Lessing - Lob der Faulheit

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Uploaded by on Sep 9, 2008

Gotthold Ephraim Lessing wird am 22. Januar 1729 in Kamenz in der Oberlausitz geboren. Er entstammt wie so viele andere deutsche Schriftsteller des 18. Jahrhunderts einem evangelischen Pfarrhaus. Der Vater Johann Gottfried Lessing ist Pastor primarius an der Hauptkirche in Kamenz und Verfasser theologischer Werke, die Mutter Justine Salome, geb. Feller, die Tochter des Amtsvorgängers ihres Mannes. Gotthold Ephraim ist das zweite von insgesamt zwölf Kindern.

Von 1737 bis 1741 besucht er die Lateinschule in Kamenz, anschließend bis 1746 die Fürstenschule St. Afra in Meißen. Im September 1746 nimmt er das Theologiestudium an der Universität Leipzig auf.

Schon bald aber beschäftigt er sich mit eher weltlichen Dingen, lernte Tanzen, Fechten, Reiten und begeistert sich für das Theater. In der Zeitschrift Der Naturforscher und den von seinem Vetter Christlob Mylius herausgegebenen Ermunterungen zum Vergnügen des Gemüths erschienen erste Gedichte, Fabeln und Verserzählungen. Wegen eigener und fremder Schulden von Theaterleuten, für die er gebürgt hat, muss Lessing -- auf der Flucht vor den Gläubigern -- im Sommer 1748 Leipzig verlassen. Nach kurzem Zwischenaufenthalt in Wittenberg, wo er Medizin studieren will, erreicht er im November 1748 Berlin.

Lessing, keine zwanzig Jahre alt, entschließt sich, den Beruf des freien Schriftstellers zu ergreifen. Zusammen mit Mylius gibt er die Zeitschrift Beiträge zur Historie und Aufnahme des Theaters heraus, daneben schreibt er Rezensionen, Gedichte, Theaterstücke (Die Juden, Der Freigeist), verfasst Übersetzungen, ab 1751 arbeitet er für die Berlinischen privilegierten Staats- und Gelehrten Zeitung.

Auf Drängen des Vaters, aber auch wegen einem unseligen Streit mit dem am Hofe Friedrichs II. weilenden Voltaire, dessen Siècle de Louis XIV Lessing in Form von Druckbögen seinen Bekannten zugänglich gemacht hat, noch bevor es Voltaire dem König präsentieren kann, reiste er Ende 1751 nach Wittenberg ab, um dort seine Studien abzuschließen. Im April 1752 wird er zum Magister der Philosophie promoviert.

Ab November 1752 ist Lessing wieder in Berlin. Er beschäftigt sich mit Übersetzungen von Schriften Voltaires und Friedrichs II. und beginnt das ehrgeizige Projekt der (niemals vollendeten) Theatralischen Bibliothek, die in unregelmäßiger Reihenfolge eine kritische Geschichte des Theaters zu allen Zeiten und bei allen Völkern liefern soll. Von 1753 bis 1755 erscheint die sechsteilige Sammlung seiner Schriften, angeblich aufgrund einer Wette mit Moses Mendelssohn, den er wie Friedrich Nicolai 1754 kennengelernt hat, entsteht im Frühjahr 1755 Miß Sara Sampson.

Trotz des literarischen Ruhms ist Lessing nach wie vor auf der Suche nach einer gesicherten Anstellung. Im Oktober 1755 begibt sich Lessing nach Leipzig. Von dem reichen Kaufmann Christian Gottfried Winkler bekommt er das Angebot, als dessen Begleiter eine vierjährige Reise durch Europa zu unternehmen. Im Mai 1756 brechen sie in Leipzig auf, bereits im August werden sie in Amsterdam vom Ausbruch des Siebenjährigen Krieges überrascht und müssen umkehren. Nach der Rückkehr in das mittlerweile von den Preußen besetzte Leipzig entwickelt sich bald die enge Freundschaft zum preußischen Major und Dichter Ewald von Kleist, die von den Leipzigern misstrauisch beäugt wird.

Im Mai 1758 kehrt Lessing nach Berlin zurück. Er schreibt die ersten Briefe, die neueste Literatur betreffend, und 1759 erscheint der Einakter Philotas.

Einen überraschenden Einschnitt stellen die Jahre 1761 bis 1765 dar: Lessing übernimmt eine Stelle als Gouvernements-Sekretär beim preußischen General Tauentzien in Breslau. Aller Geldsorgen enthoben, kultiviert Lessing ein bohèmehaftes Leben und gibt sich seiner Spielleidenschaft hin. Bereits 1763 schreibt er allerdingsseinem Vater: "Ich habe mit diesen Nichtswürdigkeiten nun schon mehr als drei Jahre verloren. Es ist Zeit, daß ich wieder in mein Gleis komme."

