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Lisa Larsson sings Martinsson: ”Ich denke Dein...”. Netherlands PO/Albrecht

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Published on Oct 6, 2015

Footage from the Dutch premiere of ”Ich denke Dein...” - Rolf Martinsson's songs for soprano and orchestra dedicated to Lisa Larsson.
March 7, 2015, with Netherlands Philharmonic Orchestra conducted by Marc Albrecht in the Concertgebouw, Amsterdam.
Co-commissioned by Tonhalle-Orchester Zürich/Tonhalle (main commissioner), Philharmonia Orchestra/Royal Festival Hall, Helsinki Philharmonic Orchestra/Musiikkitalo, Gothenburg Symphony Orchestra, Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi/Auditorium, Melbourne Symphony Orchestra/Hamer Hall, Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Iceland Symphony Orchestra/Harpa Hall, Malmö Symphony Orchestra/Malmö Live, Helsingborg Symphony Orchestra,
Soloist Lisa Larsson: www.lisalarsson.info
Netherlands Philharmonic Orchestra: www.orkest.nl
Conductor Marc Albrecht: www.imgartists.com
Composer Rolf Martinsson: www.rolfmartinsson.com
Publisher: www.gehrmans.se
Camera and video editing, Tord Martinsson: www.powerecstudio.com


Poems by German poets


1 - Liebes-Lied (Rilke)

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Spieler hat uns in der Hand?
O süßes Lied.


2 - Blaue Hortensie (Rilke)

So wie das letzte Grün in Farbentiegeln
sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh,
hinter den Blütendolden, die ein Blau
nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.

Sie spiegeln es verweint und ungenau,
als wollten sie es wiederum verlieren,
und wie in alten blauen Briefpapieren
ist Gelb in ihnen, Violett und Grau;

verwaschenes wie an einer Kinderschürze,
Nichtmehrgetragenes, dem nichts mehr geschieht:
wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze.

Doch plötzlich scheint das Blau sich zu verneuen
in einer von den Dolden, und man sieht
ein rührend Blaues sich vor Grünem freuen.


3 - Die Liebende schreibt (Goethe)

Ein Blick von deinen Augen in die meinen,
ein Kuß von deinem Mund auf meinem Munde –
Wer davon hat, wie ich, gewisse Kunde,
mag dem was anders wohl erfreulich scheinen?

Entfernt von dir, entfremdet von den Meinen,
führ ich stets die Gedanken in die Runde,
und immer treffen sie auf jene Stunde,
die einzige; da fang ich an zu weinen.

Die Träne trocknet wieder unversehens:
Er liebt ja, denk ich, her in diese Stille –
und solltest du nicht in die Ferne reichen?

Vernimm das Lispeln dieses Liebewehens;
mein einzig Glück auf Erden ist dein Wille,
dein freundlicher zu mir – gib mir ein Zeichen!


4 - Mondnacht (Eichendorff)

Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküßt,
daß sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.


5 - Nähe des Geliebten (Goethe)

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
vom Meere strahlt;
ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
in Quellen malt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
der Staub sich hebt;
in tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
die Welle steigt!
I'm stillen Haine geh' ich oft zu lauschen,
wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O, wärst Du da!

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