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Stromnetz zu unflexibel - Netzmanagement

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Uploaded by on Jun 9, 2011

3sat nano - 24.06.2010

Stromnetz zu unflexibel
Neue Stromleitungen für regenerative Energie nötig
"Wir brauchen kleinere und dezentrale Anlagen und nicht Kohle- oder Kernkraftwerke, denn diese sind technisch zu inflexibel."

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Uwe Leprich von der Uni Saarbrücken betonte jedoch auch, dass man nicht von heute auf morgen alle Großkraftwerke abschalten könne. "Es geht darum, dass wir hineinwachsen in ein Stromsystem, in dem wir immer stärker die erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne nutzen." Da diese Energien jedoch nicht ständig in gleicher Menge vorhanden sind, müsse das ganze System umgebaut werden. Großkraftwerke können bei einem großen Angebot von Strom aus Wind- und Photovoltaik-Anlagen nur schlecht heruntergeregelt werden - Überlastungen des Stromnetzes können die Folge sein.

Die deutschen Stromnetze sollen deshalb schneller ausgebaut werden können. Der Bundesrat stimmte am 12. Juni 2009 einem Gesetz zu, mit dem die Planungs- und Genehmigungsverfahren für 24 wichtige Vorhaben beschleunigt werden können. Außerdem sollen mit dem Gesetz auch der Bau und die Verlegung von Hochspannungsleitungen unter die Erde forciert werden.

Die neuen Höchstspannungsnetze sollen vor allem den Strom aus Windkraftanlagen, aber auch aus neuen und effizienteren konventionellen Kraftwerken zum Verbraucher transportieren. Von dem Gesetz könnten zudem Windkraftanlagen profitieren, die Energie in verbrauchsarmen Zeiten speichern und dann wieder abgeben, wenn der Strombedarf besonders groß ist.

Wissenschaftler aus Kassel haben Norwegen im Blick
Forscher wollen regenerative Energie weit transportieren
Forscher aus Kassel arbeiten an einer 600 Kilometer langen Verbindung, die 2011 Strom von Norwegen nach Deutschland transportieren soll. "Kollegen haben ausgerechnet, dass allein die Standorte in Norwegen ausreichen würden, ganz Europa mit Strom zu versorgen", sagt der wissenschaftliche Leiter des Kassler Instituts für Solare Energieversorgungstechnik (ISET), Jürgen Schmid. "Allerdings haben wir große Schwankungen: Vor allem im Winter wird dort mehr Strom erzeugt - weniger im Sommer. Im Sommer hätten wir ein Problem, das wir ausgleichen durch die Kombination mit Windkraftwerken an anderen Standorten."

"Das norwegische System ist sehr gut zur Regulierung des Stromnetzes geeignet", sagt Lars Audun Fodstad, Geschäftsführer der Sira-Kvina-Kraftwerke in Norwegen. "Es kann Strom liefern, wenn der Wind nicht bläst und kann überschüssigen Strom aufnehmen." 99 Prozent des norwegischen Stromes werden mit Wasserkraft erzeugt. Freie Kapazitäten könnte man nutzen, um Strom der Nachbarländer zu speichern. "Man produziert den Strom dann, wenn er benötigt wird." Zudem könne man ihn "ganz einfach regulieren. Innerhalb von wenigen Minuten kann man ihn von Null auf volle Leistung hochfahren und umgekehrt."

Wind- oder Solarstrom soll eine Pumpe antreiben
Windstrom soll weite Strecken zurücklegen können
Die Pumpe soll von überschüssigem Windstrom der Offshore-Windparks oder dem Solarstrom aus Südspanien angetrieben werden. Das Wasser des nahe gelegene Sirdal-Svannet-Sees wird ein paar hundert Meter weiter hoch in ein anderes Reservoir gepumpt. Der Pegel des riesigen Sees sinkt dabei nur um wenige Zentimeter. Bei Strombedarf strömt das Wasser wieder durch die Turbine zurück. Sein Kraftwerk leistet über 600 Megawatt - genug, um eine Großstadt zu versorgen. Das Sira-Kvina-Kraftwerk in Tonstad ist eines von fünfzig Wasserkraftwerken in Norwegen.

Dazu bedarf es eines europaweiten Stromnetzes, weiß Schmid. "Das Hochleistungsnetz der Zukunft wird von Norwegen über Mitteleuropa bis Sizilien oder bis nach Südspanien reichen. Es wird in der Lage sein, die Offshore-Windenergie vom Norden mit der Solarenergie im Süden zu verbinden."

"Die Kosten für die Technik sind auch anfänglich hoch wie bei jeder Technik", schätzt der Direktor des Instituts für Technische Thermodynamik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Hans Müller-Steinhagen. "Sie werden aber sicherlich in 15 Jahren die existierenden konventionellen Technologien erreichen oder sogar unterschreiten. Dann rechnet sich das auch wirtschaftlich." Müller-Steinhagen geht davon aus, dass der vorgeschlagene Mix aus erneuerbaren Energien mit einem Anteil zwischen 15 und 20 Prozent des Importstroms ab 2025 zu einem volkswirtschaftlichen Gewinn führe.

Kritiker haben erhebliche Bedenken an dem geplanten System: "Ich glaube, dass diese Berechnungen eine ganze Reihe von Randbedingungen außer Acht lassen", sagt Hermann Scheer, Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien. Zum Beispiel habe man nicht berücksichtigt, dass neue Monopole entstünden. Es werde sich um zentrale Anbieter handeln, die große Mengen Strom etwa von Nordafrika nach Europa transferieren. Diese könnten die Preise diktieren.

http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=25774

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All Comments (1)

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  • ...normalerweise waechst der Mensch ja mit den Aufgaben,

    allerdings koennen wir das von NetzBetreibern nicht wirklich erwarten.

    Sie: "...seien gezwungen, bei zu viel Strom-Angebot

    die "Erneuerbaren" zu reduzieren..."

    so ein Betreiber-Chef in diesem Video..

    Das wage ich zu bezweifeln. Man muss es nur wollen. Das Wind und Photovoltaik "fluktuierende Kaaefte sind, wussten wir schon seit den 1970er Jahren, das kommt nicht wirklich ueberraschend, Haette den Jungs schon mal `was einfallen koenen..

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