Musikliebhaber im Glück
Ein unübersichtliches Angebot an Musik und Livebands im Rahmen der diesjährigen PopKomm macht die Entscheidung nicht leicht.
Wer aber an diesem Mittwoch sich für HAU 2 im beschaulichen 61er Kreuzberg und für die Katalanische Band des Saxophonisten Lliberty Fortuny entschieden hatte schnappte das große Los. Electro Quintet vom feinsten. Nicht wunder, daß auf der Bühne "nur" vier sind. Der Tontechniker, habe ich mir sagen lassen, gehört als fester Bestandteil dieser Gruppe.
Das experimentierfreudige aus Barcelona stammende Quintett Llibert Fortuny legte ein fulminantes Konzert allerdings im halbleeren Theater.
Ein gutdurchdachtes vor allem einwandfrei umgesetzten Repertoire in einer Mischung von Jazz, HipHop, Rockfusion und Folkloristisches hatten die Musiker im Gepäck. Letzteres durch eine persönliche Note so verwandelt, dass der ohnehin recht problematisch besetzen Begriff der Folklore gar nicht mal nötig wird.
Das Letzte Stück des Abends, Double Step, belegte dies unwiderruflich.
Die Musiker, herausragend im Einzeln und auf der Bühne perfekt harmonierend. Jeder beherrschte blendend sein Arbeitswerkzeug.
Der Schlagzeuger Dani Dominguez sticht aus dieser ohnehin erstklassige Liga hervor. Ihm beim Spielen zuschaeun schon ein Genuß. Beim Zuhören weißt man, dieser Kerl wurde geboren um hinter einem SchlagzeugSet zu sitzen.
Seine Fähigkeit HardHipHop kraftvoll zu spielen und dabei bis in die Fingerspitzen Filigran zu bleiben lässt auch Kritikeraugen starren und staunen gleichermassen.
Llibert Fortuny, der Bandleader persönlich, moderierte den ganzen Abend im überzeugenden Englisch und versuchte, oft vergeblich, das kühle Publikum miteinzubeziehen.
Mit seinen Musikern ist ihm dies immer gelungen.
Ähnlich wie Marcus Miller, instruiert er seine Musiker während des Konzertes und holt, so wie der Meister, die Bestleistung aus ihnen heraus.
Der Titel der dritten CD „Double Step", Morfina, wie vom Leader selbst anmoderiert, erzählt von den Bildern, als er
Aufgrund einer Beinverletzung im Krankenhaus lag. Für mich, das schönste Stück auf der aktuellen CD (ihre Dritte).
Die Freejazz-geschädigten unter Euch können beruhigt sein. Das Saxophon ist so dominant wie es unbedingt sein musst und die Solis wenn lang, dann mit den anderen Instrumentalien recht gut ausgegliechen.
Fortuny stellt seinen Instrument vorne wenn es sein muß und, im Gegensatz zu anderen Kollegen, bezieht nicht nur seine Körpersprache seine Bühnenkollegen mit.
In dem Video, seht ihr eine musikalische Schlacht erster Güte.
ohhh yeaaaaahh!!!
C'mon Llibert!!
SergiChannel 4 years ago