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1813 gedenken: Liebertwolkwitz - ein Dorf zur Zeit der Völkerschlacht

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Published on Jul 4, 2012

In HD ansehen? Dann hier https://youtu.be/-KDXsSdlgqY

Das Völkerschlachtdenkmal wurde im Jahre 1913 erbaut. Dieses kolossale Monument soll an die bis dahin wohl größte und schrecklichste Schlacht der Weltgeschichte erinnern.
Über eine halbe Million Soldaten aus Europa standen sich vom 14. bis 19. Oktober 1813 auf den Schlachtfeldern um Leipzig gegenüber.
Der See zu Füßen Europas gewaltigsten Denkmals wird symbolisch gespeist von den Tränen der Trauernden. Mehr als 120 000 Menschen mussten ihr Leben lassen.

Die Völkerschlacht wurde am 14. Oktober bei Liebertwolkwitz mit einem Gefecht eröffnet, dass als die größte Kavallerieschlacht aller Zeiten in die Geschichte eingehen sollte.

Dorf-Pfarrer Theodor Vogt berichtet später:
Gegen 11 Uhr fielen vom Oberholze her drei Kanonenschüsse.
Da die Häuser durchaus keine Sicherheit mehr darboten, so flüchteten in der Angst sehr Viele von jetzt, früh 11 Uhr an mit den Ihrigen in die geöffnete Kirche, in der Hoffnung, hier wenigstens vor den Kugeln gesichert zu sein.
Gegen 200 Menschen, waren in der größten Bestürzung, unter Weinen, Seufzen und Beten hier bei einander, um sich herum in den wenigen mit sich geretteten Sachen ein Bild der Zerstörung erblickend und außerhalb dieses letzten Zufluchtsortes immer näher den Donner der Kanonen und des Geschützfeuers, das von jetzt an ununterbrochen fortdauerte. Bis gegen 6 Uhr Abends blieben die in die Kirche Geflüchteten daselbst, als ihnen ein französischer Offizier, durch Ordonanzen zu schleuniger Flucht aus der Kirche rathen ließ. Allein Keiner wagte zuerst herauszutreten. Als endlich der Heraustritt erfolgte, bot sich dem Auge ein schrecklicher Anblick dar. Rings um die Kirche herum Todte und Verwundete, letztere verstümmelt, laut jammernd und mit dem Tode ringend. In der nächsten Umgebung des Gottesackers, auf dem Markte und Gassen währte der erbitterte Kampf Mann gegen Mann noch fort und der Brand des Ortes beleuchtete dies Trauerspiel. Mehrere verließen jetzt sofort die Heimath, einen letzten Blick auf die Stätte richtend, die noch vor Kurzem Gut und Eigenthum geborgen hatte.
Auch die Kirche wurde erbrochen, ausgeplündert und bis auf das Mauerwerk gänzlich zerstört.

Heute erinnern viele Gedenksteine an das Geschehen von vor nunmehr 200 Jahren. Auf zahlreichen Denkmälern rings um Leipzig finden sich, die an der Völkerschlacht beteiligten Nationen wieder.
Den Bewohnern der umkämpften Dörfer, ihren Ängsten und ihrem Leid ist jedoch keines gewidmet.
Die Einwohner von Liebertwolkwitz haben sich eine ganz eigene Art des Gedenkens geschaffen, kein Denkmal, kein Obelisk, nein:
Ein ganzes Dorf geht auf Zeitreise:
Liebertwolkwitz ein Dorf im Jahre 1813!

So oder so ähnlich könnte es wieder begonnen haben, das Leben in den verwüsteten, gebranntschatzten Dörfern um Leipzig, wie hier in Liebertwolkwitz:
Alljährlich in den Oktobertagen anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten zur Völkerschlacht bei Leipzig werden in der Kirche von Liebertwolkwitz, auf dem historischen Marktplatz und den angrenzenden Gehöften Ortsgeschichte und -geschichten aus der Zeit um 1813 dargestellt.

Über 280 kostümierte Liebertwolkwitzer stellen ihre Vorfahren, authentische, früher im Ort lebende Personen dar. Ob Pfarrer und Schulmeister, Handwerksmeister verschiedenster Zünfte, Gastwirte und Pferdner, Hintersässer und einfache Bauern, Nachtwächter, Bürgermeister, oder Gerichtsverwalter Johann Friedrich Gottlieb Günther, sie alle erwecken das Dorf zum Leben.

Unter den Liebertwolkwitzern finden Sie auch die Soldaten unterschiedlicher Nationen, die auf Strohsäcken in Scheunen und auf Dachböden, wie damals, einquartiert sind. Auf den Höfen, in alten Schuppen und dunklen Kellern herrscht ein reges Treiben. Es werden deftige Speisen bereitet, Bier frisch gezapft und köstliche Weine ausgeschenkt. Bauern und Handwerker gehen ihrer Arbeit nach, ein Leiterwagen rumpelt über die Dorfstraße, überall hört man den monotonen Hammerschlag des Hufschmiedes...
Erleben Sie Geschichte zum Anfassen! Das Europa von 1813 ist überwunden. Was einst sich bekämpfte sitzt heute gemeinsam am Lagerfeuer, lebt Geschichte und feiert das neue, zusammenwachsende Europa gleichberechtigter Nationen.

Lassen Sie sich einladen nach Liebertwolkwitz im Jahre 2013, dem 200. Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig. Erleben Sie Liebertwolkwitz, wie es wirklich war und wie es sich heute als Gastgeber der Völker Europas präsentiert.

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