Es läuten die 4 Glocken der Pfarrkirche Bludesch im Walgau.
Stimmung: e' fis' a' cis"
Glocken 1+2: Grassmayr, Innsbruck 1959
Glocken 3+4: Grassmayr, Innsbruck 1949
Die Pfarrkirche in Bludesch ist das Meisterstück der ersten Wandpfeilerkirche der Bregenzerwälder Barockbaumeister im Bodenseeraum und der einzige Kirchenbau von Michael Beer im Lande Vorarlberg überhaupt. Sie dokumentiert in schlichter und einfacher Weise diesen Übergang in den Barockbau des 17. Jahrhunderts. [5]
So wurde also 1650 die alte baufällige Kirche abgetragen und unter teilweiser Benützung der bestehenden Fundamente neu und größer gebaut. "Im Jänner fieng man an, die alte Kirche abzubrechen und begann dann den Bau der jetzigen Pfarrkirche. Herr Landvogt Rudolph von der Halden leitete und betrieb mit dem größten Eifer dieses Geschäft. Er und die ganze Familie der Halden zeigte dabey sehr große Wohltätigkeit. Unter teilweiser Benützung wurde sie neu und größer gebaut; der Kirchenneubau wurde am 27. August 1651 von Bischof Johannes von Chur geweiht. Sämtliche Bau- und Abbrucharbeiten wurden demnach in nur 19 Monaten durchgezogen". Da diese neue Kirche bedeutend höher als die bisherige war, musste auch der Kirchturm - im folgenden Jahr 1652 - um ein Beträchtliches aufgestockt werden. Das neue „neue Pfarrgotteshaus ist in einem einfachen Style fest, hoch, geräumig u. schön aufgeführt. Es ist gegen 16 Klafter lang, bereits 6 Klafter breit, u. vom Boden bis zur Mitte des Gewölbes, welches ganz aus Tropfsteinen gebaut ist, eben so hoch". [6] Die mit der Außenmauer verbundenen - nicht freistehenden - Pfeiler in rechteckiger Form bestimmen den Innenraum und fügen sich zum einfachen Kreuzgratgewölbe; das ist der Ursprung der ersten Wandpfeilerkirche im gesamten süddeutschen Raum: ein Werk des Bregenzerwälder Baumeisters Michael Beer, ein "ehrenhafter und kunstreicher Meister seiner Zunft". Hier finden wir den Bludescher Tuffstein in seiner besten Verwendungsform wieder.
Natalie Beer (1895 - 1972), Nachfahrin von Michael Beer und Schriftstellerin für Bregenzerwäldergeschichte(n), hat 1964 in ihrem Buch "Jubel der Steine" auch den Werdegang der Bludescher Pfarrkirche beschrieben. Es ist erstaunlich, wie sie darin in weitestgehender historischer Übereinstimmung diese Zeitgeschichte als literarischen Bericht darstellt. So lässt sie Michael Beer sagen: „... seit Poysdorf hat es mich nicht mehr losgelassen ... seither habe ich manche Kirche entworfen -- auf dem Papier." „Zu Bludesch im Sonnenbergischen wollen sie eine neue Pfarrkirche bauen, auf den Grundmauern der alten. ... Der Landvogt, Freiherr von Halden zu Haldenegg, ist der Stifter."
Oberhalb der südseitigen Kirchentüre steht das Wappen der Familie Halden; über dem Hauptportal an der Westseite - dem sog. "Vorzeichen" - ist das Wappen der Gemeinde Bludesch dargestellt; es trägt die Inschrift "COMUNITAS BLUDESCHENSIS MDCLI" und besteht in dieser Form somit mehr als 350 Jahre.
Zur Kirche gehört auch die kleine Gruft (Krypta) unter dem Chor der Kirche; sie wurde im Zuge der Bauarbeiten 1651 mit errichtet und diente als Grabstätte für die Halden'sche Familie. Die Inschrift in der Krypta "FUI, NON SUM - ESTIS, NON ERITIS" ist wie ein Vermächtnis Rudolph's von Halden. Es bedeutet "Ich war, bin nicht - Ihr seid, werdet nicht mehr sein" und stellt einen direkten Bezug von der "Kirche im Dorf" zum "Miteinander für Leben und Tod" her. Die Krypta ist nicht zugänglich.
Die Pfarrkirche zum Hl. Jakobus d.Ä. beherbergt die 1804 eingerichtete Bergöntzle-Orgel, deren eigentlicher Erbauer jedoch unbekannt ist. Orgelbaumeister Joseph Bergöntzle (auch unter Birgaentzle oder Bergenzel zu finden) arbeitete 1800 bis 1804 in Vorarlberg; er brachte "auf dem Karrenweg" eine Orgel mit, deren stilistische Merkmale zur Silbermannschule hinweisen; dieses in den Wirren der Französischen Revolution gerettete Orgelkunstwerk sollte hier eine neue Heimat finden. Diese mehrfach in den Nachkriegsjahren restaurierte Barockorgel wurde 1997/1999 von Orgelbaumeister Ferdinand Stemmer / Zumikon ZH in den Urzustand zurückgebaut; sie ist sozusagen das Herzstück der seit 1970/71 laufenden Bludescher Orgelkonzerte.
(Quelle: WALGAU WIKI)
Bedanken möchte ich mich bei Herrn Pfarrer Bechter sowie bei Bernhard, Dietmar & Josef, die mich in den Kirchturm begleitet haben. ;-)
Jesses! Was hat die groaße denn do für an Klacherl?! o.O
Lilium1427 2 months ago
@Lilium1427
...einen geschmiedeten Klöppel. Der passt sehr gut. Die Glocke klingt live sehr schön.
Arlberg09 2 months ago
That's really nice. An Zitz erinnere ich mich noch gerne zurück. ;-) Konnte ja damals von da oben die fis' hören. *G*
Engerlingraucher 2 months ago
@Engerlingraucher
Des kasch luut säga. A schüas Glüüt z'Bludesch. ;)
Arlberg09 2 months ago
Ein sehr schönes Geläut hast Du da vor die Linse gekriegt, schönes Video! ^^
Friedensglocke 2 months ago
@Friedensglocke
Es klingt in der Tat sehr schön - vielen Dank!
Arlberg09 2 months ago