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Ruine der Wasserburg Mechelgrün ( Teil 2 )

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Uploaded by on Aug 13, 2010

1. Teil des Videos: http://www.youtube.com/watch?v=ScHXYfDDnrw

Kontakt zu Verdandi1: mandysteiner@hotmail.de

Artikel aus der Freien Presse,erschienen am 5.August 2010:

"Schlossherr" nach Ägypten verzogen

Ruine des Wasserschlosses Mechelgrün verfällt zusehends - Bauaufsicht kommt an Eigentümer nicht heran

Der Anblick ist einer der romantischsten im ganzen Vogtland: Eine Ruine aus Natursteinen spiegelt sich im Wasser eines kleinen Sees. Die Natur hat sich zwischen den historischen Gemäuern breitgemacht. Grün schließt die Ruine fast gänzlich ein. Efeu rankt sich an den Fensteröffnungen in die Höhe. Das Areal um das Wasserschloss Mechelgrün wirkt verwunschen.

So faszinierend der erste Anblick ist, auf den zweiten Blick wird der Verfall offenbar. Noch wenige Jahre, das steht zu befürchten, und die Mauern fallen in den See. Kulturgut ginge damit unwiederbringlich verloren. Auffällig ebenfalls: Das Areal ist nicht gesichert, kein Zaun versperrt den Zugang.

Mit Sorge wird diese Entwicklung nicht nur in Mechelgrün verfolgt, sondern auch bei der Bauaufsicht im Landratsamt. "Der einsturzgefährdete Zustand ist der Bauaufsicht seit Jahren bekannt", sagt Lutz Zahn, Sachgebietsleiter Bauaufsicht/Denkmalschutz. Doch der Behörde sind die Hände gebunden. Sie kommt an den Eigentümer nicht heran. Nach Informationen der "Freien Presse" handelt es sich um die Firma ITA Fertigbau KG des 1999 verurteilen Bauunternehmers Hans-Joachim Paul, der in Mechelgrün in den 1990er Jahren für etliche Bauvorhaben verantwortlich war.

1992 erwarb die Firma das Schloss für 2000 Mark. Zuletzt hatte Paul seinen Wohnsitz in Bayreuth. Zahn: "Der Eigentümer hat sich laut Auskunft der Stadtverwaltung Bayreuth nach Ägypten abgemeldet. Sämtliche Versuche, ihn dennoch aufzufinden, verliefen im Sande", sagt Zahn. Damit könne der Eigentümer nicht zur Verantwortung gezogen werden. Dieser hätte sowohl das Gelände mit einem Zaun abzusperren als auch die Pflicht, das Denkmal vor dem Verfall zu bewahren. "Beim Wasserschloss Mechelgrün handelt es sich um ein kulturhistorisch wertvolles und damit unbedingt zu erhaltendes Denkmal", stellt er klar.

Was also tun? Die Behörde geht davon aus, dass die notwendige Einzäunung mit mehreren zehntausend Euro zu Buche schlagen würde. "Diese Kosten müsste der Landkreis bei gleichzeitiger, langjähriger Unterhaltungspflicht tragen", überlegt Lutz Zahn. Ein Ergebnis gibt es noch nicht. Man sei bemüht, den Sachverhalt "abschließend juristisch zu klären", so die etwas nebulöse Antwort.

Große Spielräume gibt es indes nicht. Wird von der Behörde festgestellt, dass Gefahr in Verzug ist, muss sie auf eigene Kosten eine so genannte Ersatzvornahme veranlassen. Die Kosten hätte der Eigentümer zu tragen. Da der nicht greifbar ist, bliebe wohl der Landkreis darauf sitzen. Eine weitere Option könnte eine Übernahme durch die Kommune sein, wie Werner Staude vom Treuener Ordnungsamt sagt. Treuen ist durch die Verwaltungsgemeinschaft für Mechelgrün mitverantwortlich und kennt das Problem seit Jahren. Er sieht die Gemeinde in der Pflicht, sich dem Thema anzunehmen.

Gleichzeitig räumt er aber ein, dass die mit der Ruine überfordert sein könnte. "Der Erhalt des Treuener Schlosses beispielsweise wäre ohne den rührigen Förderverein nicht gegangen", ist Staude überzeugt. Auch die für Mechelgrün verantwortliche Neuensalzer Bürgermeisterin Carmen Künzel (parteilos) meldet große Zweifel an. "Wir haben kein Geld für ein Spielgerät im Kindergarten geschweige denn für ein Wasserschloss."

Eine private Initiative wie in Treuen gab es vor rund zehn Jahren auch in Mechelgrün. Jegliche Aktivitäten scheiterten jedoch an den Eigentumsverhältnissen.


Stichwort: Wasserschloss

Laut Internetlexikon Wikipedia wurde die Wasserburg im 12. Jahrhundert erbaut, erstmals 1267 erwähnt, im 14. Jahrhundert schlossartig ausgebaut und befand sich bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts im Besitz der Familie Rabe, einer Seitenlinie der Trautenberger, die im Vogtland weit verzweigt war. 1465 wurde die Anlage zerstört, mit vier Ecktürmen wieder aufgebaut und erhielt 1475 im östlichen Turm eine Kapelle. Nachdem 1670 die Anlage bis auf die Grundmauern abgebrannt war, wurde sie um 1675 etwas verändert neu erbaut. Nach der Familie von Rabe kam die Burg an die Herren von Tettau und dann bis 1945 an die Familie Uibrig. Bei Umgestaltungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden zwei Rundtürme beseitigt, der Wassergraben teilweise verfüllt und durch einen Zugangslauf zum Rabenbach entstand der Schlossteich. Im 20. Jahrhundert verfiel die Anlage. Zuletzt existierten in den 1990er Jahren Pläne für den Wiederaufbau als Hotel. Davon kündet noch eine Bautafel.

Von Tino Beyer

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