F-104G Starfighter - Der Sonne entgegen Teil 1/3

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Uploaded by on Jul 23, 2009

Der Lockheed F-104 Starfighter war ein einstrahliges Kampfflugzeug aus US-amerikanischer Produktion. Er wurde ab 1954 von Lockheed in großer Stückzahl gebaut und in den Luftstreitkräften mehrerer NATO-Staaten eingesetzt.

Außer unter seinem offiziellen Namen wurde der Starfighter in seiner deutschen Ausführung auch als Witwenmacher, Erdnagel, fliegender Sarg, oder Sargfighter bekannt, unter Anspielung auf seine hohe Unfallquote bei den Luftstreitkräften der Bundeswehr.

Das Kampfflugzeug war als reiner Tag- und Abfangjäger konzipiert, optimiert für hohe Geschwindigkeiten und Steigraten. Von der United States Air Force, die ihn ursprünglich in Auftrag gegeben hatte, wurde er allerdings nur kurz eingesetzt, da man später größeren und vielseitigeren Typen den Vorzug gab. Im Ausland wurde er länger eingesetzt, in Italien sogar bis 2004. Dabei wurde jedoch das Einsatzprofil häufig geändert, so diente die F-104 in Deutschland zuletzt als Allwetter-Jagdbomber.

Die Maschine verfügte über ein damals hochmodernes Radargerät Typ NASARR (North American Search and Ranging Radar) der US Firma Autonetics. Ein Infrarot-Zielgerät mit Schussbereichsrechner waren ebenfalls an Bord.

Unter dem Cockpit wurde links eine sechsläufige 20-mm M 61 A-1 „Vulcan" Maschinenkanone (System Gatling) mit einer Kadenz von 4000 Schuss/min. eingebaut - die Kanone wurde bei den Aufklärerversionen durch den Kamerasatz ersetzt. Eine Rumpfstation und zwei Unterflügelstationen ermöglichten das Mitführen diverser Abwurfmunition: Bomben max. 1000 lbs (ca. 450kg), Raketen (Luft/Boden „FFAR 70 mm") und Lenkflugkörpern (Luft/Luft Sidewinder AIM-9B, Luft/Boden AS 30, Luft/Schiff „Kormoran").

Die Bundeswehr setzte von Sommer 1960 bis zur Ausmusterung am 22. Mai 1991 insgesamt 916 Starfighter ein; davon gingen knapp ein Drittel, nämlich 292 Maschinen, durch Unfälle verloren. Allein von 1961 bis 1964 waren es 64 Maschinen. Bis 1991 verunglückten 116 deutsche Piloten tödlich. Im Jahr 1970 unter anderem auch der Marineflieger Olt. z. S. Joachim von Hassel, Sohn des damaligen Bundestagspräsidenten Kai-Uwe von Hassel.
Die vielen Abstürze fanden wohl deshalb statt, weil die Maschine nachträglich mit vielen Geräten und zusätzlicher Bombenlast aufgerüstet wurde, obwohl sie dafür nicht gebaut wurde. Der Starfighter war schlichtweg überladen.

Die Bundeswehr nutzte dabei die Versionen F-104G in unterschiedlichen Rüstzuständen als Jäger, Jagdbomber, Atombomber und zur Seekriegsführung. Weiterhin die RF-104G, welche statt der Bordmaschinenkanone der F-104G mit mehreren Kameras zur Aufklärung ausgerüstet war. Zur Ausbildung wurde in den ersten Jahren die F-104F, ein zweisitziger Trainer auf Basis der F-104D der USAF, genutzt, da die eigentlich vorgesehene TF-104G, ein ebenfalls zweisitziger Trainer auf Basis der F-104G, noch nicht fertig war. Diese wurden aber relativ schnell durch die TF-104G ersetzt und ausgemustert.

Am 16. Mai 1958 stellte eine F-104A mit 2259,538 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord auf, und am 14. Dezember 1959 erreichte eine F-104C die Weltrekordhöhe von 103.395 Fuß (=31.535,5 m). Der Starfighter war das erste Flugzeug, das gleichzeitig die Rekorde für Geschwindigkeit, Höhe und Steigrate hielt.

Luftwaffenhauptmann Heltzels Notlandung in Nörvenich fand 1988 Eingang ins Guinness-Buch der Rekorde, da die Landegeschwindigkeit mit 435 km/h die höchste Geschwindigkeit war, mit der je ein Flugzeug erfolgreich aufgesetzt wurde.

