• Wolf Kerschek (*1969) - Die Königin von Hamburg und der Matrose von Übersee - Konzert-Laeiszhalle

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    Sommer Serenade – Das Festkonzert der Staatliche Jugendmusikschule Hamburg
    (Uraufführung) am 15.07.2017 in der Laeiszhalle Hamburg
    Gesamtleitung / Komposition: Wolf Kerschek
    Staatliche Jugendmusikschule Hamburg
    Gesang / Moderation: Yared Dibaba
    Die Saxofonisten Asya Fateyev als "Die Königin von Hamburg" und
    Fiete Felsch als "Der Matrose von Übersee"
    Dramaturgie Aileen Schneider

    Jugend-Streicherform Leitung Tomasz Lakasiewicz
    Junge Streicher Hamburg Leitung Barbara Kuhnlein
    DoMiSol Leitung Inna Schmidt
    Dusty Trombones Leitung Thashi Aoki
    Tam Tam Leitung Dirk Iwen
    Mädchenchor Hamburg Leitung Gesa Werhahn
    THINK BIG! Leitung Sven Kagelmann
    Katharina Apel-Scholl Oboe
    Thomas Arp Perkussion
    Barbara Gericke-Schimpf Flöte
    Anja-Christin Müller Fagott
    Hans-Jörg Winterberg Klarinette
    Organisation und Leitung Arthur Cardell


    Die Königin von Hamburg und der Matrose von Übersee

    Offen für neue Welten
    Hamburg ist das Tor zur Welt. Dies ist jedoch nicht nur eine Behauptung stolzer Hanseaten. Als die größte Stadt an der Elbe ist Hamburg oft das letzte oder erste, was Seefahrer von deutschem Boden betreten. Die Seele Hamburgs ist demnach angefüllt von verschiedensten Kulturen, Mentalitäten und Sprachen. Vielfalt ist ihre Stärke. Mit „Die Königin von Hamburg und der Matrose von Übersee“ schafft der Komponist, Jazz-Musiker und Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg Wolf Kerschek eine kaleidoskopartige Collage verschiedener bekannter Werke der Klassik, die die Geschichte von Gegensätzen und Gemeinsamkeiten erzählt. Welchen Mehrwert können wir daraus ziehen, wenn wir die Kontraste in uns und der Gesellschaft akzeptieren? Der öffentliche Raum der Laeiszhalle wird zum Schauplatz eines klanglichen Ringens um das Gleichgewicht zwischen den Polen unseres kollektiven Geistes.
    Wir befinden uns zunächst am frühmorgendlichen Hafen bei den geschäftigen Landungsbrücken. Die zahlreichen Geräusche des hanseatischen Alltags bieten die atmosphärische Kulisse – das schlagende Herz Hamburgs besteht aus Möwengeschrei, Schiffsgeräuschen und Stimmengewirr. Es erklingen, lebhaft arrangiert für verschiedene Ensembles der Jugendmusikschule, traditionelle Hamburger Melodien neben Antonìn Dvoraks „In der neuen Welt“-Symphonie. Auf diese Weise scheint das Herz Hamburgs dem Multikulturland Amerika nicht unähnlich zu sein. Hörbar eingebracht durch den Jazz-Saxofonisten Fiete Felsch, durchdringen Rhythmen und Melodien des Jazz und des Blues das Stück. Visuell dargestellt als die Figur eines nordisch-nüchternen Matrosen trifft er auf den als königliche Erscheinung personifizierten Jungstar des klassischen Saxofons, die Echo-Preisträgerin Asya Fateyeva. Gegensätze, die sich abstoßen und anziehen, ein musikalisches Streitgespräch zwischen Jazz und Klassik, Männlich und Weiblich. Kompositorische wie szenisch umkreisen sich die beiden in einem spannenden Frage- und Antwortspiel, welches jeweils von den verschiedenen Ensembles unterstützt wird. Trotz Konfliktpotentials finden beide letztendlich zueinander und bilden musikalische Synergien. Diese Komposition soll ein Plädoyer dafür sein, die Vielfalt Hamburgs zu begrüßen. So wie verschiedene Bruchstücke allgemein bekannter Melodien des klassischen Repertoires zu einem bunten Potpourri des produktiven Austausches zusammenfinden, sich immer wieder neu verweben, um letztendlich zu einem großen Ganzen zu werden, sollen auch die unterschiedlichen Menschen jeden Alters, Geschlechts und Nationalität zueinander finden zu dem, was wir eine sich gegenseitig befruchtende, diverse Gesellschaft nennen. Es musizieren Big Band und Orchester, Mädchenchor und Perkussion-Ensemble, Posaunengruppe und Saxofonsolisten, Lehrer und Schüler auf ungewöhnliche Weise zusammen. Auf die gleiche Weise, wie wir uns beim gemeinsamen Musizieren verstehen, können wir auch im Alltag verstehen lernen. Ein offenes Tor zu Welt macht es möglich.
    (Text: Aileen Schneider) Show less
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