Evolutionärer Humanismus: Die "10 AnGebote"

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Uploaded by on Feb 2, 2011

http://www.facebook.com/EvoHumanismus ... Die Zehn AnGebote des Evolutionären Humanismus (Originalfassung):

Vorbemerkung: Diese zehn „Angebote" wurden von keinem Gott erlassen und auch nicht in Stein gemeißelt. Keine „dunkle Wolke" sollte uns auf der Suche nach angemessenen Leitlinien für unser Leben erschrecken, denn Furcht ist selten ein guter Ratgeber. Jedem Einzelnen ist es überlassen, diese Angebote angstfrei und rational zu überprüfen, sie anzunehmen, zu modifizieren oder gänzlich zu verwerfen.

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1. Diene weder fremden noch heimischen „Göttern" (die bei genauerer Betrachtung nichts weiter als naive Primatenhirn-Konstruktionen sind), sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern! Diejenigen, die behaupteten, besonders nah ihrem „Gott" zu sein, waren meist jene, die dem Wohl und Wehe der realen Menschen besonders fern standen. Beteilige dich nicht an diesem Trauerspiel! Wer Wissenschaft, Philosophie und Kunst besitzt, braucht keine Religion!

2. Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten! Du wirst nicht alle Menschen lieben können, aber du solltest respektieren, dass jeder Mensch -- auch der von dir ungeliebte! -- das Recht hat, seine individuellen Vorstellungen von „gutem Leben (und Sterben) im Diesseits" zu verwirklichen, sofern er dadurch nicht gegen die gleichberechtigten Interessen Anderer verstößt.

3. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Bedenke, dass die Stärke eines Arguments völlig unabhängig davon ist, wer es äußert. Entscheidend für den Wahrheitswert einer Aussage ist allein, ob sie logisch widerspruchsfrei ist und unseren realen Erfahrungen in der Welt entspricht. Wenn heute noch jemand mit „Gott an seiner Seite" argumentiert, sollte das keine Ehrfurcht, sondern Lachsalven auslösen.

4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten -- es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen! Wer in der Nazidiktatur nicht log, sondern der Gestapo treuherzig den Aufenthaltsort jüdischer Familien verriet, verhielt sich im höchsten Maße unethisch -- im Gegensatz zu jenen, die Hitler durch Attentate beseitigen wollten, um Millionen von Menschenleben zu retten. Ethisches Handeln bedeutet keineswegs, blind irgendwelchen moralischen Geboten oder Verboten zu folgen, sondern in der jeweiligen Situation abzuwägen, mit welchen positiven und negativen Konsequenzen eine Entscheidung verbunden wäre.

5. Befreie dich von der Unart des Moralisierens! Es gibt in der Welt nicht „das Gute" und „das Böse", sondern bloß Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Lernerfahrungen. Trage dazu bei, dass die katastrophalen Bedingungen aufgehoben werden, unter denen Menschen heute verkümmern, und du wirst erstaunt sein, von welch freundlicher, kreativer und liebenswerter Seite sich die vermeintliche „Bestie" Homo sapiens zeigen kann.

6. Immunisiere dich nicht gegen Kritik! Ehrliche Kritik ist ein Geschenk, das du nicht abweisen solltest. Durch solche Kritik hast du nicht mehr zu verlieren als deine Irrtümer, von denen du dich besser heute als morgen verabschiedest. Habe Mitleid mit jenen Kritikunfähigen, die sich aus tiefer Angst heraus als „unfehlbar" und ihre Dogmen als „heilig" (unantastbar) darstellen müssen. Sie sollten in einer modernen Gesellschaft nicht mehr ernst genommen werden.

7. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher! Was uns heute als richtig erscheint, kann schon morgen überholt sein! Zweifle aber auch am Zweifel! Selbst wenn unser Wissen stets begrenzt und vorläufig ist, solltest du entschieden für das eintreten, von dem du überzeugt bist. Sei dabei aber jederzeit offen für bessere Argumente, denn nur so wird es dir gelingen, den schmalen Grat jenseits von Dogmatismus und Beliebigkeit zu meistern.

8. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst!

9. Genieße dein Leben, denn dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben!

10. Stelle dein Leben in den Dienst einer „größeren Sache", werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen woll(t)en! Eine solche Haltung ist nicht nur ethisch vernünftig, sondern auch das beste Rezept für eine sinnerfüllte Existenz.

• Michael Schmidt-Salomon: „Manifest des Evolutionären Humanismus" (Alibri Verlag)

Die Kurzfassung erschien u.a. in dem Buch "Die goldenen Regeln der Menschheit. Was man tun muss, wenn man das Richtige tun möchte: Lebensregeln, Gebote und Tugendkataloge vom Altertum bis heute". (Autor: Bernd Harder).

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All Comments (138)

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  • @ytaccmsc eher anti-sekte

  • mit punkt 4 bin ich nicht ganz konform...einen " notfall" definiert vlt jeder anders?! wäre ein interessantes Disskusionsthema. danke für die Einladung!

  • @malko66 Genau. Religiöse Praktiken sind auf jeden Fall zu hinterfragen, aber ich persönlich würde nie auf den Gedanken kommen, dass hinter dem Leben kein Schöpfergeist steckt. Trotzdem stimme ich in allen anderen Punkten den "10 Angeboten" zu. Ich denke bei Ethik nicht nur an den Menschen, sondern (allerdings als vegan lebender Mensch) auch an das Wohlergehen der Tiere.

  • Alle Weltreligionen haben Dreck am Stecken. Egal ob Bibel, Koran oder sonst ein angeblich "heiliges Buch", sie alle wurden von Menschen verfasst. Unabhängig von den religiösen Aussagen in diesen Schriften - die man entweder glauben kann oder auch nicht - wird in ihnen eine Gottesvorstellung verbreitet, die ich ablehne! Man kann sagen, dass die Menschen "Gott" nach ihren Vorstellungen bildeten. Gewalt, Hass, Mord gehört zu den Attributen dieser Gottesvorstellung. "Gott" muss schizophren sein

  • Ich kann den meisten Aussagen dieser 10 Angebote zustimmen. Bin zwar kein Atheist gehöre aber keiner bestimmten Glaubensgemeinschaft und/oder Glaubensrichtung an. Unabhängig davon ob es ein Wesen oder eine Kraft gibt, die von uns Menschen als "Gott" bezeichnet wird (darauf kommt es auch nicht an), wichtig ist doch nur unser ethisches, unser humanistisches Handeln! Jeder sollte nach diesen Prinzipien handeln. Keine Religion, kein Glaube steht höher als der Humanismus.

  • all das setzt voraus, dass sich wirklich jeder mensch seines verstandes bedient. tut aber nicht jeder. dumme menschen gibt es, ob man will oder nicht.

  • Man sollte nie töten, auch nicht im Notfall...auch kein Tier, denn alles kommt zurück...irgendwann!

  • ......es lohnt sich drueber nachzudenken

  • was soll die musik? 1 tu gutes. diene keinem gott. diene der ethik 2 tu gerechtes 3 sei nicht blind. hab keine angst. rebelliere 4 nicht töten, betrügen, stehlen, lügen (außer es schadet der ethik) 5 urteile nicht über gut und schlecht.hilf und denk positiv 6 sei kritikfähig 7 zweifle an allem.trete für deine meinung ein. lass dich evtl überzeugen 8 sei gegen traditionen. informiere dich 9 genieße 10 diene der ethik allgemeinaussagen gemischt mit befehlen, umständlich formuliert. SEKTE
  • *****

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