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Die Altstadt von Damaskus

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Uploaded by on Sep 16, 2010

http://www.youtube.com/watch?v=F5B7R3HEYhA
Syrien, Damaskus paradies auf der Erde (1)

Die Altstadt von Damaskus
Altstadt von Damaskus
http://www.ndr.de/info/media/audio31816_podcast-podcast3012.html
von Frank Rainer Scheck
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-52040-6.html
Vielleicht ein Stück vom Paradies ...
http://de.sevenload.com/sendungen/Journal-Reporter/folgen/hFetg7y-Syrien-und-...
»Damaskus - Gott möge es beschützen! - Damaskus, Paradies des Orients, dessen Glanz in alle Welt strahlt, Inbild der Länder des Islam, junge Braut, die wir bewunderten, geschmückt mit duftenden Blumen und Pflanzen, gehüllt in das Brokatgewand ihrer Gärten«, schwärmte der andalusische Mekka-Pilger Ibn Jubair, als er im 12. Jahrhundert die Oasenstadt besuchte. Auch ein anderer arabischer Reisender, Ibn Batutta, fand Worte der Begeisterung für diese Stadt, die den Messias und seine Mutter beherbergt haben soll: »Wenn es das Paradies auf Erden gibt, dann gehört Damaskus ohne Zweifel dazu; und wenn das Paradies im Himmel liegt, dann ist Damaskus sein irdisches Gegenstück.«

Der Gedanke an ein Paradies mag mit der Gunst der Ortslage zusammenhängen, da Damaskus in einer besonders wasserreichen und fruchtbaren Oase liegt, hat aber gewiss auch religiöse Motive. Die moslemische Legende sieht in Damaskus den Geburtsplatz des Patriarchen Abraham. Die Fußspuren des Propheten Mohammed werden in einem südlichen Vorort gezeigt, und das Jesus-Minarett der Großen Moschee gilt als der Platz, an dem der im Islam als Prophet verehrte Jesus vor dem Jüngsten Gericht vom Himmel steigen wird, um den Kampf gegen den Anti-Christen aufzunehmen. Für die syrischen Christen wiederum besitzt die »Perle des Morgenlandes« deshalb eine besondere religiöse Ausstrahlung, weil hier das Haupt von Johannes dem Täufer bestattet liegt und sich Saulus zum Paulus wandelte. Religiöses Zentrum der Altstadt ist die Omajjaden-Moschee. Ihre Vorgeschichte beginnt mit dem ersten Sakralbau an der Stelle der heutigen Moschee, einem aramäischen Tempel. Die Römer bauten die gewaltige Tempelanlage des Jupiter Damascenus, von dem noch einige Hofmauern und ein Tor erhalten sind. Das christianisierte Damaskus wiederum ersetzte den Tempel durch eine Johannes-Kirche, die im 8. Jahrhundert unter dem Kalifen al-Walid in eine Moschee umgestaltet wurde, deren Grundform sich trotz späterer Umbauten erhalten hat. In einen dreischiffigen, quergelagerten Gebetssaal und einen weiten Hof mit Arkadenumgängen gegliedert, gehört sie zu den wegweisenden Bauleistungen des Islam. Besonders wertvoll sind die Mosaike, die das Paradies-Thema aufgreifen und eine fruchtbare Flusslandschaft mit Architekturgruppen und Bäumen zeigen.

Umgeben ist die Omajjaden-Moschee von bedeutenden Monumenten des islamischen Mittelalters. Die drei großen moslemischen Kämpfer gegen die Kreuzritter, Nur ad-Din, Saladin und Baibars, liegen hier bestattet. Vom segensreichen Wirken dieser Herrscher des 12. und 13. Jahrhunderts zeugt das Bimaristan des Nur ad-Din: ein 1154 erbautes Hospital, das mit einem festen Ärztestab und Abteilungen für Chirurgie, Orthopädie, Fieber- und Geisteskrankheiten weit über die zeitgleiche Institution des abendländischen Siechenhauses hinausragte. Religiöse Schulen (Medresen) wie die Nuriye aus dem 12. Jahrhundert dienten der Festigung des islamischen Glaubensbekenntnisses. Das Bad des Nur ad-Din, im 12. Jahrhundert erbaut und bis heute beliebter Treffpunkt der Damaszener Kaufleute, verweist auf die vorzügliche Wasserversorgung der Stadt, die ihren damals 100000 Einwohnern eine Hygiene ermöglichte, von der mittelalterliche Städte wie Florenz oder Venedig nur träumen konnten.

Das geschäftige Herz des alten Damaskus schlägt immer noch im Basar, im Souk. Waffenschmiede und Pferdehändler sind allerdings im Souk al-Hamidye längst verschwunden, nachdem nach einer Modernisierung im 19. Jahrhundert die neuen Ladenzeilen entstanden sind. Das Tonnendach aus Wellblech mit dem »künstlichen Sternenhimmel« ist eine Erinnerung an den Drusenaufstand von 1925, als die Franzosen das Dach des Souk mit Salven aus ihren Maschinengewehren durchsiebten. Die weitflächigen Khane wie der Khan Assad Pascha dienten den Groß- und Außenhandelskaufleuten als Warenlager und Kontore. Der Einzelverkauf erfolgt bis heute an Verkaufsständen und in kleinen Werkstätten. Es gibt die Viertel der Stoffhändler, den Teppich-Souk, schließlich den Bücherbasar, der auf den spirituellen Mittelpunkt Damaskus' zuläuft, auf die Omajjaden-Moschee. Werkstätten wie die der Blechschmiede und Gerber, von denen Lärm- oder Geruchsbelästigung ausgeht, sind aus verständlicher Umsicht in die Außenbezirke verbannt worden.
http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/reisen/wke/index,page=1860...

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