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ROMUALD KARMAKAR im Gespräch zu DIE HERDE DES HERRN

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Uploaded by on Jan 26, 2012

Kennwort Kino (3sat) Interview von Maik Platzen mit Romuald Karmakar zu seinem Film "Die Herde des Herrn", der beim Int. Film Festival Venedig 2011 in der Sektion Orizzonti uraufgeführt wurde.

»Der deutsche Regisseur Romuald Karmakar hat 2011 einen Dokumentarfilm fertig gestellt, der vom Verhältnis bayerischer und internationaler Katholiken zu ihren Päpsten Benedikt und Johannes Paul II. handelt. "Die Herde des Herrn" hatte im September 2011 auf dem Filmfestival von Venedig in der Sektion "Orizzonti" Premiere. "Kennwort Kino" hat mit Romuald Karmakar gesprochen.
Am Wochenende der Wahl von Papst Benedikt im Jahr 2005 besuchte Regisseur Romuald Karmakar das Geburtshaus von Kardinal Ratzinger im kleinen bayerischen Ort Marktl am Inn. Dort herrschte eine Art Ausnahmezustand. Hunderte von Menschen gingen auf der Straße, um ihren Papst zu feiern. Touristen, Wallfahrer und Einwohner erzählten dem Regisseur, was der neue Papst für sie und das kleine Örtchen Marktl bedeutet.

Viele Einwohner präsentierten sich dabei verblüffend geschäftstüchtig. Der Bäcker hat mit seinem Sohn eine Papsttorte gebacken, „genauso wie es der Papst mag". Doch auch kritische Stimmen waren zu hören. „Ich glaub' schon", bekennt eine Frau im Film, „aber nicht ganz fest." Und sie deutet an, dass das hohe Alter der ausschließlich männlichen katholischen Würdenträger sie befremdet.

Zwischen Trauer und Seligkeit

Die zweite Hälfte von Romuald Karmakars Films springt 11 Tage in der Zeit zurück, aus der Provinz in die Metropole. In Rom wird das Requiem auf den verstorbenen Johannes Paul II abgehalten. Gläubige aus aller Welt sind gekommen um von ihrem Papst Abschied zu nehmen -- darunter auffallend viele junge Menschen. Karmakar beobachtet sie in ihren Gefühlszuständen zwischen Trauer und Seligkeit, aber auch in ihrer körperlichen Erschöpfung und ihrer Gestresstheit während des Mega-Events.

Konsequent richtet Karmakar seine Kamera nicht auf das, was vorne am Petersdom im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit passiert, sondern auf die Gesichter und Körper derjenigen, die dorthin schauen.

Im deutschen Kino ist Romuald Karmakar eine Ausnahmeerscheinung.Einige seiner Filme, auch „Die Herde des Herrn" sind ohne finanzielle Unterstützung durch das Fernsehen entstanden und verweigern sich den entsprechenden Formatierungen.Eine ihrer Qualitäten ist es, die Erzählweisen des filmischen Mainstreams immer wieder in Frage zu stellen.«

http://www.facebook.com/cinekarmakar
http://www.romuald-karmakar.de/

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