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Willenberg/Ostpreussen

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Published on May 11, 2012

Das 1361 beurkundete „Wildhaus" auf einer Insel im Omulef-Fluss war eine der südlichsten Grenzfesten des Deutschen Ordens gegenüber dem polnischen Herzogtum Masowien. Die Feste entstand relativ spät im alten Pruzzengau Galinden, denn dieser wurde bereits im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts durch den Orden erschlossen. Das Wildhaus war zum Zeitpunkt seiner ersten Erwähnung Sitz eines Ordenspflegers und unterstand dem Komtur von Elbing. Am Ende des 14. Jahrhunderts ließen sich zwischen Omulef und Sawitz Bienenzüchter und Jäger nieder, und in einem Hammerwerk verarbeiteten Hüttenarbeiter das in der Nähe vorkommende Raseneisenerz. Durch die Lage an der wichtigen Handelsstraße Königsberg - Warschau entwickelte sich die nun Willenberg genannte Siedlung günstig, Händler und Schankwirte zogen hinzu, und laut „Henneberger Chronik" plante schon Herzog Albrecht, Willenberg zur Stadt zu erheben. Aus unbekannten Gründen ist das Vorhaben nicht zur Ausführung gekommen.Nach der Gründung des weltlichen Herzogtums Preußen durch Herzog Albrecht 1525 wurde Willenberg verwaltungsmäßig dem Oberländischen Kreis zugeordnet und dem Hauptamt Ortelsburg unterstellt. Zur Mitte des 16. Jahrhunderts verfügte der Ort über eine evangelische Kirche, er wurde 1557 als Kirchdorf bezeichnet. Während des Zweiten schwedisch-polnischen Krieges überfielen 1656 tatarische Hilfstruppen des polnischen Heeres den Ort und die Einwohner flüchteten mitsamt ihrem Vieh in den nahen Urwald.Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte sich Willenberg zu einem Zentrum des Tuchmachergewerbes entwickelt. Dazu hatten wieder die günstige Lage an der Königsberger Handelsstraße und die Nähe zu Polen, von wo Wolle zollfrei eingeführt werden konnte, beigetragen. So konnte schließlich erreicht werden, dass der preußische König Friedrich Wilhelm I. am 21. Juli 1723 Willenberg das Stadtrecht verlieh.Vom Ersten Weltkrieg wurde Willenberg von Beginn an erheblich betroffen. Unmittelbar nach Kriegsbeginn besetzten russischen Truppen die Stadt, und dies wiederholte sich im Laufe des Krieges noch weitere zwei Mal. Im Verlauf der Schlacht bei Tannenberg wurden bei einem Gefecht nahe der Stadt am 30. August 1914 16.100 russische Soldaten der Narewarmee von der deutschen Armee gefangen genommen, ihr General Samsonow erschoss sich daraufhin bei der südlich der Stadt gelegenen Försterei Karolinenhof (heute Rokitka). Der für ihn durch den Ortelsburger Landrat von Poser nach Kriegsende aufgestellte Gedenkstein wurde nach 1945 von den Polen wieder beseitigt.Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges schloss Polen seine Grenzen zu Ostpreußen, und damit entfiel auch für Willenberg der gewinnbringende Grenzhandel mit negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft der Stadt. Durch Zuzug von Einwohnern aus den im Krieg verlorenen westpreußischen Gebieten stieg die Einwohnerzahl jedoch bis 1939 auf 2.599 an. Bei der durch den Versailler Vertrag angeordneten Volksabstimmung über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen oder Polen entschieden sich die Willenberger Bürger mit 1.581 zu 24 Stimmen für Ostpreußen.Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Willenberg im Januar 1945 von der Roten Armee erobert. Wie im gesamten südmasurischen Raum (z.B. Ortelsburg und Neidenburg) fand auch in Willenberg keine Evakuierung statt, die Bevölkerung wurde auch noch direkt vor dem Einmarsch der Roten Armee völlig in Sicherheit gewogen. Erst direkt in den Stunden vor dem Einmarsch kam es zu spontanen Fluchthandlungen. Die Trecks wurden dann von der Front überrollt und die Fliehenden, falls nicht getötet, zur Umkehr in ihre Heimatorte gezwungen, nur einem eher kleineren Teil aus diesem Gebiet gelang die Flucht. Nur einige kinderreiche Familien waren schon vorher planmäßig nach Pommern evakuiert worden.Schon einige Wochen später wurde die Stadt in polnische Verwaltung übergeben. Die noch vorhandenen deutschen Einwohner mussten entweder die polnische Staatsangehörigkeit annehmen oder wurden zwangsweise in die deutschen Gebiete ausgesiedelt.

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