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Die Heirat im Islam.

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Published on Jul 21, 2011

Die Ehe ist sicherlich ein komplexes Themengebiet. Kaum ein anderes Thema wird dem Islam heute so negativ vorgehalten, wie die ungleiche Beziehung von Mann und Frau. Hierbei ist die angebliche aber in der Praxis kaum zu beobachtende Diskriminierung der Frau durch den Islam der Stein des Anstoßes.

Gemeinschaft weitgehend aus seiner Einbindung in die Gemeinschaft bestimmt. Als kleinste Einheit dieser Gemeinschaft hat die Familie eine zentrale Bedeutung. Allah macht keinen Wertunterschied zwischen Frau und Mann, also zwischen seinen Geschöpfen. Daher steht die Familienbildung nach dem Koran im Zeichen gegenseitigen Friedens, gegenseitiger Liebe und Barmherzigkeit und der daraus resultierenden Ausgeglichenheit. Im Koran heißt es dazu: "Und es gehört zu seinen Zeichen, dass Er aus euch selber Gattinnen erschuf, auf dass ihr Frieden bei Ihnen findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt." (30:21)

Konform zu diesem Ideal gelten Mann und Frau in der Ehe im gleichen Maße als Schutz füreinander: "Sie (eure Frauen) sind wie ein Gewand für euch und ihr seid (wie) ein Gewand für sie."(2:187)

Ein Ehevertrag, der nicht mit der Zustimmung der Frau zustande gekommen ist, ist null und nichtig.

Wen darf ein Muslim bzw. eine Muslimin nicht heiraten: Selbstredend ist eine inzestuöse Beziehung nicht erlaubt. Angeheiratete Verwandte, wie Schwiegermutter, Schwiegervater, Schwiegertochter, Schwiegersohn und Schwägerin bzw. Schwager darf nicht geehelicht werden. Allerdings ist es erlaubt, wenn die Ehe geschieden ist, ehemalige Schwägerinnen und Schwager zu heiraten. Ein Mann darf seine Milchverwandte nicht heiraten, also seine Amme oder seine Milchschwester. Ferner darf ein Muslim keine Götzendienerin oder Polytheistin heiraten, Christinnen und Jüdinnen sind davon ausgeschlossen. Eine Muslimin jedoch darf keinen Nichtmuslim heiraten, da
sie unter Umständen nicht verhindern könnte, dass ihre Kinder unislamisch erzogen würden.

Der Bräutigam wie auch die Braut dürfen sich vor der Hochzeit sehen. Dies ist die Auffassung aller islamischen Rechtsschulen. Die Ehe ist sodann vollzogen, wenn - hier wiederhole ich mich - beide Seiten ihr Einverständnis bekunden und der Ehevertrag zustande gekommen ist. Soviel zur Eheschließung aus rein formaler Sicht.

Die Ehe gilt als die Pflicht des Muslims und der Muslima und ein eheloses bzw. asketisches Dasein wird vom Islam gerügt. Der Gesandte Gottes sagte einmal: "Wenn ein Diener Gottes heiratet, erfüllt er die Hälfte seiner Religion." Nach einer weiteren Überlieferung, heißt es vom Gesandten Gottes: "Die Ehe ist der Weg, den ich gewählt habe und wer meinen Weg ablehnt, gehört nicht zu mir."

Diesen Aussprüchen des Gesandten, der Friede sei mit ihm, kann man entnehmen, dass die Ehe als eine heilige und zu pflegende Instanz gilt. In der Ehe wird von der Frau nicht verlangt, ihren Ehemann als ihren Herrn zu behandeln. Herrschaft gebührt wahrlich nur Gott allein. Im Islam gibt es das Prinzip der Ergänzung zwischen dem Mann und der Frau. In Meinungsverschiedenheiten wird dem Mann die Verantwortung für das letzte Wort gegeben. Dieses scheinbare Privileg geht aber damit einher, dass dem Mann zugleich der Lebensunterhalt der Familie aufgetragen ist, d.h. der Mann hat die Verpflichtung seine Frau gut zu versorgen, ihr Wohlbefinden sicherzustellen.

Der große islamische Gelehrte Ghazali zum Thema Ehe:
" ... Der Vorteil der Ehe besteht darin, das sie ... die Begierde dämpft, die Gefahren des sinnlichen Triebes beseitigt, die unlauteren Blicke und die körperliche Ausschweifung hin anhält, ... dadurch ist sie eine wichtiges Moment für das Seelenheil."

Der Gesandte Gottes ist das Beispiel für uns schlechthin, er hat den Islam für uns Muslime vorgelebt. Und er hat nie seine Frauen geschlagen. Darüber hinaus hilft gar nichts mehr, wenn die Liebe die Ehe nicht mehr krönt.

Scheidung wird im Islam als ein notwendiges Übel betrachtet. Die Ehe ist kein Sakrament bzw. die Scheidung kein Sakrileg. Jedoch ist die Scheidung nach einem Spruch des Propheten unter allen von Gott zugelassenen Handlungen das hassenswerteste. Der oben genannte sogenannte Züchtigungsvers ist ein Zeichen dessen. Die Ehescheidung des Mannes ist rein formal oder - um juristisch zu sprechen - verfahrensrechtlich einfacher, da er mit der Scheidung das von ihm erbrachte Brautgeld verliert. Um eine missbräuchliche Aneignung der Morgengabe (das Brautgeld) durch die Frauen zu unterbinden, muss eine Ehescheidung auf Initiative der Frauen an die Gerichte übertragen werden.

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