Konstantin Wecker liest "Manche freilich" von Hugo von Hofmannsthal

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Uploaded by on Jan 6, 2012

Manche freilich




Manche freilich müssen drunten sterben
wo die schweren Ruder der Schiffe streifen,
andere wohnen bei dem Steuer droben,
kennen Vogelflug und die Länder der Sterne.

Manche liegen mit immer schweren Gliedern
bei den Wurzeln des verworrenen Lebens,
anderen sind die Stühle gerichtet
bei den Sibyllen, den Königinnen,
und da sitzen sie wie zu Hause,
leichten Hauptes und leichter Hände.

Doch ein Schatten fällt von jenen Leben
in die anderen Leben hinüber,
und die leichten sind an die schweren
wie an Luft und Erde gebunden.

Ganz vergessener Völker Müdigkeiten
kann ich nicht abtun von meinen Lidern,
noch weghalten von der erschrockenen Seele
stummes Niederfallen ferner Sterne.

Viele Geschicke weben neben dem meinen,
durcheinander spielt sie all das Dasein,
und mein Teil ist mehr als dieses Lebens
schlanke Flamme oder schmale Leier.

Hugo von Hofmannsthal

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All Comments (3)

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  • ...eine wunderbare Verbindung von Dichtung und Musik, ganz im Geist von Hugo von Hofmannsthal (s. seine Zusammenarbeit mit Richard Strauss).

    Viele Grüße!

  • Toll interpretiert... danke.

  • schön, danke!

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