DE

Loading...

You're viewing YouTube in English (US).
Switch to another language: | View all
You're viewing YouTube in English.
Switch to another language: | View all

Endgültig. (7.Krim)

3,740 views

Loading...

Loading...

Rating is available when the video has been rented.
This feature is not available right now. Please try again later.
Published on Feb 12, 2008

15. Oktober 1995,
Bayerisches Staatsschauspiel, Marstall, München.

"Endgültig. (Krim)" ist der letzte Teil der Theaterproduktion "Endgültig." am letzten Abend der Trilogie "Götterdämmerung", Nibelungen & Deutschland Projekt (IV - 2) von Alexeij Sagerer mit Dietmar Diesner, Lara Körte, Lukas Miko, Matthias Hirth und 77 Deutschen.

SZ vom 17. Oktober 1995
DER MYTHOS ALS KONZEPT ART
Alexeij Sagerers stocknüchterne "Götterdämmerung" zum Abschluß des Spiel.Art-Festivals

(...) In einem Einheitsbühnenbild spielt sich ab, was bewußt die Aktion, das verführerische Bild verweigert. Die von Nikolaus Gerhart behauenen Blöcke begrenzen das Bühnenkarrée des Marstalls, schwere Rammböcke und Wannen, Findlinge, scheinbar zufällig verstreut; auf rotem Gerüst reihen sich sieben Podien am hinteren Rand des Gevierts; ein Turm von 16 Monitoren ragt in den Bühnenhimmel. "Nomaden und Helden": die Performerin Nina Hoffmann bügelt dreieinhalb Stunden lang eine Wachsmauer nieder und gibt den symbolischen Hinweis auf das Resümee der "Götterdämmerung", die Vereinigung Deutschlands als pathetischer Akt, als Kontinuum des Nibelungen-Mythos nicht enden wollender Kriege, wie denn alles, was zunächst so spärlich die Sinne reizt und umso mehr das Denken anstrengen soll, Symbolcharakter hat. Tropfendes Wachs gegen den Fluß der Gedanken. (...)
"Siebenmalvier" (...). Ein musikalisches Zwischenspiel, das laut, schrill, rhythmisch insistierend, den Blick auf die ebenfalls rhythmisch strukturierten Videobänder lenkt, auf Siegfried in Lederhosen und Kriemhild in Unschuldsweiß, wie sie durch Städte und Länder ziehen, in denen Natur und menschliches Leben die Zeichen des Krieges überwuchert hat. Rahmen und Montage verfremden, was Dokument sein könnte, zum assoziativen Artefakt. Siegfried und Kriemhild als Repräsentanten eines Heldendeutschlands, das im Heldengestus 1945 in Schutt und Asche verging. Vorsicht Pathos!
Typen in Bundeswehrjacken saufen Bier aus der Flasche, Kriemhild im weißen Kleid nun leibhaftig mit einem Kriegskrüppel, der Hagen oder Etzel sein könnte, ein Siegfried in Lederhosen, der Brünnhildes Klage über Siegfrieds Tod deklamiert. "Siegfrieds Trauermarsch" dröhnt aus den Lautsprechern, Dietmar Diesner läßt sein Saxophon als Sirene jaulen. Nicht weniger pathetisch klingt jener Nachrichtensprecher, der in viermaliger Wiederholung den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik verkündet. "Endgültig" ironisiert den Phoenix aus der Asche, Deutschland, in Bild, Wort und Text.
Die Akteure posieren, kitschiges Tableau vivant, als Feldpostkarten, die weiße Frau mit Zöpfen, dem schwarzen Soldaten zugeneigt. Kriemhild und Hagen symbolisieren schließlich Deutschland Ost und Deutschland West - ein rührend naives Brautpaar, das vor dem Brautwalzer die Kleider tauscht. Am Ende freilich kommen die neuen Helden, einer nach dem anderen, Bürger, 77 an der Zahl, die "Wir - sind - das - Volk" - Darsteller , Statisten einer neuerlichen Verführung. (...)

Eva-Elisabeth Fischer

Mehr Informationen auf
http://www.prot.de/BLAU/KOMPAKTBIOGRA...



.

  • Category

  • Song

    • Loriot 20 - Siegfried überführt sich selbst / "Hagen, was..."
  • Artist

    • Loriot
  • Licensed to YouTube by

    • (on behalf of Deutsche Grammophon Literatur); Public Domain Compositions

Loading...

When autoplay is enabled, a suggested video will automatically play next.

Up next


to add this to Watch Later

Add to

Loading playlists...