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Flora Graeca

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Published on Feb 18, 2017

Seit 180 Jahren fordert Griechenland von Großbritannien die
Rückgabe der Statuen, die der englische Gesandte Lord Elgin
1801 von der Akropolis entfernen ließ und an das Britische
Museum verkaufte. Einen anderen “Raub” haben die Griechen
gar nicht bemerkt: den Raub der Flora Graeca. Nun bringt ein
Deutscher dieses Meisterwerk der Botanik nach Griechenland
zurück und macht es auch dem restlichen Europa zugänglich.
Die Geschichte dazu: Im Jahre 1784 erhielt John Sibthorp den
Lehrstuhl für Botanik an der Universität Oxford. Von 1786-1787
bereiste er zusammen mit dem österreichischen Illustrator
Ferdinand Bauer das damalige Griechenland, zu dem auch die
westliche Türkei gezählt wurde. Er war auf der Suche nach
wissenschaftlichem Ruhm, und die griechische Flora war weit
gehend unerforscht.
Es war eine abenteuerliche und strapaziöse Reise. Sibthorp hatte
sich in Wien eine Kopie des botanischen Werkes von Dioscorides
(1. Jh. n.Chr.) besorgt und zeigte nun den Mönchen, Hirten und
Bauern die Bilder von Pflanzen, die er untersuchen und zeichnen
lassen wollte. Man führte ihn willig zu den oft weit entlegenen
Fundstellen. Sibthorp nahm über 1000 Pflanzenproben mit nach
Großbritannien – heute nennt man das Bio-Piraterie.
Bauer zeichnete die Pflanzen und versah die Zeichnung mit
Farbcodes. Mit ihrer Hilfe illustrierte er nach der Rückkehr nach
Oxford sechs Jahre lang die 966 gesammelten Pflanzen.
Das Ergebnis war die Flora Graeca, eines der bedeutendsten
Werke der Botanik voller unvergleichlich schöner Zeichnungen. Sie
erschien in zehn Bänden zwischen 1808 und 1840. Allerdings war
da ein Manko. Aufgrund des extrem hohen Preises von, auf heute
umgerechnet, 52.000€ entstanden nur 60 Exemplare. Sie
verschwanden in staatlichen und privaten Bibliotheken und waren
nur Experten zugänglich. Die Öffentlichkeit bekam dieses Wunderwerk
nie zu sehen, schon gar nicht die griechische.
200 Jahre nach der Erstveröffentlichung legt der Griechenlandliebhaber
Rainer Scheppelmann nun eine dreisprachige Volksausgabe
der Flora Graeca (deutsch, englisch und griechisch) vor. Der Begriff
Volksausgabe ist bewusst gewählt. So wurden im späten
19.Jh. und frühen 20.Jh. Bücher genannt, die die Ergebnisse der
Wissenschaft zusammenfassten und in einfacher Sprache und zu
einem erschwinglichen Preis anboten.
Die neu aufgelegte Flora Graeca enthält 250 der ursprünglich 966
Zeichnungen. Die Auswahl erfolgte unter dem Gesichtspunkt,
welche der Pflanzen heute noch in Griechenland verbreitet sind.
Im Vorspann wird die aufregende Geschichte der Entstehung des
Werkes zusammengefasst.
So kehrt nun die Flora Graeca nach Griechenland zurück, ohne
dass ihre Restitution gefordert wurde. Durch die Dreisprachigkeit
ist dieses Buch eine gesamteuropäische Angelegenheit, und
nebenbei ist es ein Beitrag zur deutsch-griechischen Freundschaft

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