden, diese Idee wurde aber wieder verworfen, da der ganze Film ohne Ton, nur mit Hintergrundmusik zu sehen ist. Diese Idee entstand, da Migration jeden betreffen kann und nicht nur eine bestimmte Bevölkerungsschicht. Also durfte auch keine Sprache verwendet werden, die die Migration hätte personifizieren können.
Die Tote wird im Wasser beerdigt. Wasser bedeutet Reinheit und der "Kriegsdreck" sollte abgewaschen werden. (Es war bitterkalt, da noch im Februar gedreht wurde.)
Nach dieser Szene sieht man Blutspuren. Diese symbolisieren den geschehen Kraftverlust der nun Toten. Dann sitzt sie in der Badewanne mit dem Baby und guckt böse. Das steht für das schlechte Gewissen und die damit verbundenen Schuldgefühle der Überlebenden. Jemanden, oder Etwas zurücklassen, ist eine schreckliche Erfahrung. Hilflos sein und nichts tun können ebenso. Und da die eine Schwester das Kind der Toten hat wegnehmen müssen, wird sie lange mit dem Verlust zu kämpfen haben.
Dieser Szene, die durchaus auch etwas Gruseliges haben soll, folgt die Parkszene, in der die Schwester ohne Kind von der Schwester mit Kind verlassen wird, bzw. zurück in die Welt der Toten geht. Die beiden Schwestern berühren die Hände voneinander. Plötzlich packt die Tote die Hand der Lebenden. Dieser Moment ist sehr erschreckend und holt die Schlafende aus der Traumwelt zurück. Sie wacht schweißgebadet auf und geht zum Bett des Babys, im Hintergrund läuft eine traurige Spieluhrmelodie. Traurig, da die Zukunft ungewiss ist. Voller Zweifel, Ängste und Erinnerungen. Dennoch sind sie, zumindest physisch, angekommen in der "neuen Welt".
Doch dann fängt der Traum wieder von vorne an. Dies, in Zusammenhang mit dem Titel "Sinplura", soll die immerwährende "Migrationsproblematik" beschreiben. Denn wo es Menschen gibt, gibt es Krieg und wo es Krieg gibt, gibt es Migration. "Sinplura" soll auf die immerwährenden Probleme einer sich selbst als "pluralistisch" bezeichnenden Gesellschaft abziehlen. Rechtfertigungen und das nicht Verhindern von Krieg, sind stets an der Tagesordnung. Migration wird vermutlich nie an Aktualität verlieren.

Idee: Marie-Claire Koch

Schauspieler: Marie-Claire Koch, Maximiliane Koch, Minu Koch
(Dem Baby ging es während der Dreharbeiten gut.)

Film und Schnitt: Maximilian Droste

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