Lohengrin 3.Akt 4.Teil, romantische Oper von Richard Wagner, Bayreuth, Bayreuther Festspiele 2011
00:00 In fernem Land (Lohengrin)
05:46 Mir schwankt der Boden! Welche Nacht! (Elsa von Brabant)
08:48 Mein lieber Schwan (Lohengrin)
12:31 Fahr heim! Fahr heim, du stolzer Helde (Ortrud)
Bühnenbild, Kostüme: Rheinhard von der Thannen
Chor der Bayreuther Festspiele
Chorleitung: Eberhard Friedrich
Orchester der Bayreuther Festspiele
Dirigent: Andris Nelsons
Inszenierung: Hans Neuenfels
Klaus Florian Vogt (Lohengrin)
Georg Zeppenfeld (Heinrich der Vogler)
Annette Dasch (Elsa von Brabant)
Jukka Rasilainen (Friedrich von Telramund)
Petra Lang (Ortrud)
Samuel Youn (Der Heerrufer des Königs)
Stefan Heibach (1. Edler)
Willem Van der Heyden (2. Edler)
Rainer Zaun (3. Edler)
Christian Tschelebiew (4. Edler)
3.Akt
Dritte Szene
Lohengrin:
In fernem Land, unnahbar euren Schritten,
liegt eine Burg, die Montsalvat genannt;
ein lichter Tempel stehet dort inmitten,
so kostbar, als auf Erden nichts bekannt;
drin ein Gefäß von wundertät'gem Segen
wird dort als höchstes Heiligtum bewacht:
Es ward, dass sein der Menschen reinste pflegen,
herab von einer Engelschar gebracht;
alljährlich naht vom Himmel eine Taube,
um neu zu stärken seine Wunderkraft:
Es heißt der Gral, und selig reinster Glaube
erteilt durch ihn sich seiner Ritterschaft.
Wer nun dem Gral zu dienen ist erkoren,
den rüstet er mit überirdischer Macht;
an dem ist jedes Bösen Trug verloren,
wenn ihn er sieht, weicht dem des Todes Nacht.
Selbst wer von ihm in ferne Land' entsendet,
zum Streiter für der Tugend Recht ernannt,
dem wird nicht seine heil'ge Kraft entwendet,
bleibt als sein Ritter dort er unerkannt.
So hehrer Art doch ist des Grales Segen,
enthüllt -- muß er des Laien Auge fliehn;
des Ritters drum sollt Zweifel ihr nicht hegen,
erkennt ihr ihn -- dann muß er von euch ziehn.
Nun hört, wie ich verbotner Frage lohne!
Vom Gral ward ich zu euch daher gesandt:
Mein Vater Parzival trägt seine Krone,
sein Ritter ich -- bin Lohengrin genannt.
König Heinrich, die Männer und Frauen:
Hör' ich so seine höchste Art bewähren,
entbrennt mein Aug' in heil'gen Wonnezähren.
Elsa von Brabant:
Mir schwankt der Boden! Welche Nacht!
O Luft! Luft der Unglücksel'gen!
Lohengrin:
O Elsa! Was hast du mir angetan!
Als meine Augen dich zuerst ersahn,
zu dir fühlt' ich in Liebe mich entbrannt,
und schnell hatt' ich ein neues Glück erkannt:
Die hehre Macht, die Wunder meiner Art,
die Kraft, die mein Geheimnis mir bewahrt,
wollt' ich dem Dienst des reinsten Herzens weihn:
Was rissest du nun mein Geheimnis ein?
Jetzt muß ich, ach! von dir geschieden sein!
König Heinrich, die Männer und Frauen:
Weh! Weh! Weh!
Elsa von Brabant:
Mein Gatte! Nein!
Ich laß dich nicht von hinnen!
Als Zeuge meiner Buße bleibe hier!
Lohengrin:
Ich muß, ich muß! mein süßes Weib!
die Männer und Frauen:
Weh!
Elsa von Brabant:
Nicht darfst du meiner bittern Reu' entrinnen,
dass du mich strafest, liege ich vor dir!
die Frauen:
Weh, nun muß er von dir ziehn!
ein Teil der Männer:
Der Schwan! Der Schwan! Der Schwan!
Der Schwan! Seht dort ihn wieder nahn!
die Frauen:
Der Schwan! Weh, er naht!
alle Männer:
Er naht, der Schwan!
Elsa von Brabant:
Entsetzlich! Ha, der Schwan!
Lohengrin:
Schon sendet nach dem Säumigen der Gral!
Mein lieber Schwan!
Ach, diese letzte, traur'ge Fahrt,
wie gern hätt' ich sie dir erspart!
In einem Jahr, wenn deine Zeit
im Dienst zu Ende sollte gehn --
dann, durch des Grales Macht befreit,
wollt' ich dich anders wieder sehn!
O Elsa! Nur ein Jahr an deiner Seite
hätt' ich als Zeuge deines Glücks ersehnt!
Dann kehrte, selig in des Grals Geleite,
dein Bruder wieder, den du tot gewähnt.
Kommt er dann heim, wenn ich ihm fern im Leben,
dies Horn, dies Schwert, den Ring sollst du ihm geben.
Dies Horn soll in Gefahr ihm Hilfe schenken,
in wildem Kampf dies Schwert ihm Sieg verleiht;
doch bei dem Ringe soll er mein gedenken,
der einst auch dich aus Schmach und Not befreit!
Leb wohl! Leb wohl! Leb wohl, mein süßes Weib!
Leb wohl! Mir zürnt der Gral, wenn ich noch bleib!
Leb wohl, leb wohl!
König Heinrich, die Männer und Frauen:
Weh! Weh! Weh! Du edler, holder Mann!
Welch harte Not tust du uns an!
Ortrud:
Fahr heim! Fahr heim, du stolzer Helde,
daß jubelnd ich der Törin melde,
wer dich gezogen in dem Kahn!
Am Kettlein, das ich um ihn wand,
ersah ich wohl, wer dieser Schwan:
Es ist der Erbe von Brabant!
alle:
Ha!
Ortrud:
Dank, daß den Ritter du vertrieben!
Nun gibt der Schwan ihm Heimgeleit:
Der Held, wär' länger er geblieben,
den Bruder hätt' er auch befreit!
die Männer:
Abscheulich Weib! Ha, welch Verbrechen
hast du in frechem Hohn bekannt!
die Frauen:
Abscheulich Weib!
Ortrud:
Erfahrt, wie sich die Götter rächen,
von deren Huld ihr euch gewandt!
...ein Chorknabe voll Drogen, - so klingt Vogt. Seine musikalische Gestaltungskraft laesst auch zu wuenschen uebrig. Intonationsschwierigkeiten, falsches Atmen, eine ganz ganz schlechte Aussprache. Wer soetwas gut findet, hat alles vergessen, was sich die Gesangskunst in den letzten Jahren erarbeitet hat.
dg6da 5 months ago 9
@ProHabsburg
Wenn sie Ahnung von Oper hätten, würden sie nie solch eine Aussage treffen. All diese Sänger, die sie aufgezählt haben, sind Sänger der letzten Generation. Oper soll nicht konservativ sein, sondern innovativ. Somit ist ein Lohengrin, wie der von Vogt, eine wahre Bereicherung für die Opernwelt. Er ist anders, aber grandios auf seine eigene Art. Er ist nicht dieser kalte Lohengrin, der Elsa von "oben herab" entgegen tritt, sondern sehr gefühlsbetont und emotional.
WotansSpeer 6 months ago 8