Im Mai 1765 kehrt er nach Berlin zurück und findet sich, nicht ohne Schwierigkeiten, wieder in seine literarische Arbeit ein. Erst 1766 erscheint eine umfangreichere Schrift, die ästhetische Abhandlung Laokoon, die vor allem bei der jüngeren Generation von überwältigender Wirkung ist. 1767 veröffentlicht er dann Minna von Barnhelm.

Nachdem sich Lessings Wunsch, Bibliothekar an der königlichen Bibliothek in Berlin zu werden, 1766 zerschlagen hat, konzentriert er sich ganz auf die Mitarbeit an dem in Hamburg geplanten Nationaltheater. Aus dem Theater eine Institution der nationalen Kultur zu machen, lautet die enthusiastische Vorgabe. Ostern 1769 ist das Projekt nicht nur finanziell, sondern auch aufgrund von Kompetenzstreitigkeiten zwischen dem Dramaturgen Lessing und den beiden anderen Direktoren gescheitert. Als Nachruf schreibt Lessing in der Hamburgischen Dramaturgie:

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Uploader Comments (rasty1978)

  • "Nun, so magst du es mir vergeben, dass ich dich nicht singen kann,

    du verhinderst mich ja dran"

    Diese letzten Verse sollten es eigentlich sagen, was Lessing hier aussagen will. Sagt mir nicht, dass ihr das nicht erkannt habt!

  • ^^ jetzt hat ghostboy seine Interpretation ;-) bzw, ausreichend Ansatz ;-)

  • gibt es dazu eine gedicht interpretation?

  • Nicht bei mir ;-) aber bei google ;-)

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All Comments (11)

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  • Großartiger Text, leider schecht vorgetragen.

  • Faulheit ist bekanntlich nur ein Wort welches stets in der Fakegesellschaft mit Negativen assoziert wird um von Wahrheiten abzulenken. Das Wort Faulheit steht im Dienste der heutigen Gesellschaftsmehrheit um diese weiterhin in der Täuschung zu halten! Ein Fleissiger der Gift produziert ist mehr Wert als ein Fauler der da nicht mitmachen will! Die fleissigen zerstören diese Welt, die faulen liefern Ideen wie man die Welt retten kann, sie haben ja Zeit zum Nachdenken!

  • ..habe ja nur eine Pause eingelegt

    ...jetzt aber zurück an die Magisterarbeit :)

    Danke Herr Lessing :)

  • nett *schmunzel*

  • ganz im sinne davon wie du bereits gesagt hattest, die eigentliche Triebfeder des Menschen ist die natürlich angeborene kreativität und die neugier. Keinswegs die Angst, das ist im Tierreich so, aber eigentlich sollten wir Menschen es doch endlich mal geschafft haben, ein System zu schaffen, welches jegliche Angst in jeglicher Hinsicht entkräfteten könnte, und ich denke das geradezu teuflische Profitsystem verhindert genau das und zwar systematsich und ganz zum Wohle einger sehr weniger...

  • Macht und Gier wird erst dann ausgestorben sein, wenn auch der letzte begriffen hat dass im Falle der erfolgreichen Abschaffung des Profitsystems und der damit einhergehenden Entfesselung der Technologie und der Potenzierung des Outputs selbiger die uralte Grundlage der Angst als Triebfeder humanoider Handlungen in jeglicher Hinsicht und endgültig entkräftet sei oder sein würde. (Was würde ich dafür geben diesen Satz vor einer Milliarde Menschen sagen zu können, hach....

  • @ Naturecollision

    Ja ein neues System wäre mal was, evtl ein Coint System mit Karten, wo jeder 1000 coints im Monat bekommt und wer arbeitet noch mal einen Tick mehr. Arbeit muss schon belohnt werden, bzw, eig wäre Arbeiten in dem Sinn echt keine Arbeit mehr, denke der Mensch sucht sich selber was zum tun, den er will ja schaffend und Kreativ sein.Jedem ein Elektroauto,....

    Das beste wäre, dass dann kein Geld mehr da wäre und somit keine "Macht" kein Neid, Vorsklaverei, Gier oder ähnlich!

  • naja wie meinst Du das? erstens lobt er faulheit ja nicht wirklich, sie verhindert ihn ja dran, und zweitens ist die Technik bzw Technologie doch was wunderbares, sie kann im richtigen (gesellschaftlichen) System allen Menschen sowas wie Faulheit erlauben und ihn von Arbeit befreien, doch denke ich, dass es im System welches mir vorschwebt, weder Faulheit noch Arbeit wie wir sie kennen geben wird...

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