Heute jährt sich zum 76. Mal der Tag an dem der Dichter und Anarchist Erich Mühsam von SS Leuten im KZ Oranienburg ermordet wurde.
In Erinnerung an ihn: http://halbstark.blogsport.de/2010/07/12/fuer-erich-muehsam/
"Mein Gefängnis" ist ein Gedicht, das von Erich Mühsam während seiner Haft aufgrund der Beteiligung an der Münchener Räterepublik verfasst wurde. Hier wird es von der Gruppe Dreyheit interpretiert.
Auf dem Meere tanzt die Welle
nach der Freiheit Windmusik.
Raum zum Tanz hat meine Zelle
siebzehn Meter im Kubik.
Aus den blauen Himmeln zittert
Sehnsucht, die die Herzen stillt.
Meine Luke ist vergittert
und ihr dickes Glas gerillt.
Liebe tupft mit bleichen leisen
Fingern an ein Bett ihr Mal.
Meine Pforte ist aus Eisen,
meine Pritsche hart und schmal.
Tausend Rätsel, tausend Fragen
machen manchen Menschen dumm.
Ich hab eine nur zu tragen:
Warum sitz ich hier? Warum?
Hinterm Auge wohnt die Träne,
und sie weint zu ihrer Zeit.
Eingesperrt sind meine Pläne
namens der Gerechtigkeit.
Wie ein Flaggstock sind Entwürfe,
den ein Wind vom Dache warf.
Denn man meint oft, daß man dürfe,
was man schließlich doch nicht darf.
Mühsam lebt weiter in unsere Herzen, in unseren Kämpfen, in unseren Ideen und in seinen Texten sowieso! Es werden bessere Zeiten kommen keiner hat umsonst sein Leben gelassen!
(A)Freiheit(A)
hopperklopper22 1 year ago 2