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Holger Schäfer: Minnewund (Ulrich von Liechtenstein)

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Published on Aug 2, 2014

Mehr in dieser Art beim 13. Falkensteiner Minneturnier 23.6.2018, 19.30 Uhr "Die Traurigkeit der Troubadoure", Burg Falkenstein/Harz, Tickets auf Minnesang dot com.

Siegertitel in der Sparte "Solist" beim Falkensteiner Minneturnier 2014. Vollständiger Originaltext Ulrich von Liechtensteins:

Sumervar ist nu gar
heide velt anger walt,
hie und dâ wîz, rôt, blâ,
gel, brűn, grüen, wol gestalt.
wünneclîch, fröiden rîch
ist gar swaz diu erde treit.
saelic man, swer sô kan
dienen daz sîn arebeit
im liebe geit.

Swem got gît daz er lît
lieber, der mac wol sîn
sunder leit. imst bereit
zaller zît meien schîn.
im ist wol, swanne er sol
spiln der minne fröide spil.
fröiden leben kan wol geben
werdiu minne swem si wil:
si hât sîn vil.

Swem ein wîp sînen lîp
minneclîch umbevât,
ob der niht saelden giht,
daz ist grôz missetât.
imst geschehen, wil ers jehen,
dâ von im wirt trűren kranc.
sunder meil ist sîn heil,
swem von linden armen blanc
wirt umbevanc.

Saelden hort ist ein wort
das ein kus in gegît,
sô ir spil minne wil
spiln und liep liebe lît.
ob dâ iht ougen liht
lieplîch sehen ein ander an?
jâ für wâr, dâ wirt gar
minneclîchen wol getân
swaz ieman kan.

Minnen solt wirt geholt
volleclîch dâ ein man
unde ein wîp umbe ir lîp
lâzent vier arme gân,
decke blôz. fröide grôz
wirt dâ beidenthalben kunt.
ob dâ niht męr geschiht,
kleinvelhitzerôter munt
wirt minnen wunt,

dar nâch gesunt.

NACHDICHTUNG IN NEUHOCHDEUTSCH
von Dr. Lothar Jahn

Sommerklar wunderbar
Liegt der Wald und das Feld.
Weiß, rot, blau strahlt die Au,
Feurigbunt lockt die Welt.
Wonnengleich, freudenreich,
Welch ein Quell dem Licht entspringt.
Der wird froh, der nun so
Dient, dass die, für die er singt,
Ihm Hoffnung bringt.

Wem Gott gibt, dass er liebt,
Der darf nun fröhlich sein,
Frei von Leid, ganz bereit
Für noch mehr Maienschein.
Dem wird gut, der voll Mut
Spielt der Liebe Freudenspiel.
Helles Leben wird es geben
An der edlen Minne Ziel,
Sie schenkt so viel.

Wenn ein Mann spüren kann,
Dass die Frau, die er liebt,
Ihn umfängt, zu ihm drängt -
Ob es noch Schön'res gibt?
Glück entsteht, Trauer geht,
Wer einst fror, dem wird jetzt warm.
Echtes Glück bleibt zurück,
Wenn ein zarter weißer Arm
Die Schwermut nahm.

Glückes Hort schenkt ein Wort
Und ein Kuss ihm allein.
Wenn ihr Spiel Minne will,
Wird's schon bald Liebe sein!
Sucht ihr Blick seinen Blick?
Seh'n sich beide fragend an?
Jetzt ist's klar! Hier wird ja
Minniglichen wohlgetan,
So fängt man's an!

Minne Sold wird gezollt
Voll und ganz, wenn ein Mann
Und ein Weib ihren Leib
Sich zum Glück bieten an.
Decke fort! Freudenort
Soll dies Bett für beide sein.
Mehr geschieht, als man sieht,
Ein vielhitzeroter Mund
Wird minnewund...

... und dann gesund!

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