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Justiz und Widerstand im 3. Reich – Prolog eines Dokumentarspiels

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Published on Jul 15, 2015

Dokumentarspiel selbst: https://youtu.be/rENWrouaOTo
Mehr als 250 Menschen – Zwangsarbeiter und Deutsche - die mit dem NS-Regime in Konflikt geraden waren. (Sogenannte Volksfeinde) Die Todesurteile hatten deutsche Staatsdiener erwirkt, Staatsanwälte und Richter, die einstmals den Eid auf die Weimarer Verfassung geleistet hatten. Urteilsgründe – in der Sprache der Sondergerichte: (immer sogenannte): Fahnenflucht, Wehrkraftzersetzung, Rassenschande, Plündern, Sabotage, Landesverrat, Vorbereitung zum Hochverrat. Ebenso: Wer Feindsender (etwa BBC) hörte, Kriegsgefangenen oder Juden beistand, wurde, Zweifel am Endsieg äußerte, wurde ebenfalls mit dem Tode bestraft. Die meisten verantwortlichen Juristen waren 1962 wieder in Amt und Würden. Sie hatten den Eid auf den "Führer" Adolf Hitler abgelebt wie alte Socken und nun der neuen Verfassung die Treue gelobt. Für die Regierungsparteien in Bonn galten sie nicht als Täter, die Urteile waren weiter rechtskräftig. Die wenigen, die angeklagt wurden kamen straffrei aus: Sie hätten den Unrechtscharakter des Regimes nicht erkennen können. Von Justizopfern war nur im linken Spektrum und bei den Organisationen der Hinterbliebenen die Rede. Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer war einer der wenigen Juristen, der ihre Bestrafung forderte. Und zwar vergeblich. Dass Gerichte im NS-Staat Unrecht gesprochen hatten, bestritt das konservative Lager bis in die 80ger Jahre. Wer nach dem Krieg eine Verfolgung von Tätern verlangte, galt als Nestbeschmutzer, Vaterlandsverräter, Kommunist. Die Adenauerregierung und die meisten Landesregierungen entließen die von den Siegermächten verurteilte Täter frühzeitig. NS-Täter wurden kaum noch verfolgt, dafür massenhaft Mitglieder der KPD. Das rechte politische Spektrum und die meisten Deutschen waren sich einig: Keine weitere "Nazischnüffelei", es muss ein "Schlussstrich" gezogen werden

1962 setzte Fritz Bauer ein Mahnmal für verfolgte Widerstandskämpfer gegen den Widerstand der hessischen CDU und der Justiz durch. Bei der Enthüllungsfeier gestalteten Mitglieder der neuen bühne ev. (Uni Frankfurt) eine Lesung. Im Zuge der Vorbereitung lernte ich Fritz Bauer kennen. Beim letzten Treffen übergab er mir einige Fotoablichtungen von Dokumenten aus dem Archiv des Strafgefängnisses Preungesheim. Das sei nicht ganz legal, aber legitim, sagte er. Die Schreiben zeigen, dass es beim Hinrichten auch unter den Nazis ordentlich und bürokratisch zuging. Er sagte noch, wir könnten doch etwas daraus machen. Mit der neuen bühne hat es nicht mehr geklappt. Die Studentenbewegung nahm Formen, es gab anderes zu tun. Ich habe dann die Dokumente in ein Hörspiel eingearbeitet, das der Hessische Rundfunk mit Hans Ernst Jäger in der Hauptrolle produziert hat und von allen Sendern übernommen worden ist. (Bewilligt wurden 200 Zigaretten.)Es wurde von allen ARD-Sendern übernommen. Peter Milger. Siehe auch
www.milger.de/kalterkrieg.htm
www.milger.de/mahnmal.htm

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