Am 19. Juni fand in Berlin nahe Potsdamer Platz die Kultusministerkonferenz statt. Eine Kundgebung von Studierenden entwickelte sich zu einer Critcal Mass, welche die Innenstadt für knapp fünf Stunden in Atem hielt. Unter anderem wurde die Leipziger Straße blockiert, der Amtssitz des Bildungssenators Zöllner am Spittelmarkt belagert, der Finanzsenat an der Klosterstraße besetzt, das Rote Rathhaus heimgesucht un der öffentliche Nahverkehr teilweise lahmgelegt.
Hier der Redebeitrag der Aktivist_innen im Finanzsenat
Kein Mensch ist Humankapital!
Wir sind hier weil wir uns gegen die umfassende Ökonomisierung der Bildungseinrichtung wenden. Wir lehnen die Ausrichtung von Wissensproduktion und -reproduktion entlang von Marktmechanismen und Profitorientierung ab. Unsere Kritik richtet sich gegen das gesamte Bildungssystem. Selektion und Konkurrenz ziehen sich durch alle Stationen: von der Kita über das Schulsystem, höhere Bildungseinrichtungen, Berufsausbildung sowie Zwangsweiterbildungsmaßnahmen des Jobcenters. Letztendlich ist dieses Bildungssystem darauf ausgerichtet, die Sozialstruktur bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse zu reproduzieren oben bleibt oben, unten bleibt unten. D.h. noch lange nicht, dass wir uns mit einer erhöhten Durchlässigkeit des Bildungsystems zufriedengeben. Warum muss es überhaupt oben und unten geben!!??
Wir verweigern uns der Logik nationalstaatlicher Standortkonkurrenz. Das bedeutet, dass es uns nicht um mehr Geld für Bildung geht, weil wir auch in Frage stellen, wie der gesellschaftliche Reichtum erwirtschaftet wird.
Das globale Wirtschaftssystem produziert Massenarmut und Flucht. Doch die, die hier ankommen und leben, werden nicht zuletzt durch das Bildungssystem massiv ausgegrenzt. Sie werden durch diskriminierende Gesetze und Praktiken noch immer als Menschen zweiter Klasse behandelt: Abschiebelager, in denen Menschen jahrelang eingesperrt und systematisch entrechtet werden. Arbeits- und Berufsverbote und schließlich auch der Ausschluss vom Bildungssystem.
Besonders vor diesem Hintergrund muss es repressionsfreie Rückzugsräume geben offene und vor dem Zugriff der Polizei geschützte Räume in den Hochschulen und Schulen, in Kiezläden, sozialen Zentren und überall! Als ersten Schritt brauchen wir sofort ein bedingungsloses Campusasyl!
Und noch mal in aller Deutlichkeit: wir sind nicht hier, um Forderungen an Institutionen und FunktionsträgerInnen zu stellen, deren Autorität wir nicht anerkennen. Wir wollen eine breite Infragestellung bestehender Verhältnisse. Diese Verhältnisse werden nicht zuletzt hier, an diesem Ort, dem Finanzsenat, produziert und verwaltet. Wir müssen sie überwinden, damit Bildung keine Ware und Menschen kein Humankapital mehr sind!
SOOO ein MÜLL!!
feuermasters 1 year ago
Lass uns weiterhin nur drüber unterhalten und keine gewalt zeigen so sehen die politiker das wir gute menschen sind die ihre steuern zahlen und sich weiter hin von den vaterstaat in den arsch bumbsen lassen.;)
EXTRACHIERER 1 year ago
was für ne scheiße
Horus676 1 year ago