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DOKU - Christen unterm Halbmond - Zwischen Angst und Hoffnung - Aramäer (SURYOYE) im Tur Abdin

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Published on May 20, 2011

3 SAT Dokumentation: Christen unterm Halbmond - Land am Tigris, biblisches Land. Hier grenzt die Türkei an Syrien und dem Irak. Christen leben hier seit fast 2000 Jahren. "Tur Abdin" (Berg der Knechte Gottes), so nennen Aramäer ihre Heimat. Aramäisch, eine Sprache, die viele Jahrtausende alt ist und zu den ersten Sprachen der Menschheit gehört. Bis heute hat diese Sprache und das christliche Volk der Aramäer überlebt. Die vergangenen Jahrhunderte waren von Verfolgung, Vertreibung, Massenmorden und dem Völkermord (Sayfo, Aghet) geprägt. 1914 waren 33% der Menschen in der Türkei Christen. heute sind es nur noch 1%. Das Volk der Aramäer, ein christliches Volk, das durch die Türken heute fast vollkommen ausgerottet, assimiliert, zwangsislamisiert und vertrieben wurde, kann bis heute nicht in Frieden die Heimat bewohnen, wo es die letzten Jahrhunderte und Jahrtausende verbracht hat.

Ein Beispiel dafür ist das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel, das im Jahr 397 nach Christus erbaut wurde, und somit mehr als 1600 Jahre alt ist, eines der ältesten christlichen Klöster der Welt, das bereits bewohnt war, bevor es den Islam gab, bevor Mohammed, der Begründer des Islam, überhaupt geboren wurde.

Dieses Kloster soll nun enteignet werden. Gründe gibt es dafür eigentlich nicht, da es bis heute belebt ist, es gilt als Ort der Ruhe, als Wallfahrtsort, jedoch wird behauptet, dass dieses Kloster auf dem Grund einer Moschee erbaut worden sein soll. Diese Behauptung ist so absurd, dass die keiner weiteren Erklärung bedarf, denn im 4. Jahrhundert gab es weder den Islam, noch den Koran, folglich keine Moscheen, dennoch geht der türkische Staat diesen Vorwürfen nach. Es handelt sich ganz klar um Schikane. Die wenigen aramäischen Christen, die den Völkermord 1914 bis 1918 überlebt haben, sollen heute durch diese Art von Schikane vertrieben und assimiliert werden. Eine Ausbildung zum Priester ist beispielsweise verboten, Unterricht auf aramäisch ist ebenfalls nicht möglich. Man verbietet den Aramäern in ihrer eigenen Heimat ihre Sprache, die Ausbildung ihrer Geistlichen, die Ausübung ihres Glaubens.

Heute sind sie eine kleine, kaum nennenswerte Minderheit in diesem islamischen Land. Sie leben zwischen Angst und Hoffnung.

Der Tur Abdin ist etwa so groß wie Hessen. Im Tur Abdin gab es einst 80 Klöster. Die meisten sind längst verfallen, lediglich 7 sind heute noch bewohnt. Im 6. Jahrhundert lebten 1000 Mönche im Kloster Mor Gabriel. Oft bot es Zuflucht vor Verfolgung und Unterdrückung. Immer wieder wurde das Kloster überfallen und ausgeraubt.

Seit der Gründung des Islam im 7. Jahrhundert leben Christen und Moslems hier in enger Nachbarschaft... und ebenso lange gibt es Konflikte. Früher waren die Christen die wohlhabenden Handwerker, Händler und Goldschmiede. Der Neid kurdischer Nomaden, oft gepaart mit religiös motiviertem Hass, führte immer wieder zu Überfällen.

Verbündet mit dem Kaiserreich Deutschland, führte die Türkei ab 1914 Krieg gegen Russland. Armenische Christen in den östlichen Provinzen galten der Regierung als politisch unzuverlässige Aufständische, 1915 begann die systematische Vernichtung der Armenier, mit stillschweigender Billigung der deutschen Waffenbrüder. Vertreibungen, Massaker, Todesmärsche richteten sich bald nicht nur gegen Armenier, sondern gegen alle Christen. "Sayfo", das Jahr des Schwerts, so nennen die syrisch-orthodoxen Christen das Schicksalsjahr, in dem der Völkermord begann. Hunderttausende, vielleicht auch bis zu eineinhalb Millionen Armenier und 750.000 Aramäer fielen zwischen 1914 und 1918 den Gräueltaten der Jungtürken zu Opfer. Im Tur Abdin starben etwa 90.000 Aramäer, rund die Hälfte derer, die das Gebiet bewohnten. Ein Genozid, ein Völkermord (aramäisch: "Sayfo", das Schwert. armenisch: "Aghet", die Katastrophe), der von der Türkei bis heute bestritten wird.

Auch später gab es nie wirklich Frieden. Immer wieder kam es zu Übergriffen, Misshandlungen, Überfällen, Vergewaltigungen, Entführungen. Viele der Christen, die diese Verbrechen überlebt haben, flüchteten in den 70er Jahren als Gastarbeiter in das christliche Europa, von dem es damals hieß, es sei ein Land, in dem Christen in Frieden leben könnten. Diese Zuversicht sowie die Hoffnung auf ein besseres Leben, lockte tausende aramäischer Christen in fremde Länder, so dass sie heute auf der ganzen Welt verbreitet sind. Ihren Glauben haben sie bis heute nicht aufgegeben.

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