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"FRISS ODER HARTZ" Deutscher Neoliberalismus im Rückblick

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Published on Dec 1, 2015

DER SOUNDTRACK ZUM BUCH "FRISS ODER HARTZ".

Das Video ist an das Buch "Friss oder Hartz" (Laurent Joachim, BoD, 2014, http://www.frissoderhartz.com) angelehnt. Wie im Buch versinnbildlichen zahlreiche Archivdokumente die Arbeitsmarkt- und Sozialstaatsreformen der rot-grünen Schröder-Regierung ab 2003 (Agenda 2010 / Hartz IV), sowie die daraus resultierenden und bis heute andauernden Missstände auf dem Arbeitsmarkt bzw. die einhergehende Verarmung eines Großteils der Gesellschaft.

Aus dem Archivmaterial sind folgende Wortbeiträge besonders erwähnenswert: Bundeskanzler Gerhard Schröders (SPD) Verkündung der Reformen 00:00:23 Detlev Wetzel (IG Metall) über den gesellschaftlichen Wert der Arbeit: 00:20:21. Brita Hasselmann (B90/Die Grünen), Rede im Bundestag über die Bedeutung von Armut: 00:24:03. Prof. Stefan Sell (Hochschule Koblenz) über Missstände am Arbeitsmarkt: 00:37:12; 00:42:10; 00:42:39; 00:48:00; 01:05:57 (über das Aufstockungssystem); 01:12:40; 01:14:13. Ottmar Schreiner (SPD) über Hartz-IV-Sanktionen: 01:15:39. Inge Hannemann und Katja Kipping (Die Linke) über Hartz-IV-Sanktionen: 01:21:55. Gregor Gysi (Die Linke) "Die Agenda 2010 war ein einmaliger Sozialstaatsabbau": 01:23:27. Heiner Flassbeck über die Auswirkungen der deutschen Arbeitsmarktpolitik in der EU: 01:24:27. Günter Wallraff über das Buch "Die Lastenträger" (KiWi, 2014") und die Kluft zwischen Arm und Reich: 01:26:44. Ulrich Schneider (Geschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes) über den "Armutsbericht 2015": 01:32:34. Prof. Christoph Butterwegge (Universität Köln) "Bilanz nach zehn Jahren, Hartz IV war ein Reinfall": 01:34:37.

Das Buch hat 296 Seiten und 855 Fußnoten mit Verweis auf Quellen und Dokumenten. Es ist als eBuch für 9,99 Euro und als klassisches Buch für 15,- Euro überall im Handel lieferbar. Darüber hinaus ist eine eBuch Sonderausgabe mit Volltext aber ohne Quellen und Fußnoten für 0,99 Euro für kurze Zeit verfügbar. (Vorabpublikationen gab es auf Telepolis (http://www.heise.de/tp/artikel/40/401...), LabourNet.de (http://www.frissoderhartz.com/doc/int... ) und work-watch.de (http://www.work-watch.de/2014/06/wie-...).

FRISS ODER HARTZ — Seit den Hartz-Reformen vor zehn Jahren haben sich der deutsche Arbeitsmarkt, und im Zuge die deutsche Gesellschaft, im wahrsten Sinne des Wortes dramatisch verändert. Die politisch gewollte Schaffung eines Niedriglohnsektors führte zu einer schleichenden Verarmung etwa eines Fünftels der Bevölkerung. Die daraus entstandene Parallelgesellschaft hat sich fest etabliert und wird weitestgehend von den politischen und moralischen Eliten des Landes als angeblich alternativlos propagiert. Abhängige Erwerbsarbeit ermöglicht den Menschen nur noch in einigen wenigen noch geschonten Branchen eine Familie zu gründen und ein Leben in Würde zu führen. Trotz Arbeit müssen Millionen Sozialleistungen vom Staat beantragen. Existenzängste und Armut kosten die Betroffenen Gesundheit und schließlich Lebensjahre. Unserem Land entgeht dadurch wertvolles Humankapital. Das Gros des Steueraufkommens des Staats liefern dabei weiterhin die Lohn- und Verbrauchssteuer, die die Ärmsten überproportional belasten, während Kapitalerträge, Erbschaften und Firmengewinne geschont werden. Manche Firmen drücken sich trotzdem vor Steuer und Verantwortung oder entlassen Personal und zahlen gleichzeitig schwindelerregende Boni und Dividenden an ihre Manager und Anteilseigner. Im Laufe der Jahre haben solche Verhältnisse eine beunruhigende Veränderung der Gesellschaft herbeigeführt. Deutschland ist so reich wie noch nie, aber die Kluft zwischen arm und reich wächst parallel dazu rasanter denn je. Das Prinzip der Wohlstandsökonomie im Dienste aller Bürger wird zunehmend abgelöst, damit die unverschämten Ansprüche von wenigen bedient werden können. Partikularinteressen werden wider besseres Gewissens und wider des Gemeinwohls durchgesetzt. Die negativen Folgen werden dann schöngeredet und auf die zukünftigen Generationen abgeladen. Sozialvertrag und Umverteilungsprinzip werden nur noch notdürftig eingelöst. Für gemeinschaftliche Einrichtungen des Staates oder der Gemeinden fehle angeblich das Geld. Gravierende soziopolitische und demographische Probleme bleiben national und global ungelöst oder verschärfen sich sogar drastisch, weil politischer Mut zur Ergreifung von zukunftsweisenden Lösungen fehlt. Nach nüchterner Bestandsaufnahme zwingt sich eine logische Schlussfolgerung auf: Wenn Millionen HARTZEN müssen, nur damit wenige TEBARTZEN können, kann es nicht gut gehen. Ein Buch von Laurent Joachim. Mehr über das Buch gibt es hier http://www.frissoderhartz.com/doc/inf... und hier http://www.frissoderhartz.com/doc/int...

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