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Der Hauptbahnhof Stuttgart und das Milliardengrab "Stuttgart21"

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Published on Sep 16, 2010

Der Stuttgarter Hauptbahnhof wurde von 1914 bis 1928 500 Meter östlich des Vorgängerbaus am heutigen Arnulf-Klett-Platz gebaut.

1910 schrieben die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen als Bauherr einen Architektenwettbewerb aus, an dem 70 Büros teilnahmen. Den ersten Preis gewann das Büro von Paul Bonatz (1877--1956) und Friedrich Eugen Scholer (1874--1949) mit seinem Entwurf „umbilicus sueviae" (Der Nabel Schwabens). Nach zahlreichen Veränderungen, beispielsweise der Verschiebung des Turmes von der Hauptfassade an den Schlossgartenflügel, wurde 1914 an der Cannstatter Straße mit dem Bau begonnen. Auch in der Bauphase kam es zu Planänderungen. Aufgrund des Gleisverlaufes zum alten Bahnhof musste der Bau in zwei Teilen erfolgen. In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1922 wurde der erste Bauteil in Betrieb genommen und im Anschluss die Gleise zum alten Bahnhof abgebrochen. Der zweite Bauteil wurde 1928 vollendet.

Der Bahnhof ist auch städtebaulich in die Stadt Stuttgart eingegliedert. Der Baukörper passt sich dem abschüssigen Gelände an (vom Turm bis zum sog. Nordausgang liegen fast 5 m Höhenunterschied). Bonatz stellte den Turm als optischen Zielpunkt so in die Achse der Königstraße, dass sich die Hauptachse der Stadt an ihm und dem Schlossgartenflügel entlang in Richtung Neckartal fortsetzt. Eine ursprünglich mitten auf den Bahnhof zuführende Straße verwarf Bonatz und schuf die heutige Lautenschlagerstraße, die auf die Kleine Schalterhalle zuführt. Hinter ihr liegen die Gleise für den Vorortverkehr. Zwischen beiden Schalterhallen befindet sich der Mittelausgang, so dass städtebauliche Bezüge und eine Entflechtung der Verkehrsströme Hand in Hand gehen. Unter den Gleisen sorgen drei rechtwinklig dazu angeordnete Tunnels für hohe Funktionalität: Der Posttunnel führt zum Posttrakt im nordwestlichen Bahnhof, ein Personentunnel erleichtert das Umsteigen, der dritte Tunnel ist für den Transport von Expressgut vorgesehen. An der Schlossgartenfassade sind diese Tunnels durch die jeweils 27 m breiten Vorbauten ablesbar.

Der Hauptbahnhof wurde auf sehr hohem handwerklichen Niveau ausgeführt. Die Fassaden wurden aus Kalksteinen gebildet, die mit Backsteinen fest vermauert wurden, im Inneren bestimmen Sandstein, Tuff und Backstein die Wände. Diese sind teils als flache Holzdecken ausgebildet und teils als Stahlbetonkonstruktionen ausgeführt. Ungewöhnlich modern mutet die Verwendung von Sichtbeton bei den Sicherheitspfeilern in der Kopfbahnsteighalle an.

Das Bauwerk steht für Stuttgart an der Nahtstelle vom 19. zum 20. Jahrhundert. Es ist sowohl durch konservative Elemente, die sich unter anderem in der Monumentalität und dem Bauschmuck zeigen, wie auch durch progressive Teile geprägt, welche sich im Kompositionsprinzip, mehrheitlich flacher Dächer und weiteren Elementen zeigen. Das Bauwerk zählt zu den bedeutendsten Leistungen der Architektur seiner Zeit im süddeutschen Raum.

Am 15. Mai 1933 wurde die Elektrifizierung der 17 Gleise abgeschlossen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hauptbahnhof mehrmals schwer beschädigt, wenn auch von 1940 bis 1942 eine Scheinanlage bei Lauffen am Neckar viele Angriffe auf sich lenken konnte. Der Wiederaufbau zog sich über mehrere Jahre hin. Seit dem 20. August 1987 ist der Stuttgarter Hauptbahnhof als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung (nach § 12 DSchG) ins Denkmalbuch eingetragen. Acht Gleise verbinden den Hauptbahnhof mit der Abstellanlage am Rosensteinpark.

Im bahnamtlichen Betriebsstellenverzeichnis wird der Bahnhof Hauptbahnhof als TS geführt und gehört zu den 20 Bahnhöfen der höchsten Bahnhofskategorie der DB Station&Service.

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