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Minnesänger des Jahres: Thomasin von Salzburg singt das Erntelied von Johannes Hadlaub

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Published on Sep 6, 2010

Thomas M. Schallaböck, Mitbegründer von "Dulamans Vröudenton", dem Salzburger Ensembles für Alte Musik, ist Minnesänger des Jahres 2010.
Weitere Information siehe: http://www.altemusik.net

http://www.minnesang.com schreibt:
"Der Hauptpreis des seit 2005 alljährlich stattfindenden Wettbewerbes mit Sängern aus dem ganzen deutschen Sprachraum ging damit erstmals nach Österreich. Thomas Schallaböck ist ein Urgestein der Szene, er hat mit seinem Ensemble "Dulamas Vröudenton" seit über 20 Jahren Pionierarbeit geleistet und den Minnesang in all seinen Schattierungen in Szene gesetzt. Auch in Zeiskam zeigte er beide Seiten seines Könnens: Mit einem ganz leisen Tagelied bezauberte er das Publikum und den andächtig lauschenden Hofstaat gleichermaßen, mit einem frech-fröhlichen Lied zum Erntedank und einer zupackend-satirischen Zugabe aus der Feder des Mönchen von Salzburg sorgte er für großen Spaß. Neben seinem Gesang überzeugte Schallaböck auch mit szenischen Einlagen: Er hatte einen Wagen mit Erntegaben mitgebracht, die er mit launigen Worten an die edlen Damen und Herren verschenkt, für das Tagelied schlüpfte er in die Rolle eines Wächters mit Laterne, der die Liebenden zur Vorsicht mahnt."


Johannes Hadlaub: Warnlied

1. Swem ze muote nach dem guote si der erne loene, der bereite sich, dest zit
Wol uf knechte, und ouch rechte stolze dirne schoene: loene guot man iu da git. Dar kumt manig schoeniu schar. Wol im wol, swes lieb komt dar
wan er dicke minne zicke mag im da erzeigen: secht daz tuot in sorgen bar.

2. In der erne pfligt man gerne fröid und wilder sinne, wan da huot ist nicht ze vil.
Da wirt kosen mit vil losen sprüchen von der minne, da zuo manger wunnen spil. We, wiest erne recht so guot, wan si wol gisellen tuot
knappen kluoge wol mit fuoge zuo den dirnen schoenen:
daz fröut vür des meijen bluot!

3.Möcht ich kunden manger stunden mich zuo miner frouwen,
daz taet mir ouch sorgen buoz.
Merker hüeten kan so wüeten, so ichs wolte schouwen, daz ichs dike miden muoz, swie min wun-ne lit an ir, und ich si so kum verbir.
Min gelücke man-ger stücke iemer also bitet, ald si bringens zemen mit mir.


Übersetzung:
1. Wem zumute ist nach dem Gut der Erntebelohnung,
der mache sich bereit, es ist Zeit.
Wohl auf Knechte und auch richtig stolze, schöne Dirndeln:
Einen guten Lohn gibt man Euch dort. Da kommt so manche schöne Schar. Wohl fühlt sich, wer mit seiner Liebsten kommt,
wenn er sehr das wilde Minnenspiel mag, da zeigt es sich für ihn:
seht das nimmt ihm alle Sorgen.

2. In der Erntezeit pflegt man gerne die Freude und die wilde Sinnlichkeit, wenn da der Behütung ist nicht so viel.
Da kost man sich mit vielen losen Sprüchen von der Minne,
dazu manches Wonnenspiel. Wow, wie ist die Erntezeit so richtig gut, wenn sie Geselligkeit verschafft
für die klugen Knappen, die sich gut fügen zu den schönen Dirndeln:
Das erfreut mehr als die Blüten des Mai!

3. Könnte ich mich in mancher Stunde meiner Herrin anvertrauen,
das würde mir auch meine Sorgen hinwegnehmen.
Die Bespitzelung der Aufpasser ist so zerstörerisch, wenn ich sie treffen will, so dass ich sie oftmals meiden muss, obwohl meine Wonne an ihr liegt und ich so sehr vermisse.
Mein Glück bittet daher immer um einige Stücke,
bis sie mir diese zusammen bringen.

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