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Ökosoziale Marktwirtschaft

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Uploaded by on Mar 2, 2009

"Es gibt im Bereich Marktwirtschaft eine sehr vielfältige Differenzierung nach der Art der Regulierung. Da gibt es sozusagen ein extremes Spektrum unregulierter Prozesse: Das wäre ein radikal-neoliberales, besser ein marktradikales Programm. Das will den Staat im Wesentlichen nur für Fragen des Eigentums und der Sicherheit, findet Regulierungen im Bereich des Sozialen und der Umwelt schädlich und ist in dieser Hinsicht massiv verschieden der Idee einer ökosozialen Marktwirtschaft, die den Staat natürlich auch will, in Fragen der Sicherheit, des Eigentums, aber zum Beispiel auch in Fragen der Regulierung der Märkte zur Vermeidung von Monopolbildung, als Akteur zu Durchsetzung von Transparenz und Umweltschutz, Konsumentenschutz und dann eben sozialem Ausgleich. Also der ökosoziale Markt ist extrem verschieden von einer marktfundamentalistischen Struktur. Die ökosoziale Struktur ist aber auch wesentlich verschieden von Planwirtschaft und Kommunismus. Es liegt irgendwo in der Mitte. Wir sind klare Vertreter ökosozialer Marktwirtschaft und die historische Betrachtung zeigt, dass das die Gesellschaften sind, die den größten Reichtum produzieren und gleichzeitig den Menschen die besten Möglichkeiten für Freiheit und Entfaltung geben. Das ist das ökosoziale Modell.
Interessanterweise haben wir nach dem zweiten Weltkrieg ein ökosoziales Modell eingeführt, nämlich die soziale Marktwirtschaft. Es gibt Leute die mögen auch die soziale Marktwirtschaft nicht, denen ist das schon zuviel Markt. Es gibt aber natürlich auch Leute, die wollen viel mehr Freiheit. Für die ist das soziale schon ganz nah am Sozialismus. Unserer Ansicht nach ist das die übliche Struktur aller entwickelten Staaten, im Besonderen in Europa. Und es ist das leistungsfähigste System, das wir kennen.
Jetzt kann man überlegen, wie war hier der Bezug nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Marshallplan. Nun der Marshallplan hatte als Voraussetzung, dass man sich für Demokratie und Marktwirtschaft entscheidet. Und das ist das Modell, für das stehen wir beim ökosozialen Modell Europa, da stehen wir beim Global Marshallplan. Das heißt es wurde uns etwas abgefordert, aber es ist das, was wir auch wollen würden. Hätte man uns eine marktradikale Struktur abverlangt, dann würden wir sagen, besser nicht. Hätte man uns aber eine kommunistische Struktur aufzwingen wollen, hätten wir gesagt auch besser nicht. Also wir mussten etwas tun, im Kontext Marshallplan, aber es war das, was die deutsche Gesellschaft nach dem Krieg auch tun wollte und aus diesem Grunde machte die Partnerschaft aus diesem Sinne Sinn.
Wogegen man sich aussprechen muss ist die Vorstellung Deutschland wäre durch den Marshallplan sozusagen wieder auf die Beine gekommen. Der Marshallplan wäre sozusagen das A und O gewesen, um da wieder hinzukommen und das wäre bei den armen Ländern auf dem Globus heute so ähnlich. Die Situationen sind heute überhaupt nicht vergleichbar. Deutschland war kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges auf dem Höhepunkt seiner Produktionsfähigkeit. Das industrielle System war nie soweit entwickelt, die Menschen waren nie so gut ausgebildet, die Infrastruktur war nie so gut. D.h. da war praktisch alles da und mit dem Hebel von ein wenig Auslandskapital konnte man die Prozesse in Gang setzen, mit denen eine gut ausgebildete Bevölkerung, die aus der miesen Situation raus wollte, in der sie war, aus dieser Situation raus kommen konnte. Aber die Voraussetzungen, die da waren, die waren das Entscheidende. Die waren viel viel wichtiger als das Geld, auch wenn dieses Geld in dieser spezifischen Situation ein wichtiger Hebel war.
Wenn wir jetzt auf den ganzen Globus schauen, dann ist die Aufgabe nicht dieselbe. Auf dem Globus haben wir es tatsächlich mit vergleichsweise nichtentwickelten Strukturen zu tun. Es gibt weder die Humanpotentiale, noch die Erfahrungen, noch die Infrastruktur, noch den Kapitalstock. D.h. die Prozesse die wir dort in Gang setzen müssen, sind sehr viel langsamer. Wir reden über Entwicklungen von 30, 40, 50, 60, 70 Jahren. Man kann im Moment in China sehr gut studieren, was möglich ist. Aber auch in China sieht man, wie lange es dauert. D.h. wenn wir heute über einen Global Marshallplan reden, dann ist das nicht einfach die Kopie des Marshall-Plan nach dem zweiten Weltkrieg. Es hat aber eine gewisse Anlehnung. Die Anlehnung ist, wir brauchen vernünftige ökosozial-regulierte Marktwirtschaften in Kombination mit demokratischen Prozessen. Und wir brauchen Querfinanzierung. D.h. es muss von den entwickelten Teilen etwas in die nicht entwickelten fließen. Und das muss richtig eingesetzt werden. Also die Bereitschaft eine bestimmte Strukturbildung mit Querfinanzierung zu koppeln. Das ist das, was wir aus dem Marshallplan nach dem zweiten Weltkrieg als Idee ableiten. Und diese Idee gilt es jetzt auf den Globus zu übersetzen, in einer zugegebenermaßen viel viel größeren Herausforderung, die die Welt stemmen muss."

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Nonprofits & Activism

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  • Am wichtigsten ist, dass wir die globale Ordnung demokratisieren. Dann koennen die Menschen selber entscheiden, wie viel sie regulieren oder nicht regulieren wollen - das ist Wohlfahrtsoptimierend.

    Zur Zeit herrscht die Logik des Internationalen Finanzsystems - eine Logik nicht Menschen.

    Globale Demokratie kann auf viele Wege herbeigefuehrt werden. Es gibt z.B. mehrere Initiativen zur Reform der UN; zur Errichtung eines gewählten Parlaments bei der UN; Internetinitiativen; Buendnisse demo...

  • grundsätzlich klug, aber zu wenig spezifisch.

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