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Werbefilm für Tieger

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Published on Oct 14, 2008

1978 gedreht auf 35 mm Farbfilm.

"Werbefilm für Tieger" von Alexeij Sagerer mit Jürgen von Hündeberg, Cornelie Müller, Agathe Taffertshofer, Billie Zöckler und Alexeij Sagerer. Kamera: Sepp Heyne wurde 1978 und die folgenden Jahre in Münchner Kinos (z.B. den Leopoldkinos und dem Isabellakino) als Werbefilm gezeigt. Für die Theaterproduktionen "Der Tieger von Äschnapur Eins oder Ich bin die letzte Prinzessin aus Niederbayern", "Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes" und "Der Tieger von Äschnapur Drei oder Ich bin imbrünstig mein Alexeij Sagerer".

Süddeutsche Zeitung, Donnerstag, 4. Januar 1979
WIRBEN FÜRS THEATER
Wie Alexeij Sagerer auf sein proT aufmerksam macht.


Wer zum Sagerer ins Theater kommt, ist nie sicher, ob er ins Kino geht. Einmal hat der proT-Prinzipal eine Vorliebe für Leinwandträume; solche kommen in seinen Theaterstücken oder Prozessionsszenarien mehr oder weniger immer vor, und sei es nur in der Form, dass im Zeitraffer einen ganzen Tag lang zum Bauernhausfenster hinausgeblickt wird (in „Der Tieger von Äschnapur Zwei oder Ich bin das einzige Opfer eines Massenmordes). Zum anderen rationalisiert er wahrscheinlich gerne: da das proT-ensemble recht klein (zur Zeit wohl nur vier Leute) und die Theaterkunst eine flüchtige Kunst ist, bannt er seine realistisch phantastischen Theateraktionen auf Zelluloid, projiziert sie ins dunkle Keller-„Kino, im Wechsel mit den Live-Vorstellungen.
Sagerer macht (mit seinen guten weiblichen Geistern an der Seite) eigentlich alles selbst: er schreibt, inszeniert, spielt, musiziert und führt dann, wenn man keine „Vorstellung gibt, auch selbst den „Stellvertreter-Film im proT-Keller vor. Mit dieser radikalen Selbstbeschränkung hat er es dem Publikum lange recht schwer gemacht, sich auf seine so bayerisch hinterhältige, so radikal-realistische, wortakrobatische, endlos komische, weil über den Anfang nie hinauskommende Kunst einzulassen. Seit Jahren spielt er, der bestimmt zu den gewichtigsten freien Theatermachern Münchens gehört, eigentlich völlig unter Wert geachtet in seinem völlig schwarzen proT-Aktionsraum in der Isabellastraße. Sein Stammpublikum und das hat er schon lange und die paar sporadisch Neugierigen waren ihm genug: er will ja nicht das beifällige Missverständnis; er sucht eher das Einverständnis der „Gemeinde schon dies eine schwierige Aufgabe, wenn man auf so vertrackt komische, auch manchmal lähmend alles in eins fassende und immer wieder sprengende Weise das Altgewohnte durcheinanderschüttelt. Sagerer ist schließlich kein „Spinner, sondern fast schon ein Zuende-Denker und -Spieler; er wiederholt sich nicht gerne, er will „weiterkommen, auch ohne „Erfolg. Und deshalb das Theater-Kino oder das Kino-Theater!
Weil sich besser arbeiten lässt, wenn man einem vollen Zuschauerraum seine Produkte zur Prüfung aussetzt, hat nun Sagerer den Schritt ins Kino getan: Er wirbt mit einem „Wirbefilm, wie er zwischen Zigarettenreklame und den Vorbereitungen auf die paar folgenden schönen Stunden als sein Leinwandstar mitteilt, nach dem Motto „erwirb Hund oder stirb und in der Kenntnis, dass die „Wirbewirksamkeit dieses Wirbefilms teuer bezahlt ist. Und er hat, so scheint es, für seinen Kurzfilm auch den nötigen Grad an Wirksamkeit gefunden, der über den Gag der Paar-Minuten-Show hinausreicht und neue Zuschauer in sein Theaterchen treibt das proT ist „voll. Zeit für Sagerer, sich Gedanken zu machen, ob es für seine Arbeit nicht günstig wäre, einmal größeren Dimensionen ausgesetzt zu werden.
Kaum vorstellbar übrigens, wenn die großen Theater nun auch diesen Weg der Werbung einschlügen, um ihre bei „Modernen ja manchmal recht ansehnliche Zahl von Restplätzen aufzufüllen. Oder wenn die Kinos in den Theatern zu „wirben begännen... es überall wirbelt und werbelt.

Thomas Thieringer

Mehr Informationen auf
http://www.prot.de/BLAU/KOMPAKTBIOGRA...



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