Technischen Daten der F-104G (Deutsche Version):
Typ: Jagdbomber
Länge: 16,66 m
Flügelspannweite: 6,36 m
Flügelfläche: 18,22 m²
Flügelstreckung: 2,22
Höhe: 4,09 m
Leergewicht: 6.350 kg
Normales Startgewicht: 9.365 kg
Maximales Startgewicht: 13.170 kg
Höchstgeschwindigkeit: Mach 1,74 bzw. 1.845 km/h (auf optimaler Höhe)
Steiggeschwindigkeit: 244 m/s
Dienstgipfelhöhe: 15.240 m
Einsatzradius: ohne Zusatztanks: 670 km, mit Zusatztanks: 1.740 km
Stückpreis: 1,42 Million US-$
Produktionszeit: 1956 bis 1979
Stückzahl: 2.578

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Uploader Comments (cyberarmy007)

  • Das JG 74 (Mölders !!!!!!!!!!!!) is gleich bei mir um die Ecke. Aber ich weiß von meinen Eltern das die Dinger geflogen sind wie Steine.

    Naja, die Amis hatten das Teil jeweils als Bomber,Jäger und Aufklärer. Die deutsche Lustwaffe wollte alles in einem.

    An und fürsich ei äußerst schickes Flugzeug.

    Die Phantom sah zwar nicht so schik aus, dafür konnte sie diesen Anforderungen gerecht werden.

    R.I.P. F4F Phantom II (vom Jagdgeschwader MÖLDERS!!!!! )

  • Das JG 74 "Mölders" in Neuburg a.d. Donau bekam den F-104 Starfighter im Jahr 1964. Bereits nach 10 Jahren erfolgte 1974 die Umrüstung auf die F-4F Phantom II.

  • Für mich ist die F-104 auch heute noch mit Abstand das schönste Flugzeug. Habe sie in meinen Kindertagen mal von Nörvenich starten sehen. Dieses Erlebnis lässt mich nicht mehr los. Vielen Dank für dieses Filmjuwel, es ist fantastisches Materia...Gänsehautl!!!

    Gruss

    Frank

  • Das JaboG 31 "Boelcke" in Nörvenich war das erste Geschwader der Luftwaffe das mit dem Starfighter einsatzbereit war. Von 1962 bis zur Ausmusterung 1983 absolvierten die F-104 Starfighter dort insgesamt 211.412 Flugstunden.

Top Comments

  • Super Film, danke für diesen Klassiker!

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All Comments (28)

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  • Auch wenn 116 deutsche Starfighter Piloten den Tod fanden, finde ich das die "104" eine Schönheit unter den Jets ist!

    Hab mir 2000 mal die 104 im Technik Museum München angesehen!

    Eifach toll!

    Der "Erdnagel" ist ein toller Jet!

  • hehe wer is deutsch

  • @MasterchiefND Leider waren die Maschinen mehr als Überladen. Deshalb auch die 260 Unglücke. Ich kenne 2 ehemalige F104 Piloten. Beide sind der Meinung, dass der Starfighter die Krönung des Esthetischen Flugzeugbaus war. Damit gebe ich denen recht. Was haben wir denn heute? Den Eurofighter. Toll. 300 Mrd. Euro teures Plastik, welches jetzt schon nicht mehr up to date ist.

  • Das sind Boelcke F104 G´s. Stationiert waren Sie in Kerpen - Nörvenich ( ETNN ). Dieses Geschwader war auch das Erste nach der Neugründung der Luftwaffe. Franz-Josef Strauss hatte es Persönlich eingeweiht.

  • scheiß doch druf, heutzutage ham wir den besten mehrzweck kampfflieger wauf der ganzen welt.

  • @cyberarmy007: Sehe ich ebenso: Der Starfighter wurde hier zweckentfremdet & sollte ein Alleskönner werden. Eine ähnliche Jabo-Fehlentscheidung wie Adolf mit der Me 262. Nur, dass diese ZWEI Düsen hatte & Adolf angeblich ein Idiot war!

  • Cooler Film, das Original habe ich noch als Super-8-Film. Mein Vater war damals in Nörvenich Chrf der Technischen Gruppe und ist auch im Film zu sehen.

  • Geile Mukke am Anfang =)

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